Januar 2009
Gute Noten für Helfer
Das Meinungsforschungsinstitut CSA hat in den vom letzten Orkan betroffenen Regionen danach gefragt, wie die Tätigkeit und das Auftreten der Helfer von Feuerwehr, Polizei, technischen Hilfsdiensten etc. bewertet wurde. 78% der Befragten haben den Hilfsdiensten bescheinigt, dass sie wirkungsvoll agiert haben. 75% der Aussagen lobten, dass die Helfer sich um die am meisten Betroffenen verstärkt gekümmert hätten, 86% hoben hervor, die Hilfe sei schnell gekommen.
Die ermittelten Werte entsprechen etwa denen, die nach dem Unwetter vom 27. Dezember 1999 ermittelt worden waren.
Einziger Flecken auf diesem positiven Bild ist die Tatsache, dass die unter 24jährigen wesentlich schlechtere Bewertungen abgeben. Bei denen sprechen nur 60% von wirkungsvoller Hilfe.
Spitzenreiter der Bewertungen sind die Feuerwehrleute, denen von über 90% der Befragten höchstes Lob gezollt wurde. Nach ihnen kommen die Monteure der Elektrizitätsunternehmen mit 85%, die Armeeangehörigen und die Mitarbeiter von France Télécom mit 70 bis 80% positiver Einschätzungen. Schlusslichter sind die Angehörigen der SNCF und die Gemeinderatsmitglieder, die nur 50 bis 60% Zustimmung finden.
Ganz schlecht kommt Präsident Sarkozy weg, mit dem nur 49% zufrieden sind.
(Bruno Béziat : Un vrai plébiscite pour les services publics , in : SUD OUEST, 31. Jan. 2008)
Gratis-Mobiltelefone
Angesichts der Tatsache, dass die Reparatur des Festnetzes länger dauert als vorausgesehen, stellt France Télécom seinen Kunden vorübergehend Mobiltelefone zur Verfügung. Die Ausgabe soll am kommenden Montag beginnen und zunächst den am stärksten durch den Ausfall ihrer Telefone Getroffenen zugute kommen.
Inzwischen sind im Südwesten Frankreichs 92% der Mobiltelefone wieder am Netz. Im Département Landes liegen die Werte mit 68% deutlich darunter, weil dort ein Drittel der Relaisstationen zerstört worden sind.
Die immer wieder zu hörende Forderung, die Telefonleitungen unter die Erde zu legen, findet bei France Télécom der Kosten wegen wenig Gegenliebe.
Um die noch ausstehenden Arbeiten zügig durchführen zu können, hat France Télécom für seine Angestellten und mit deren Zustimmung bei den Behörden beantragt, die wöchentliche maximale Arbeitszeit von 48 Stunden überschreiten zu dürfen.
(Pierre-Marie Lemaire: Des mobiles prêtés en zones sinistrées, in : SUD OUEST, 31,. Jan. 2009)
Kommt der Kreuzer Colbert zurück?
Der ehemalige Lenkwaffenkreuzer Colbert, der 14 Jahre lang bis 2007 in Bordeaux als schwimmendes und anfangs gut besuchtes Museum gelegen hatte, wartet auf dem Schiffsfriedhof von Landévennec in der Bretagne auf sein Ende. Das sollte aller Wahrscheinlichkeit nach ein Abwrackbetrieb sein. Es könnte auch anders kommen, wenn die Idee eines Abgeordneten aus Lorient verwirklicht würde. Der schlägt nämlich vor, das, was von dem Kreuzer noch übrig ist in etwa 40m Wassertiefe zu versenken und daraus ein künstliches Riff zu machen, das allerlei Meeresgetier als Wohnraum dienen könnte. Beispiel für eine solche letzte Verwendung eines Kriegsschiffes gibt es schon. So haben die USA 2006 einen ausgedienten Flugzeugträger versenkt, nachdem vorher schon die Royal Navy ähnliches getan hatte.
Der Colbert, die inzwischen in einem lamentablen Zustand ist, könnten drei mögliche Schicksale bereitet werden. Sie könnte als Zielschiff der französischen Marine solange beschossen werden, bis sie sinkt; sie könnte zum unterirdischen Riff werden (wohl angesichts einer langen Reihe ungelöster Umweltfragen ziemlich unwahrscheinlich) oder sie könnte in einem Abwrackbetrieb abgebrochen werden. Und das könnte in Bassens, nicht weit von ihrem einstigen Liegeplatz in Bordeaux geschehen. Dann käme sie ein letztes Mal in die Garonne zurück.
(Jean-Paul Vigneaud En voie de naufrage , in : SUD OUEST, 31. Jan. 2009)
Am Sonntag werden noch 20.000 Haushalte ohne Strom sein
Am kommenden Sonntagabend (1. Febr. 09) werden in Südwest-Frankreich noch 20.000 Abnehmer ohne Strom sein. Das werden dann etwa 1% der ursprünglich 1,7 Millionen Haushalte sein, denen der Orkan vom 24. Januar die Verbindung zum Netz gekappt hatte.
Am Freitag (30. Jan. 09) gegen 16.00 Uhr warteten noch 72.000 Stromkunden auf die Wiederherstellung der Versorgung mit Elektrizität: 41.000 im Département Landes, 20.000 in Gironde und 6.500 in Gers. In einigen Zonen, in denen die Reparaturarbeiten länger dauern werden, sollen Stromerzeuger aufgestellt werden, um die Versorgung provisorisch zu sichern.
(AFP /Le Figaro, 30. Jan. 20.55h)
Sturmschäden: Vogelinsel und Austernzucht
Auch die zur Gemeinde La-Teste-de-Buch gehörende Vogelinsel mitten im Becken von Arcachon hat durch den Sturm Schäden davongetragen. Übel mitgespielt hat das Unwetter auch den Austernkulturen. Die Züchter arbeiten mit Hochdruck daran, die Aufzuchtbehälter mit dem Austernachwuchs zu bergen und wieder dort zu verankern, wo die Bedingungen am günstigsten sind. Dabei ist keine Zeit zu verlieren, da in der kommenden Woche bei niedrigeren Koeffizienten (und dadurch nicht mehr soweit fallendem Wasser bei Ebbe) die notwendigen Rettungsmaßnahmen schlechter durchzuführen sein werden als im Augenblick.
(L'île aux oiseaux sous les eaux, in : SUD OUEST, 29. Jan. 2009)
Sonderheft des SUD OUEST
Wenige Tage nach dem Sturm vom 24. Januar 2009 gibt der SUD OUEST eine Sonderausgabe heraus, die diesem Ereignis gewidmet ist. Dieses Spécial Tempête 2009 umfasst 32 Seiten und kostet 1,50. Erhältlich an allen Stellen, an denen Zeitungen verkauft werden oder aber über die Internet-Adresse:
http://boutique.sudouest.com/product.php?id_product=67
Ein Teil der Verkaufserlöse wird einem gemeinnützigen Zweck zugeführt.
(SUD OUEST, 29. Jan. 2009)
Ein nunmehr kompletter Mauriac
François Mauriac (1885-1970), einer der renommiertesten Schriftsteller Frankreichs des 20. Jahrhunderts, der als achter Franzose 1952 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurde, war ein Sohn Bordeaux’. Nur wenige Eingeweihte wissen, dass von ihm ein kleines Büchlein mit dem Titel Bordeaux stammt, das erstmals in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts erschien, damals jedoch in einer vom Autor selbst um einige Seiten gekürzten Fassung.
Auf verschlungenen Wegen ist der Originaltext des Manuskripts nun in einer neuen integralen Fassung im Druck erschienen. Kenner bescheinigten schon der 1926 erschienenen ersten Version, dass sie einen hervorragenden Einblick in das Bordeaux der zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts vermittelte, ein Grund mehr für alle Interessierten, sich die neueste Ausgabe zu sichern.
François Mauriac: Bordeaux, Editions L’Esprit du temps,9,50 €
(Cathérine Darfay : Le Bordeaux retrouvé de Mauriac, in : SUD OUEST, 29. Jan. 2009)
Kosten des Orkans
Lange bevor exakte Berechnungen angestellt werden können, machen sich die Versicherer Gedanken über das, was an Kosten wegen des Orkans vom 24. Januar 2009 auf sie zukommen kann oder wird. Vorläufiger Ausgangspunkt der Schätzungen sind die 7 Milliarden Euro, die der Orkan vom 27. Dezember 1999 im Südwesten Frankreichs gekostet hat. Daran anknüpfend wird die Zahl der damals und kürzlich betroffenen Departments verglichen und daraus erste Zahlen abgleitet. Danach bewegen sich die ersten Annahmen für den jüngsten Orkan auf Werte zwischen 875 Millionen Euro in einer allerdings sehr optimistischen Variante und 2,8 Milliarden. Genaues ist aus einer Reihe von Gründen noch nicht zu sagen, feststeht aber, dass die auf die Versicherer zukommenden Forderungen den Rahmen des Üblichen bei weitem sprengen werden.
(Delphine de Mallevoüe : Le tempête pourrait coûter trois milliards aux assureurs, in : Le Figaro, 28. Jan. 2009)
Stromleitungen unter die Erde
Angesichts der jüngsten Unterbrechungen der Stromversorgung und der Telefondienste im Südwesten Frankreichs ist es kaum verwunderlich, dass die Diskussion darüber, wie die Leitungsnetze für Elektrizität und Telefon katastrophensicher gemacht werden können, wieder aufgenommen wird. Grundsätzlich möglich ist das, wenn auch mit einigen technischen und vor allem finanziellen Problemen.
Um die in Frankreich oberirdischen Stromleitungen unter die Erdoberfläche zu bringen, wären 100 Milliarden Euro aufzuwenden. Abgesehen vom Hochspannungsnetz, das nach derzeitigem technologischem Stand kaum unterirdisch zu verlegen ist, sind seit 1999 rund 95% der neu angelegten Linien mit mittleren Spannungen und 100% der Verbindungen im Niedrigspannungsbereich unterirdisch ausgeführt worden. Das bedeutet für Linien mittlerer Spannung, dass jährlich etwa 5.000 km in Erdkabeln verlegt werden. Angesichts der vorhandenen 800.000 km ist leicht auszurechnen, wann alle Leitungen dieser Art katastrophensicher sein werden.
In Deutschland ist man da um einiges weiter, da dort rund 70% der Linien niedriger und mittlerer Spannung im Erdboden verlaufen. Dabei ist jedoch, für die französischen Stromversorger besonders wichtig, zu berücksichtigen, dass die Besiedlungsdichte in Deutschland meist deutlich höher ist als in Frankreich und dass demzufolge die Gesamtkosten jenseits des Rheins niedriger ausfallen.
(Fr. de Monicault : L’enfouissement des lignes fait débat, in : Le Figaro, 28. Jan. 2009)
Seit dem 28. Januar 2009 ist Euronat wieder per Mobiltelefon erreichbar.
Ansturm auf Stromerzeuger
Im Gewerbegebiet Bordeaux-Lac und anderswo sind in den einschlägigen Geschäften bestimmte Artikel seit dem Sturm vom 24. Januar 2009 ausverkauft oder zumindest sehr knapp geworden. An erster Stelle stehen Stromerzeuger, die schon am Samstag unmittelbar nach dem Orkan ausverkauft waren.
Ebenso nachgefragt und schnell aus den Regalen verschwunden waren Kettensägen. Sprunghaft angestiegen ist auch die Nachfrage nach Planen und Öl für Kettensägen.
Besonders Vorsichtige hatten schon am Freitag ihren Bedarf gedeckt, nachdem sie die Warnungen der Wetterdienste gehört und als erstzunehmend eingestuft hatten. Inzwischen sind die ersten Nachlieferungen eingetroffen und die Auslagen sind nicht mehr gänzlich geleert.
(Ruée sur les groupes électrogènes, in: SUD OUEST, 28. Jan. 2009)
Sturm-Bilanz für Vendays-Montalivet
Die schwersten Böen gingen am 24. Januar gegen 9 Uhr über Vendays-Montalivet hinweg. Der Strom war jedoch schon seit 4.00h unterbrochen und damit zeitgleich das Telefon-Festnetz. Strom- und Telefonleitungen lagen am Boden. Dachziegel und Schornsteine sind in Mitleidenschaft gezogen. Das Dach der Autowerkstatt Dupraten ist weggeflogen. Glücklicherweise sind keine Personenschäden zu beklagen.
Am Montag wurde gegen Abend ein Stromerzeuger in Vendays aufgestellt, der die Trinkwasserversorgung sichern sollte. Die Lyonnaise des eaux , das Wasserversorgungsunternehmen, versicherte, in den zurückliegenden Tagen haben es zwar Schwankungen im Wasserdruck gegeben, die Versorgung habe aber funktioniert. Auch die Entsorgung des Schmutzwassers wurde gesichert durch den Einsatz von Stromerzeugern für Pumpstationen. Am Sonntag gegen 21 Uhr wurde die Stromversorgung des Seniorenheims provisorisch hergestellt durch Aufstellung eines Stromerzeugers.
Der Ortsteil Montalivet ist im ganzen besser weggekommen. Zwei überdachte Terrassen von Geschäftslokalen sind zusammengebrochen, Dachziegel, Windschirme, Stühle, Tische sind davon geweht worden, alles in allem aber kein Vergleich mit 1999.
Zudem haben die Arbeiten nach dem Orkan von 1999 ihre Früchte getragen. Telefon und Stromversorgung sind unter die Erde gelegt und daher nicht geschädigt worden. Im CHM sind drei oder vier Dächer beschädigt worden (von über 2.000). Die Direktion des Geländes bittet die Eigentümer, gegebenenfalls selbst zu kommen, um evtl. vorhandene Schäden festzustellen. Im CHM sind Strom- und Telefonnetz nicht unterbrochen.
Seit Dienstag um 12.15 Uhr ist das Ortszentrum von Vendays wieder am Stromnetz. Damit sind die Voraussetzungen für die Rückkehr zur Normalität gegeben.
(Lyne Llobell : A l’heure de constat, in: SUD OUEST, 28. Jan. 2009)
Aus für 300-jährige Kiefer
In Mérignac hat der jüngste Orkan einer 300-jährigen Schirmpinie (franz.: pin parasol) so zugesetzt, dass der Baum aus Sicherheitsgründen abgetragen werden musste. Für viele Bewohner ein trauriger Abschied von einem Symbol, von dem man nach einer Grundsanierung vor 10 Jahren hoffte, dass es noch ein oder mehr Jahrhunderte überdauern würde. Der Verlust wird umso schmerzhafter empfunden, als es nur wenige pins parasols in der Gegend gibt, die zwar Kiefern im Überfluss aufweist, überwiegend jedoch der Art pin maritime.
(Olivier Delhoumeau : L'arbre symbole de Mérignac a succombéin: SUD OUEST, 27. Jan. 2009)
Parkverbot der besonderen Art
In Bordeaux gibt es eine besondere Form des Parkverbots, die keinen einzigen Autofahrer zu den sonst fast zwangsläufig einsetzenden Reaktionen veranlasst. Es geht in diesem Fall nicht um den Straßenverkehr, sondern um die Sicherheit. Die ist nämlich in den öffentlichen Parkanlegen der Stadt nach dem Orkan vom 24. Januar nicht gewährleistet, solange die entwurzelten 400 Bäume nicht beseitigt und solange in den Bäumen immer noch zahlreiche abgebrochene Äste von teilweise beträchtlichem Gewicht hängen, die ahnungslosen Passanten gefährlich werden könnten. Aus diesem Grund bleiben die Tore aller öffentlichen Parks, die von Einzäunungen umgeben sind, verschlossen, bis alle Gefahrenquellen beseitigt sind. Für die anderen Parks gilt ein Eintrittsverbot, das jedoch nur bedingt respektiert wird. Daher wird an diesen Anlagen vordringlich gearbeitet.
(Les parcs de la CUB, trop dangereux, resteront fermés au moins plusieurs jours, in : SUD OUEST, 27. Jan. 2008)
Erste Bilanz des Sturms vom 24. Januar für das Médoc
Am Tag nach dem Unwetter vom 24. Januar versammelte der Vizepräfekt von Lesparre alle Bürgermeister der Gemeinden des Médoc, um eine erste Einschätzung der aufgetretenen Schäden vorzunehmen. Dabei bestätigte sich der aus den Nachrichten bereits zu entnehmende Befund, dass die südlichen Regionen des Médoc am stärksten in Mitleidenschaft gezogen worden sind. Vor allem die Gemeinden Le Porge, Le Temple und Saumos haben gelitten.
In den Waldgebieten sind schwere Schäden aufgetreten, die nach Ansicht von Fachleuten denen entsprechen, die vor zehn Jahren weiter nördlich registriert werden mussten.
Wohn- und Wirtschaftsgebäude haben mit Ausnahme einzelner Schäden an Dächern den Sturm im ganzen gut überstanden. Die Stromversorgung und das Telefonnetz sind hingegen stark beschädigt worden. Die Störungen im Kommunikationsbereich haben auch die Arbeit der Vizepräfektur in Lesparre beeinträchtigt, die teilweise mit Boten Nachrichten übermitteln musste, die sonst per Telefon verbreitet worden wären. Zwei Tage nach dem Unwetter waren noch ungefähr zwanzig Gemeinden ohne Strom. Die Festnetztelefone waren weitgehend noch immer außer Betrieb. Das Mobiltelefonnetz war fast gänzlich lahmgelegt.
Die Stromversorgung soll bis auf einzelne Ausnahmen bis zum Ende der laufendenden Woche wiederhergestellt werden. Damit wird gegenüber 1999 viel weniger Zeit vergehen bis zur Rückkehr der Normalität. Dennoch wird betont, es sei notwendig, in einem waldreichen Gebiet wie dem Médoc die gesamte Stromversorgung unter die Erde zu verlegen.
Ärgerlich reagierten einzelne Anwesende wegen der Tatsache, dass nach den Erfahrungen von 1999 ein Plan ausgearbeitet worden war für die Ausstattung der Seniorenwohnanlagen mit Stromerzeugern, um Notfällen vorzubeugen. Trotz der Planung sei aber wenig geschehen, um ein erkanntes Problem abzustellen. Demnächst soll auf einer eigens einberufenen Zusammenkunft das Thema aufgegriffen werden.
(Julien Lestage : Premier bilan au lendemain de la tempête Klaus, in: SUD OUEST, 27. Jan. 2009)
Situation im Département Gironde am Morgen des 27. Januar:
Die Feuerwehr hat 4.450 Hilferufe erhalten.
114.000 Haushalte sind noch immer ohne Strom; damit sind 59% der Stromunterbrechungen behoben.
Für die durch Stromunterbrechungen ausgefallenen Pumpen der Wasserversorgung sind Stromerzeuger aufgestellt worden. Dennoch gibt es noch Haushalte ohne fließendes Wasser.
38.000 Festnetztelefone sind noch nicht wieder betriebsbereit. 14 Relaisstationen des Mobilfunknetzes sind noch ausgefallen.
Wegen der Hochwassersituation ist ein Beobachtungsstab eingerichtet, der besonders fünf Bereiche kontrolliert: Garonne, Zusammenfluss Garonne-Dordogne, Dordogne, Isle und Drone.
Die Bahnverbindungen sind wieder aktiv. Ausnahmen: Bordeaux – Médoc und Bordeaux – Dax.
Wälder: Zutritt verboten. Wegen der noch nicht abzuschätzenden Risiken ist durch Verordnung der Präfektur der Zugang zu den Wäldern des Departements bis auf weiteres untersagt.
Schulen: fast alle Schulen haben ihren Betrieb wieder aufgenommen.
(Fl. M. : Le point sur la tempête dans le département, in : SUD OUEST, 27. Jan. 2009)
Letzter Stand (Montag, 26. Jan. 2009, 23.00h):
Um 19.49h wird bekannt gegeben, dass fast alle Schulen der Region ihren Betrieb am Dienstag, 27. Januar, wieder aufnehmen werden.
Um 21.13. wird mitgeteilt, dass der Verkehr der SNCF Bordeaux- Médoc noch gesperrt ist. Die TGV-Verbindung Bordeaux-Paris funktioniert, der Bahnverkehr Bordeaux-Toulouse ebenfalls. Die Linien Bordeaux-Saintes und Bordeaux-Périgueux werden am Morgen des Dienstag wieder befahren, die Verbindung Bordeaux-Dax am Mittwochabend.
Im Département Gironde sind noch 95.000 Haushalte ohne Strom, bei 1.700 Personen ist die Wasserversorgung noch unterbrochen.
Die Hauptstraßenverbindungen sind wieder frei.
Um 21.52h sind im gesamten Südwesten Frankreichs 427.000 Haushalte noch ohne Strom (75% der von Stromunterbrechungen betroffenen Haushalte sind wieder am Netz)
Langsam zurück zur Normalität
Der Orkan ist abgezogen, seine Folgen bleiben. Die Stromversorgung ist immer noch nicht flächendeckend wieder in Gang gekommen. 3.930 mal wurde die Feuerwehr im Departement Gironde zu Hilfe gerufen. Davon sind die meisten Fälle inzwischen erledigt. Der Verkehr läuft auf den Departementsstraßen wieder normal, einige Gemeindestraßen sind aber noch blockiert. Einige Ampelanlagen in Gebieten mit Stromausfällen funktionieren noch nicht wieder.
In Bordeaux läuft der Straßenbahn- und Busverkehr wieder normal. Der Eisenbahnverkehr Bordeaux-Tours und Bordeaux-Hendaye ist wieder aufgenommen worden, die Strecken von Bordeaux nach Toulouse und nach Nantes sind noch nicht freigegeben.
Gefahr geht immer noch aus von unsachgemäß betriebenen Stromerzeugern, die in mehreren Fällen behandlungsbedürftige Vergiftungen verursacht haben.
(SUD OUEST, 26. Jan. 2009)
Problemzone Stromversorgung
Immer noch sind 180.000 Haushalte im Department Gironde ohne Strom. Dabei arbeiten 450 Spezialisten aus der Region, verstärkt um 160 weitere aus Nordfrankreich mit Hochdruck an der Beseitigung der Schäden. Die Arbeiten konzentrieren sich dabei zunächst auf die Teile des Systems, durch deren Wiederherstellung eine möglichst große Zahl von Abnehmern wieder ans Netz gebracht werden kann. Zur Zeit wird an 500 Baustellen gearbeitet. Schwerpunkt der Schäden sind waldreiche Gebiete im Médoc, um Libourne, am Bassin von Arcachon und um Langon. An 25 Stellen sind Stromerzeuger installiert worden, um Wasserwerke, Pflegeeinrichtungen etc. mit dem notwendigsten Strom zu versorgen.
(Isabelle Halliez: 180.000 foyers sans électricité, in: SUD OUEST, 26. Jan. 2009)
Existenzangst bei Waldbesitzern
Der Orkan vom 24. Januar 2009 hat dem Waldbestand wieder schwere Schäden zugefügt. Diesmal wurde der Süden des Médoc und die daran angrenzenden Teile des Nachbardepartments Landes am schwersten getroffen. Erschwerend kam hinzu, dass der Waldboden durch intensive Niederschläge aufgeweicht war und dadurch viele Bäume entwurzelt wurden, die bei trockeneren Bedingungen vielleicht stehengeblieben wären. So ist die Bilanz aber erschreckend, zumal auch jüngere Bestände stark geschädigt wurden. Damit sind große Teile der Waldflächen, die in der Zukunft Erträge abwerfen sollten, vernichtet.
Pessimismus herrscht auch hinsichtlich der Aussichten, die Mengen der zu Fall gebrachten Bäume zu vermarkten. War nach dem Orkan von 1999 viel Nachfrage aus Spanien und Portugal gekommen, so ist angesichts der wirtschaftlichen Lage derzeit von dort kaum mit Absatzmöglichkeiten zu rechnen. Das gibt Anlass zu weiteren Befürchtungen, weil anzunehmen ist, dass viele kleinere Waldbesitzer ihre Parzellen nicht sachgerecht aufräumen und sich in weiten Waldgebieten Zustände herausbilden werden, die aus feuerpolizeilicher Sicht gefährlich werden können.
(Julien Lestage: La forêt dévastée, in:SUD OUEST, 26. Jan. 2008)

(SUD OUEST, 25. Jan. 2009)
Nach dem Sturm
Der Orkan vom 24. Januar hat schwere Verwüstungen in den Wäldern im Süden des Département Gironde und im Département Landes angerichtet. Da es während des Sturms stark geregnet hat, sind in den betroffenen Gebieten die Schäden wegen des aufgeweichten Bodens, der den Bäumen weniger Halt gibt als in trockenen Zeiten teilweise größer als 1999. Vergleichsweise gut weggekommen sind diesmal die Wälder direkt an der Küste.
Im Médoc funktionierte die Stromversorgung am Samstagabend lediglich in den Bereichen um Saint-Vivien, Le Verdon und Pauillac. 60.000 Médocains saßen im Dunkeln. Am späten Vormittag des Samstag war das Mobiltelefonnetz im Médoc zusammengebrochen. Ein Zeitpunkt für die Rückkehr zur Normalität ist derzeit noch nicht zu benennen. Gravierende Probleme gibt es in Castelnau und Saint-Laurent mit der Wasserversorgung, da dort die Pumpen mangels Strom nicht arbeiten.
Am Morgen des 25. Januar waren 1,3 Millionen Haushalte noch ohne Strom. Die Verkehrsbeschränkungen wurden nach Abzug des Sturms aufgehoben.
Um 10.00h ist die Zahl der Haushalte ohne Elektrizität auf 1,1 Millionen zurückgegangen.
Die SNCF kündigt um 11.15h an, dass der Zugverkehr südlich von Bordeaux wieder aufgenommen wird.
Um 11.30h warnt die Präfektur der Gironde vor dem unsachgemäßen Gebrauch von Stromerzeugern in geschlossenen Räumlichkeiten. Neun Personen mussten wegen Vergiftungserscheinungen durch Abgase ärztlich versorgt werden.
Um 12.20h teilt France Télécom mit, dass 350.000 Telefonanschlüsse ausgefallen sind.
Um 16.30h gibt der Präfekt des Gers bekannt, dass alle Schulen des Departements am 26. Jan. geschlossen bleiben.
Um 17.30h sind noch 800.000 Haushalte ohne Strom. Die Stromversorger erklären, dass die Ausfälle im Hochspannungsnetz innerhalb von fünf Tagen behoben sein sollen.
Um 19.30h wird für sechs Departments des Südwestens - Charente-Maritime, Charente, Dordogne, Gironde, Landes, Gers - Hochwasseralarm gegeben.
Um 20.00h erlässt der Präfekt des Gers ein Verbot, bis zum 28. Februar die Wälder des Departments zu betreten (Ausnahmen für Besitzer und Forstpersonal)
Um 20.30h sind noch 300.000 Festnetztelefone außer Betrieb. France Télécom hofft, bis Ende der Woche die Störungen zu beheben. Bei den Mobiltelefonen sind rund 25% der Geräte stumm.
(SUD OUEST, 25. Jan. 2009)
Schweres Unwetter in Südwestfrankreich
Am Samstag, 24. Januar 2009 hat ein schwerer Sturm den Südwesten Frankreichs heimgesucht und für gravierende Störungen des Lebens in der Region gesorgt.
Der SUD OUEST gab über den ganzen Tag verteilt, fortlaufende Berichte zum Stand der Dinge. Wir fassen die wesentlichsten Informationen zusammen:
06.00h: Schwere Orkanböen: 162 km/h in Bordeaux (absoluter Rekord), 159 km/h in Biscarosse, 144 km/h in Cap Ferret
06.30h: 500.000 Abnehmer ohne Strom, 200.000 im Département Gironde, 220.000 im Département Landes. Mitteilung der Präfektur: demnächst Schließung des Pont d’Aquitaine, Einstellung des Flugbetriebs in Mérignac.
07.30h: In Bordeaux Einstellung des Bus- und Tramverkehrs
08.00h Vorhersage weiterer schwerer Orkanböen für Gironde und Lot-et Garonne
Gemessen: 165 km/h in Biscarosse, 161 km/h Cap Ferret,
08.15h Sperrung des Pont d’Aquitaine in beiden Richtungen
08.30h Im Gers Straßen durch umgestürzte Bäume blockiert, Unterbrechungen des Zugverkehrs
08.40h Nunmehr 700.000 Haushalte ohne Strom; Orkanböen: 170 km/h in Cap Ferret; Störungen des Zugverkehrs in Gironde
09.00h 1.000.000 Haushalte im Südwesten ohne Strom, davon 340.000 in Landes, 205.000 in Gironde
09.15h Orkanböen: 169 km/h Cap Ferret, 152 km/h Pointe de Socoa
09.20h Einstellung des Zugverkehrs südlich von Bordeaux
10.00h Einstellung des Flugbetriebs in Toulouse-Blagnac;
11.00h Auslösung des plan Orsec (Katastrophenplan)
11.15h In Gironde sind 1.000 Feuerwehrleute im Einsatz, die 1.077 mal zu Hilfe gerufen werden
12.40h Erstes Todesopfer in Landes
12.50h Der interne Notfallplan im Atomkraftwerk Blaye wird ausgelöst wegen der Windstärke und der Gefahr von Überschwemmungen
13.00h Bekanntgabe, dass der Flugverkehr in Mérignac um 15.00 Uhr wieder aufgenommen werden kann.
14.00h der interne Notfallplan für Blaye wird aufgehoben
14.30h 250.000 Haushalte in Gironde ohne Strom, vor allem um das Bassin von Arcachon, im Médoc und im Großraum Bordeaux
15.30h Zweites Todesopfer
16.00h Allmähliche Wiederaufnahme des Busverkehrs in Bordeaux
17.00h Drittes Todesopfer
18.30h Eine Frau stirbt, weil ihr Beatmungsgerät ohne Strom ist.
(Jean-Denis Renard :Quatre morts, dont trois dans les Landes, et quatre personnes blessées grièvement, des renforts pour dégager les routes et les lignes électriques, in :SUD OUEST, 24. Jan. 2009)
Gegen 20.30h wird Euronat wieder mit Strom versorgt. Nahezu gleichzeitig sind die Festnetztelefone wieder funktionsfähig. Euronat ist wieder erreichbar. (UM)
Geduldsprobe
Die UNESCO-Experten, die dieser Tage in Bordeaux waren, um sich u. a. über die die dortigen Brückenbaupläne zu informieren, haben sich intensiv umgesehen und erklärt, sie seien nunmehr im Besitz des erforderlichen Wissens, um zu entscheiden, ob das wacklig gewordenen UNESCO-Label bestehen bleibt oder nicht. Wer gehofft hatte, nun bald Bescheid zu wissen, sieht sich jedoch getäuscht. Erst im Juni wird auf einer Konferenz in Sevilla über die heikle Frage entschieden. Dieser Zeitpunkt ist allerdings kein unfreundlicher Akt, sondern allein dem Umstand geschuldet, dass nur auf einer Konferenz von der Art, wie sie in Sevilla stattfinden wird, Fragen für Beibehaltung oder Aberkennung des begehrten Labels entschieden werden können. Vorschrift ist Vorschrift.
(Jean-Paul Vigneau: Rendez-vous à Séville, in: SUD OUEST, 23. Jan. 2009)
Reise in das Land der Kraniche
Kraniche gehören mit einer Spannweite von rund zwei Metern und einer Größe von 1,20 m zu den größten Vögeln Europas. Die überaus scheuen Vögel ziehen in der warmen Jahreszeit ihre Jungen in nördlichen Gefilden, beginnend in Mecklenburg-Vorpommern auf. Ihre Winterquartiere liegen in südlicheren Regionen, z. B. in der Nähe von Captieux, (Haute Lande), etwa auf halbem Wege zwischen Bordeaux und Mont-de-Marsan. Die dortige Kranichkolonie umfasst rund 10.000 Vögel, die von Naturinteressierten unter sachkundiger und behutsamer Führung besucht werden können. Diese Veranstaltungen werden durchgeführt am 25. Januar, 1., 8. und 15. Februar vom Parc régional des Landes de Gascogne (Tel. 05.56.22.80.93 oder www.parc-landes-de-gascogne.fr) . Teilnahme nur nach vorheriger Reservierung eines Platzes möglich. Ausgangspunkt ist Captieux.
(Pierre Lascourrèges: Le pays des grues, in: SUD OUEST, 23. Jan. 2009)
(Captieux, an der N524 gelegen, etwa auf halbem Weg zwischen Bordeaux und Mont-de-Marsan, von Euronat etwa 160 km entfernt. UM)
Zornige Winzer
Im Zusammenahng mit der Änderung der Satzung für die Foire aux Vins in Lesparre haben sich die Winzer massiv gegen die Teilnahme von Weinhändlern an der Weinmesse ausgesprochen. Auf der Generalversammlung des Comité de la Foire aux Vins de Lesparre-Médoc war deswegen erhebliche Spannung zu spüren. Der gegenwärtige Vorstand der Messe will diese öffnen für alle Weine, was im Prinzip nur gehen würde, wenn die nicht aus dem Médoc oder dem Bordelais kommenden Weine von Händlern angeboten würden.
Die ortsansässigen Weinbaubetrieben sperren sich nicht vollständig gegen die Ausweitung über die engeren Grenzen hinaus, verlangen aber, dass dann die jeweiligen Produzenten selbst ihre Weine vorstellen müssten.
Wenig strittig war hingegen eine Satzungsänderung, bei der der bisherige Conseil d’administration abgeschafft und aus allen diesbezüglichen Artikeln des Statuts gestrichen wird. Vereinsorgane werden künftig nur noch sein die Generalversammlung (assemblée générale) und der erweiterte Vorstand (bureau élargi), dem eine zweite Schriftführerin und ein zweiter Schatzmeister angehören werden.
Der Etat der kommenden Foire aux Vins wird nicht gerade üppig sein, aber die Gemeinde steuert 20.000 Euro bei. Die Organisatoren gehen davon aus, das damit ein den Ansprüchen gerecht werdende Veranstaltung gesichert werden kann. Ideen gibt es jedenfalls genug.
(Sylvaine Dubost: Les viticulteurs en colère,in SUD OUEST, 22. Januar 2009)
Motivationsschub durch das Deutschmobil
Hallo! Guten Tag, willkommen! So wurden die Schüler und Schülerinnen der Klasse 5 des Collège Canterane in Castelnau durch das Deutschmobil, gesteuert von einer deutsch-französischen Lehrerin, neugierig gemacht auf die zweite lebende Fremdsprache, die sie in wenigen Monaten mit Eintritt in die 4. Klasse lernen sollen. Auf der Informationsveranstaltung, die ihnen das Deutschmobil vermittelte, bekamen sie in Dialogen und interaktiven Spielen erste Eindrücke der Sprache ihrer Nachbarn jenseits des Rheins. Die Mädchen und Jungen, die Deutsch als Fremdsprache wählen, werden es in einem Austausch mit Schülerinnen und Schülern einer Schule in ihrer Partnerstadt Bad Sachsa auch wirklich praktizieren und vertiefen können.
Das Gegenstück zum Deutschmobil in Castelnau sind die 10 Francemobile, die in Deutschland im Einsatz sind.
Wer in Frankreich Deutsch lernt, hat später im Berufsleben etwas vorzuweisen, was ihn durchaus attraktiv macht. Derzeit melden französische Unternehmen, dass sie 180.000 Stellen für Mitarbeiter mit Deutschkenntnissen nicht besetzen können.
(Laurent Sicard / Jean Claude Rigault : A la rencontre de la « Deutschmobil », in : SUD OUEST, 21. Jan. 2009)
(In unserer Rubrik Dies&das finden Sie kurze Informationen zum französischen.) Schulsystem. Um dorthin zu wechseln, klicken Sie hier)
Personalnot in der Klinik in Lesparre
Der Notdienst der Poliklinik in Lesparre wird pro Jahr rund 15.000 mal in Anspruch genommen. Dabei ist die Nachfrage ansteigend. Schließlich wirkt sich auch die Bevölkerungszunahme im Médoc um 10% in den letzten zehn Jahren aus.
(Julien Lestage : Polyclinique de Lesparre : les urgentistes sous pression, in: SUD OUEST, 21. Jan. 2009)
Erosion in Amélie
Am Südstrand von Amélie frisst sich der Ozean weiter und weiter in das Land. Inzwischen ist ein Haus akut bedroht, das nur noch neun Meter von der steil abfallenden Dünenkante entfernt ist. Und täglich wird der Abstand geringer. Der Besitzer, der das Haus erst vor kurzem erworben hat, plant Maßnahmen, die den weiteren Abbruch der Düne verhindern sollen, die jedoch erhebliche finanzielle Aufwendungen verlangen.
Nördlich von dem bedrohten Haus ist in den letzten Jahren eine umfangreiche Sicherung des bedrohten Küstenstreifens durchgeführt worden. Dazu wurden für drei Millionen Euro massive Felsbrocken aufeinander geschichtet, die den gewünschten Effekt haben und das weitere Vordringen des Meeres verhindern. Südlich davon wurde eine Reihe massiver Stämme in den Meeresgrund eingebaut, die eigentlich dafür sorgen sollten, dass sich dahinter Sand ansammelte, der dem Zurückweichen der Küstenlinie Einhalt gebieten sollte. Dieser Effekt ist jedoch nicht eingetreten, im Gegenteil hinter der Pfostenreihe bilden sich Wirbel, die Sand ausspülen und damit die Küste nicht schützen, sondern zusätzlich und beschleunigt gefährden.
Jetzt muss schnellstens gehandelt werden. Vor dem akut gefährdeten Haus sind in den letzten beiden Wochen drei Meter Strandkante abgebrochen. Gefahr droht jedoch nicht nur diesem Haus, sondern einem großen Teil des südlichen Amélie, in dem die Infrastruktur, weitere Häuser und eine Ferienanlage einem derzeit noch ungewissen Schicksal entgegengehen, wenn nicht sofort und energisch Gegenmaßnahmen ergriffen werden.
(Julien Lestage : L'érosion s'accélère sur la zone sud de l'Amélie, in: SUD OUEST, 21. Jan. 2009)
Darf man beim Autofahren niesen?
In Frankreich eigentlich nicht. Wenn es doch geschieht, dann verstößt das im Prinzip gegen den Artikel R 412-6 des Code de la route, in dem es heißt, dass jeder Fahrzeuglenker jederzeit, unbehindert und unverzüglich in der Lage sein muss, das zu tun, was er als Fahrzeuglenker zu tun hat. Wer niest, ist aber, zumindest kurzzeitig, mit anderen Dingen beschäftigt als sie das Fahrzeuglenken verlangt.
Kürzlich wurde eine Autofahrerin in Bruges mit einem Bußgeld belegt, weil sie am Steuer geraucht hatte. Begründung: siehe oben Art. R 412-6. Der Präsident des regionalen Automobilklubs erklärt dazu, das Vorgehen der Polizei sei legal aber gegen die Vernunft. Wenn man den Gedanken weiterspinne, komme man zu der Frage, was denn beim Autofahren noch mit Bußgeldern belegt werden könne, wenn der oben genannte Artikel konsequent und hart angewendet werde. So müsse gefragt werden, ob es z. B. strafbar sei, wenn ein Autofahrer während der Fahrt verliebte Gedanken habe, wenn er sich überlege, wie er dem Finanzamt ein Schnippchen schlagen könne oder wenn er während der Fahrt ein Butterbrot esse?
Das ist der Stoff, aus dem die Angstträume des Autofahrers in Frankreich gemacht werden könnten.
Zur Zeit haben Franzosen am Steuer aber offenbar wenig Angst vor dem strafenden Arm der Ordnungshüter. Eine kürzlich durchgeführte Umfrage enthüllte, dass ein Drittel von ihnen während der Fahrt immer noch telefoniert, ein Viertel fährt, auch wenn man mehr als zwei Glas in sich hat. 76% der Automoblisten geben zu, dass sie nicht immer halten, wenn die Ampel orange zeigt, 65% fahren mit Tempo 65 innerorts, 24% überfahren durchgezogene weiße Mittellinien, 23% überholen rechts. Und immer mehr LKW-Fahrer haben Gefallen daran, während der Fahrt das Fernsehen einzuschalten oder sich nebenher mit einer Playstation zu beschäftigen.
Ob man darüber nachdenken muss, Straßenverkehr konsequent zu meiden? Gründe genug gibt es offenbar.
(Hélène Rouquette-Valeins : Conduire, fumer ou manger, il faut choisir, in: SUD OUEST, 20. Jan. 2009)
Ausblick für Lesparre
Bei der ersten offiziellen Veranstaltung des Jahres zeigte sich der Bürgermeister von Lesparre zufrieden mit der Arbeit der Ordnungshüter seiner Gemeinde, die es geschafft hätten, die Zahl von Verbrechen und Vergehen um 30% zu senken.
Im soeben gestarteten Jahr seien in Lesparre bald Verbesserungen im Bereich der Kommunikation und der Arbeitsvermittlung zu erwarten. Hinsichtlich neuer Vorhaben der Kommune hielt er sich bedeckt, da er den Beschlüssen des Gemeindreates nicht vorgreifen wolle. Er erinnerte daran, dass unter anderem bereits beschlossen sei, den Tour de l’Honneur zu restaurieren, die Tribüne des Stadions zu sanieren und den Bahnhofsvorplatz neu zu gestalten.
Auf gutem Wege sei die Planung für den neuen Kreisverkehr Saint-Léonard, für den nur noch die erwarteten Subventionen eintreffen müssten.
Die Ortsumgehung, die bereits mehrfach angemahnt wurde, steckt immer noch in der Phase der Vorplanung. Irgendwelche zeitlich konkretisierbaren Erwartungen gibt es in diesem Bereich nicht.
(Des travaux nécessaires pour l'économie de la ville, in : SUD OUEST, 20. Jan. 2009)
Neues zum Projekt Gastankerhafen
Als vor einem Monat der Präfekt des Départements Gironde den Bauantrag für den geplanten Gastankerhafen in Le Verdon wegen Unvollständigkeit zurückgegeben hatte, reagierte der Antragsteller so, dass man meinen konnte, die Nachbesserung des Bauantrags sei ein mehr formales und schnell zu besorgendes Unterfangen.
Aus dem Bericht der DRIRE (direction régionale de l’industrie, de la recherche et de l’environnement), der Entscheidungsgrundlage für den Präfekten, geht hervor, dass die Bedenken und Vorbehalte gegen das Gastankerhafenprojekt doch erheblicher sind, als die Firma 4Gas dies dargestellt hatte. Es geht tatsächlich um einen ganzen Katalog von durchaus gewichtigen Fragen und Aspekten, die die Antragssteller übergangen oder nur kurz gestreift haben.
Bleibt abzuwarten, wie es weitergeht. 4Gas gibt sich weiter optimistisch und kündigt an, man hoffe, noch in diesem Jahr die überarbeiteten Antragsunterlagen vorlegen zu können.
(Le Journal du Médoc, 20. Jan. 2009)
Wachstumsnische Afrolook
Auch wenn der gesamtwirtschaftliche Daumen in Frankreich stramm nach unten zeigt, gibt es (kleine) Ecken der Wirtschaft, die gegen den Trend laufen. Besonders gut sichtbar, weil an manchen Köpfen modebewusster Damen absichtlich zur Schau gestellt, ist das im Friseurgewerbe. Die Königinnen modischer Haargestaltung, sei es Haarverlängerung, Flechtkunst oder Färbetechniken, extravagante Kosmetika und Schminkstile, alles, was in diesen Bereichen derzeit top ist, kommt aus Afrika und wird zu Preisen angeboten, die fast jede sich leisten kann. Folglich keion Wunder, dass der Kundinnenzustrom zu Boutiquen und Kosmetikinstituten in afrikanischer Hand enorm ist.
(Dominique Manenc, De plus en plus fans de la mode afro, in:SUD OUEST, 20. Jan. 2009)
Bordeaux baut Position aus
Trotz befürchteter negativer Auswirkungen der kürzlich durchgeführten Strukturreform und des Beginns der Wirtschaftskrise steht der Hafen von Bordeaux gut da. Im letzten Jahr wurde eine Zunahme des Güterumschlags auf 9 Mt (+ 8,4%) verzeichnet. Abgesehen von 2000, dem Jahr, das durch Nachwirkungen des Orkans vom Dezember 1999 einen damit zusammenhängenden außergewöhnlichen Zuwachs hatte, muss man bis 1994 zurückgehen, um einen ähnlich hohen Umschlag wie 2008 zu finden.
Einen wesentlichen Beitrag zur Steigerung im Jahre 2008 haben die wieder aufgenommenen Exporte von Raffinerieprodukten gehabt (230.000 t). Erheblichen Zuwachs gab es auch beim Getreideexport (+19%). Deutliche Rückgänge (rund 20%) gab es hingegen beim Umschlag von Baumaterialien, von Futtermitteln (-31%) und Düngemitteln (-27%).
Der Umschlag von Containern (55.000 Behältnisse, insgesamt 600.000 t) wurde nur von dem Rekordjahr 2007 übertroffen, blieb aber dennoch um 8% bei der Zahl der verladenen Container und um 15% bei der Tonnage hinter dem Resultat von 2007 zurück.
Mit der Gesamtbilanz des Güterumschlags im Jahre 2008 festigte der Hafen von Bordeaux seine Position als bedeutendster Atlantikhafen Frankreichs.
(Les Echos judiciaires du 16 janv. 2009)
Was hat der neue amerikanische Präsident mit Hennessy?
So weit man weiß nichts, zumindest nichts, was die Welt wissen müsste. Anders sieht es mit Hennessy und dem nächsten Präsidenten der USA aus. Der ist nämlich von den Reklameexperten des Cognacbrenners – sicher ungefragt – eingespannt worden in eine Werbekampagne. Dabei wird eine Sonderserie Hennessy in schwarz etikettierten Flaschen mit goldener Schrift herausgebracht, die beziehungsreich Henessy VS 44 heißt und auf dem Verschluss unübersehbar auf die Amtseinführung am 20. Januar 2009 hinweist. In der Mitte des Verschlusses prangt eine große „44“, der neue Präsident wird ja auch der 44. in einer langen Reihe US-amerikanischer Präsidenten sein. Die Werbestrategen führen aber noch Weiteres im Schilde. Die auf 180.000 Exemplare angelegte Sonderausgabe des Hennessy wird zum Preis von 30 Dollar auf den Markt gebracht. Ein Teil des Verkaufserlöses soll an die Stiftung Thurgood Marshall College gehen, mindestens aber 50.000 Dollar. Ein mit Blick auf die Bedeutung, die Stiftungen in den USA haben, sicher klug gewähltes Vorhaben. Der Verkauf der Sonderauflage soll vornehmlich in den USA erfolgen, daneben in einigen wenigen afrikanischen Ländern und in der Karibik.
Wenn man berücksichtigt, dass die Verkaufszahlen des Henessy in den USA im letzten Jahr um 14,8% zurückgegangen sind (nach zehn Jahren kontinuierlicher Steigerung) und dass die Zahlen in Europa (- 7,8% im Jahr 2008) durch die noch vorhandenen Zuwachsraten im fernen Osten (+ 6,2%) nicht ausgeglichen werden, dann versteht man, dass die Marketingleute bei Henessy sich etwas einfallen lassen mussten, auch wenn man dabei den nächsten Präsidenten der USA einspannt.
So richtig schlecht geht es Hennessy aber wohl nicht, denn im letzten Jahr sind zwar die Exportzahlen um 6,2% zurückgegangen, dennoch haben 148,2 Millionen Flaschen sich auf den Weg zu ihren Verbrauchern gemacht.
(Philippe Ménard: Le cognac Hennessy surfe sur le succès d'Obama, in : SUD OUEST, 17. Jan. 2009)
Französisch-amerikanische Freundschaft auf Weinbasis
Vom 11. – 15. Januar 2009 führten etwa 10 Weingutsbesitzerinnen und /oder ihre leitenden Angestellten aus dem Bordelais eine Gegeneinladung für eine ähnliche Anzahl im selben Bereich tätiger Kalifornierinnen durch. Dabei stellten sie den Damen aus der neuen Welt drei prestigeträchtige Anbaugebiete der französischen Weinkultur vor: die Weine des Médoc, aus St.Emilion und den Sauternes. Der Dienstagmorgen, 13. Januar, war im Château Paloumey und in la Tour de Bessan ganz dem Médoc gewidmet, am Nachmittag entdeckte man Margaux, und dessen weltberühmten grand cru classé, der es durch seine kraftvolle Zartheit auch als sog. femininer Wein den Damen in besonderer Weise angetan hatte. Im Château Kirwan gab es dann auch eine Verkostung kalifornischer Weine. Am Mittwoch, d. 14. Januar ging die Rundfahrt nach St.Emilion und Donnerstag, d. 15. Januar war dem Sauternes vorbehalten. Die einhellige Bewertung: dies war ein rundum geglückter Ausflug und Austausch
(Louis Le Cor, Œnotourisme, in SUD OUEST, 17. Jan. 2009)
Druck für die Straße
Am 16. Januar haben mehrere Hundert Mitglieder verschiedener Gemeinderäte angetan mit ihren offiziellen Schärpen für drei Stunden in der Richtung nach Norden den Verkehr auf der RN 10 bei Chantillac-Bors (Charente) blockiert. Ziel dieser Demonstration war es, aufmerksam zu machen darauf, dass die RN 10 zwischen Poitiers und Bordeaux immer noch nicht durchgehend vierspurig ausgebaut ist. Das fehlende 11,4 km lange Teilstück zwischen Reignac und Chevanceaux wird täglich von 17.000 Fahrzeugen benutzt, die Hälfte davon LKW. Die Demonstranten argumentierten, dass die Schließung der noch nicht vierspurigen Lücke rund 71 Millionen Euro kosten wird, die der Staat offenbar nur ungern ausgibt, während für Autobahnprojekte, wie z.B. die A 65, 1,2 Milliarden Euro lockergemacht werden.
(Jean-Denis Renard : Le chaînon manquant de la RN 10, in : SUD OUEST, 17. Jan. 2009)
Gesunde Finanzen
Vor einem großen Aufgebot lokalpolitischer Prominenz hat der Senator und Bürgermeister von Soulac, Xavier Pintat, ein zufriedenstellendes Bild von der finanziellen Situation der CdC de la Pointe du Médoc (Gemeindeverband der Pointe du Médoc) gezeichnet.
Auch die Leistungen, die im Jahre 2008 in Soulac erbracht worden sind, können sich sehen lassen: Straßenbau, Verstärkung des Trinkwassernetzes, Verbesserung der Straßenbeleuchtung, Anlage eines Spielplatzes in der rue Victor Hugo und Ausbau der Start- und Landebahn auf dem Flugplatz von Soulac.
Der Gemeindverband (CdC), dessen Zweck und Bestimmung es sei, Vorhaben zu finanzieren, die eine einzelne Gemeinde nicht bewältigen könne, habe seit seiner Gründung 50 Millionen Euro investiert, bei einer Gesamtschuldenlast von 10 Millionen Euro. Dabei habe Port Médoc 42% dieser Schulden verursacht, 17% seien auf die Radwege entfallen und 14% habe der Kampf gegen die Erosion der Küste verschlungen. Die Investitionen der letzten Jahre trügen bereits Früchte, denn die Steuereinnahmen seien seit 2002 um 40% gestiegen.
Die nächsten Investitionen des Gemeindeverbandes seien geplant für den Hafen von St. Vivien, die unterirdische Verlegungen der Hochspannungsleitungen im Bereich des Golfplatzes von Grayan, Planungen für die Trasse des Radweges von Grayan nach Saint-Vivien, Beihilfen zur Kinderbetreuung und die Machbarkeitsstudie für einen parc aquatique in Vendays-Montalivet.
(Maguy Caporal: La CdC « pas endettée », in :SUD OUEST, 16. Jan. 2009)
Positive Bilanz
Im dritten Jahr in Folge hat das Département Gironde eine abnehmende Zahl von Straftaten verzeichnen können. Im Jahre 2008 wurden 85.283 Verbrechen registriert, 2007 waren es 88.947, eine Abnahme um 4,7%.
Auch der Anteil aufgeklärter Straftaten hat sich positiv entwickelt. Er liegt für 2008 bei 38,8 %.
Einen deutlichen Schatten auf diese positiven Werte wirft jedoch die Zahl der Verkehrstoten, die im Jahre 2008 auf 100 angestiegen ist (2007 waren es 72). Dabei hat die Zahl der Unfälle insgesamt abgenommen. Zugenommen hat sie hingegen bei Fußgängern und Zweiradfahrern, was erklärt, dass die Zahl der schweren Unfalle angestiegen ist. Hauptunfallursachen sind nach wie vor der Alkohol, überhöhte Geschwindigkeit und Unachtsamkeit.
(Jean-Michel Desplos : Un bilan d'excellence, in : SUD OUEST, 16. Jan. 2009)
Schlechte Aussichten für dritte Innenstadtbrücke
Der zuständige Regierungskommissar hat vor dem Verwaltungsgericht in Bordeaux, das über die Planungen für die neue Brücke über die Garonne befindet, gravierende Vorbehalte vorgebracht, die die Zukunftsaussichten des Bauwerks drastisch verschlechtern. So hat er darauf verwiesen, dass die bisher angesetzten Baukosten wesentliche Posten unberücksichtigt gelassen hätten. Weiter habe man es versäumt, sich bei den Veranstaltern von Kreuzfahrtreisen darüber Gewissheit zu verschaffen, ob und bis wann Bordeaux zu den Zielen gehört, die deren große Schiffe in Zukunft ansteuern. (Die Notwendigkeit einer Klappbrücke in den in Planung begriffenen Ausmaßen war damit begründet worden, dass Kreuzfahrtschiffe weiter bis in den Port de la lune fahren können sollten.)
Die von der CUB (communauté urbaine de Bordeaux), dem Gemeindeverband des Großraums Bordeaux im September 2007 beschlossene Brücke soll(te) als Klappbrücke mit aufgestellt 55 m hohen beweglichen Teilen ausgeführt werden, 2 mal 2 Fahrbahnen erhalten und eine Tageskapazität von 40.000 Autos aufnehmen können, dazu Fußgänger, Radfahrer und Straßenbahn.
Im Hintergrund steht bei alledem immer auch die Drohung der UNESCO, der Stadt Bordeaux den Titel Weltkulturerbe abzuerkennen wenn die Brücke gebaut wird.
Die Entscheidung über die Zukunft der Brückenplanung ist für Experten eigentlich gefallen, wenn auch die formalen Ergebnisse noch ausstehen.
(SUD OUEST, 15. Jan. 2009)
Preisverleihung in Soulac
In Soulac fand dieser Tage die Vergabe der Ehrenpreise des dritten Wettbewerbs für die gelungensten Weihnachtsilluminationen an Privathäusern und für die ansprechendsten Geschäftsdekorationen statt. Der erste Preis für die Geschäfte ging an die Boutique Grain de Sable (rue de la Plage), ein weiterer Preis wurde der Boulangerie Bon für ihre Schaufensterdekorationen während des gesamten Jahres zuerkannt. Bei den Privathäusern wurden drei Preise vergeben (32, rue Victor Hugo, CD 201 L’Amélie und 67, rue Roland Dorgelès)
(M. C. :Façades et jardins ont été récompensés ,in : SUD OUEST., 15. Jan. 2009)
Trennung in Lesparre
Die bislang unter einem Dach geführten Einrichtungen des Office du tourisme und des Tour de l’Honneur gehen von nun an getrennte Wege. Hintergrund sind nicht etwa Vereinsquerelen, sondern eine administrative Gegebenheit, die diesen Schritt erfordert. Das Office du tourisme ist eine Einrichtung die vom Gemeindeverband Cœur du Médoc getragen wird, während der Tour de l`Honneur der Gemeinde Lesparre gehört.
Dass diese auf der diesjährigen Generalversammlung der beiden bislang zusammengehörenden Einrichtungen getroffene Regelung einvernehmlich und aus Gründen der Notwendigkeit zustande kam, ergibt sich auch aus der Tatsache, dass in den Verwaltungsräten (conseils d’administration) der beiden Vereine dieselben fünfzehn Personen sitzen. Einziger Unterschied ist, dass im conseil d’administration des Office du tourisme zwei zusätzliche Mitglieder sitzen, die den Gemeindeverband Cœur du Médoc vertreten.
Die Zahl der Besucher des Tour de l’Honneur hat mit 1.257 im letzten Jahr deutlich zugenommen (+ 50% gegenüber 2007). Das Office du tourisme hatte in 2008 insgesamt rund 1.600 Besucher.
(Georges Rigal : L’Office du tourisme et la Tour de l’Honneur se séparent, in : SUD OUEST, 15. Jan. 2009)
Eiszeit in Soulac
In Soulac war für wenige Tage ein Sport möglich, der sonst in der Region eher nur theoretisch betrieben werden kann. Man konnte drei Tage lang Schlittschuh laufen. Das ging auf einer kleinen natürlichen Eisfläche neben dem Gewerbegebiet, wo das Eis die stattliche Dicke von 5 cm erreicht hatte. Man konnte laufen, sofern man es noch konnte. Die letzte Gelegenheit dazu hatte es in Soulac im Januar 1995 gegeben. Und jetzt ist die erste Chance im Jahre 2009 auch schon vorbei.
(SUD OUEST, 14. Jan. 2009)
Bald Entscheidung
Hochspannung in Bordeaux, zunächst bei rund dreißig Architekten und Beamten der Stadtverwaltung, die ein brisantes Dossier zu bearbeiten haben. Darin geht es um die Planungen für die Klappbrücke Bacalan-Bastide, die nach dem Willen der Stadtväter in näherer Zukunft eine zusätzliche Klammer zwischen den beiden Ufern der Garonne in Bordeaux herstellen soll.
Die Planungen sind deswegen so brisant, weil im Hintergrund die Drohung der UNESCO steht, der Stadt den Titel des Weltkulturerbes zu entziehen, falls die fragliche Baumaßnahme durchgeführt wird.
Vom 20. Januar an werden für drei Tage Experten der UNESCO in Bordeaux sein, um sich über die Planung für die neue Brücke und die damit verbundenen Konsequenzen zu informieren.
Ein paar Tage vor der Ankunft der UNESCO-Beamten wird das Verwaltungsgericht in Bordeaux entscheiden, ob bei der Planung der neuen Brücke alles juristisch korrekt zugegangen ist.
Die bequemere Situation haben bei dieser Problematik sicher die unbeteiligten Zuschauer, die nicht in der Verantwortung für die Entscheidung stehen, dennoch aber die Konsequenzen der alles entscheidenden Kommission zu tragen haben.
(Dominique de Laage : Pont levant : une semaine décisive., in : SUD OUEST, 12. Jan. 2008
Das Pfund – nur noch ein Pfündchen?
Die gegenwärtige Ab- bzw. Entwertung des britischen Pfundes im Vergleich zum Euro macht es vielen Briten, insbesondere den Rentnern, die sich in den letzten Jahrzehnten fest im Südwesten Frankreichs angesiedelt haben schwer, ihren Lebensabend wie geplant zu genießen. Inzwischen leben rund 150.000 Menschen mit britischer Staatsangehörigkeit im Südwesten Frankreichs. In manchen Gemeinden stellen sie 10% der Wohnbevölkerung.
War das britische Pfund noch vor 18 Monaten 1,50 Euro wert und vor einem Jahr noch 1,30, so ist es nun bei 1,05 Euro angekommen. Für diejenigen, die noch vor Monaten einen komfortablen Wechselkurs für ihre aus der britischen Heimat kommenden Renten und Pensionen bekamen, ist das eine herbe Umstellung mit mancherlei Konsequenzen.
Von einem Exodus der Ruheständler zurück nach Großbritannien ist derzeit nichts zu spüren. Die zahlreichen jungen Briten, die im Südwesten Frankreichs leben und arbeiten, werden von der Wechselkurs-Problematik kaum berührt, da sie in Euro bezahlt werden.
Bei den Touristenzahlen für die kommende Saison muss aber wohl mit kräftigen Rückgängen gerechnet werden, denn der Euroraum verteuert sich für alle Briten drastisch, vorausgesetzt die derzeitige Wechselkurssituation bleibt bestehen, gerechnet werden. Die Verlierer der gesamtwirtschaftlichen europäischen Krise werden sowohl die Urlauber, die ihre Zeit aus finanziellen Gründen nicht mehr in der von ihnen bevorzugten Gegend verbringen können und die in der Tourismusbranche Tätigen, Angestellte und Hotel- oder Ferienhausvermieter sein.
(Jean-Denis Renard/ Janice Moody: Les Anglais du Sud-Ouest étranglés par l’euro, in SUD OUEST, 11. Jan.2009)
Magnet Gironde
Nach den jüngsten Zahlen der Statistiker hat die Bevölkerung des Départements Gironde in den letzten zehn Jahren um 106.279 neue Bewohner zugenommen. Vor zehn Jahren zählte man im gesamten Département 1.315.300 Einwohner. Heute machen die 1.421.279 Girondins die Hälfte der Einwohner der Région Aquitaine aus.
Die Bevölkerungsentwicklung ist dabei recht stetig gewesen: Im Jahr 1801 zählte man 502.723 Einwohner, 1968 waren es 1.009.000.
Nur zwei cantons haben geringfügige Abnahmen zu melden: Lormont und Captieux.
714.737 Einwohner sind registriert in der Communauté urbaine de Bordeaux, dem aus 27 Mitgliedern bestehenden Gemeindeverband Bordeaux.
Die eigentliche Stadt Bordeaux hat dabei von 218.948 Einwohner im Jahre 1999 um 7% zugelegt auf 235.878.
Die stärksten Zuwachsraten gab es in Gemeinden unter 10.000 Einwohner,n die am Ozean liegen: 1.713 Einwohner mehr in Biganos (+24,6%), 1.057 in Andernos-les-bains (+11,9%), 1.620 in Audenge (+40,76%), 931 in Le Porge (45%).
Zugenommen hat auch die Bevölkerung des Médoc, jedoch weniger stark als die der genannten Küstenorte. Grund dafür mag vielleicht das Fehlen einer leistungsfähigen Straßenanbindung sein.
(Jean-Paul Vigneaud: 106 279 nouveaux Girondins en dix ans, in : SUD OUEST, 10. Jan. 2009)
Zufriedenheit in Mérignac
Die Betreiber des Flugplatzes Bordeaux-Mérignac können auf ein zufriedenstellendes Geschäftsjahr 2008 zurückblicken. Mit 3,5 Millionen Passagieren wurde das Vorjahresergebnis um 2,8% übertroffen. Das ist zurückzuführen auf das Hinzukommen neuer Fluggesellschaften, wie etwa Baboo und neuer Ziele (Genf, Rom). Der Anteil der Fluggäste, die mit Billiganbietern reisten, hat um 14,2% zugelegt (30% mehr als 2007).
Überdurchschnittlichen Zuwachs gab es bei der Verbindung nach Lyon, die 387.000 Fluggäste genutzt haben (gegenüber dem Vorjahr: +120.000), die damit die am stärksten frequentierte innerfranzösische Querverbindung ist.
Ebenfalls stark zugenommen hat die Verbindung nach Genf (insgesamt 100.000 Fluggäste, Zunahme 52%).
(Aéroport : une bonne année grâce à Lyon, in : SUD OUEST, 09. Jan. 2009)
Holz auf dem Vormarsch
Zumindest da, wo es um das Heizen geht. Die Nachfrage nach Brennholz hat im Südwesten Frankreichs auch in diesem Winter weiter zugenommen, was bei den Energiepreisen kaum verwundern kann. Verständlich, dass die Holzhändler dies mit großer Zufriedenheit sehen, wenn sie auch mitten in der gegenwärtigen Kälteperiode nicht das ausliefern können, was Kunden verlangen.
Die Lieferprobleme hängen auch damit zusammen, dass in den letzten Jahrzehnten der Brennholzhandel fast ganz zum Erliegen gekommen war. Von rund 80 Händlern in Bordeaux aus den sechziger Jahren ist ein einziger übriggeblieben. Der hat wie seine Kollegen im Département gut zu tun, weil etwa die Hälfte der Einfamilienhäuser in der Region ganz oder teilweise mit Holz beheizt werden (können). Bei vielen Bewohnern ist das Holz eher ein Zeichen gehobener Wohnkultur als Notwendigkeit zum Sparen.
Die gesteigerte Nachfrage nach Brennholz hat vor etwa zehn Jahren eingesetzt und vor etwa fünf Jahren mit dem beschleunigten Anstieg der Heizölpreise noch deutlich zugenommen.
Das Heizen mit Holz ist wirtschaftlich, zumindest in einer waldreichen Gegend wie dem Département Gironde, erfordert jedoch mehr Arbeitsaufwand als der Einsatz von Öl oder Strom. Der Holzpreis liegt bei etwa 65 Euro pro Raummeter (stère), wobei es für qualitativ weniger empfehlenswertes Holz wie das der Kiefer deutliche Abschläge gibt. Kiefernholz wird von privaten Anbietern zu Preisen ab 15 Euro pro stère angeboten. Das Preisgefüge für Laubholz im Fachhandel liegt deutlich darüber. Noch teuerer wird es, wenn das Holz in kleinen Beuteln sauber abgepackt wird. Dann sind bis zu 120 Euro pro stère fällig. Zusatzkosten können noch entstehen bei der Anlieferung von kleinen Mengen. Ab drei Raummetern wird in der Regel angeliefert, wobei Transportkosten um 5 Euro /stère anfallen können. Es lohnt sich jedenfalls, Preise zu vergleichen.
(Denis Lherm: De quel bois ils se chauffent Économique mais pas très pratique, in : SUD-OUEST, 09. Jan. 2009)
Wenn Sie an zusätzlichen Informationen über die Klassifizierung von Brennholz etc. interessiert sind, dann klicken Sie hier
Musée d’Aquitaine: Bald neue Dauerausstellung
Die Sklaverei der Neuzeit gehört zweifellos zu den dunkelsten Kapiteln der Geschichte, an denen Europäer beteiligt waren. Obwohl es keine exakten Zählungen gibt, muß angenommen werden, dass zwischen 15 und 30 Millionen Afrikaner als Sklaven in die Neue Welt verschleppt worden sind. Nicht unerklärlich, dass das gern im Dunkeln gelassen wird.
Im Musée d’Aquitaine in Bordeaux soll dies bald anders werden, denn dort wird an einer großen Dauerausstellung gearbeitet, die die Rolle darstellen soll, die der Südwesten Frankreichs in diesem Zusammenhang gespielt hat. Wurde bislang nur mit einigen wenigen Exponaten auf den transatlantischen Dreieckshandel verwiesen, soll demnächst in vier Sälen auf stattlichen 750 m² diese Thematik aufgezeigt werden. Dabei wir unter anderem zu Tage treten, dass der heute noch in der Architektur sichtbare Wohlstand und Reichtum der Stadt zu einem nicht unerheblichen Teil seine Grundlage im Sklavenhandel hatte.
Man darf gespannt sein auf die für den 10. Mai geplante Eröffnung der Ausstellung.
(Caroline Huet : L'esclavage n'est plus le chaînon manquant, in : SUD OUEST, 9. Jan. 2009)
(Der Dreieckshandel funktionierte so : Überwiegend billige Waren, Glasperlen, Waffen, Alkohol aus Europa nach Afrika ; dort Eintausch gegen Sklaven, die von einheimischen afrikanischen Händlern angeboten wurden; Transport der Sklaven nach Amerika unter unvorstellbaren Bedingungen, bei denen ca. ein Drittel der Afrikaner umkamen; in Amerika Verkauf der Sklaven; aus dem Erlös Kauf von Zucker, Tabak und anderen in Europa begehrten Produkten, Rückfahrt nach Europa, Verkauf der angelandeten Waren. Dabei wurden oft Renditen über 20% erzielt; im innereuropäischen Wirtschaftsleben waren 4- 5 % die Regel.
UM)
Naturschutzgebiet vor den Toren von Bordeaux
In Bruges, am nördlichen Stadtrand von Bordeaux, hat ein Stück Natur überlebt, das manche Überraschung bereithält. Auf 270 ha, Überrest des einst zehnmal größeren Marais de Bordeaux, leben 2500 Arten, Pflanzen und Tiere. Registriert wurden 217 Arten Vögel, 36 Arten Säugetiere, 711 Arten Käfer, 378 Arten Schmetterlinge, 11 Arten Reptilien. Besonders die Vögel werden wöchentlich gezählt, weil es unter ihnen manche gibt, die das Naturschutzgebiet nur als Durchreisestation nutzen. Derzeit gibt es einige Hundert Brachvögel, Schnatterenten, Löffelenten, Kiebitze und Bekassinen. Demgegenüber sind die Weisstörche in diesem Jahr nur mit einem knappen Dutzend Exemplaren vertreten.
Das Naturschutzgebiet von Bruges kann besucht werden, an allen Tagen außer Donnerstag und Freitag. Einmal im Monat gibt es eine sachkundige Führung, die Einblicke verspricht, die ein uneingeweihter und auf sich allein gestellter Besucher kaum gewinnen kann.
Auskünfte und Anmeldungen für Führungen: mbruges@wanadoo.fr und 05 56 57 09 89
(Hervé Pons :La nature ne dort pas, in : SUD OUEST, 7. Jan. 2009)
Sandbank auf Abwegen
Die Einfahrt in das Becken von Arcachon ist in fortlaufendem Wandel begriffen. Derzeit erreichen die durch Strömungen und Wind bedingten Verlagerungen der Sandbänke, die diese Veränderungen bedingen, eine auffällige Phase. Dabei wechseln die Nord- und die Südeinfahrt einander ab. Mal ist die eine passierbar, mal die andere. Zur Zeit ist nur die nördliche passierbar, die südliche ist nicht einmal mehr durch Bojen markiert, daher eigentlich gesperrt. Die aktuelle Nordpasssage wandert ebenfalls langsam südwärts und wird in absehbarer Zeit Südpassage und so weiter und so fort. Im letzten Jahr hat sich die Verlagerung der Sandbank, die die beiden Einfahrtkanäle trennt, beschleunigt, weil die Südspitze der Bank von Arguin sich in Richtung Petit-Nice verlagert hat. Dabei hat die Breite der Durchfahrt durch den südlichen Zugang von 520 auf 480 m abgenommen, wodurch die sowieso schon schwierigen Bedingungen noch verschlechtert wurden.
(Chantal Roman : Il file vers le sud , in: SUD OUEST, 6. Jan. 2009)
20.000 in Le Gurp
Am 10. und 11. Januar 2009 wird Le Gurp Schauplatz eines Großereignisses sein, wenn 292 Fahrer am Sonntag bei dem zur nationalen Meisterschaft in Frankreich zählenden Motocrossrennen an den Start gehen. Das Teilnehmerfeld hat sich gegenüber der letzten Auflage des Wettbewerbs, bei dem 238 Namen in den Listen verzeichnet waren, deutlich vergrößert. Der Startschuss für das Rennen soll um 11.00 zu hören sein. Ausrichter ist der Moto-Club von Grayan-et-L’Hôpital.
Am Vortag, Samstag also, wird um ebenfalls 11.00 Uhr ein Mountainbikerennen gestartet, das in zwei Gruppen über 30 bzw. 50 km führen wird.
(J. L. : La course des sables attend 20 000 in: SUD OUEST, 6. Jan. 2009
Die Graffiti-Jäger von Bordeaux
Jeden Morgen nehmen acht Angestellte der Stadt Bordeaux den Kampf gegen die kaum einzudämmende Flut der Graffitis auf, die nächtens Mauern, Wände und wo sonst sie noch aufgesprüht werden, verunziert haben. Wenn sie, was häufig genug geschieht, ein Graffiti entdecken, unternehmen sie alles, was in ihrer Macht steht, um den Schaden schnell und unbürokratisch zu beheben, wobei es keine Rolle spielt, ob das zu beseitigende Malheur auf einem städtischen oder privaten Untergrund angetroffen wird. Für ihre Arbeit steht den Graffitikillern eine umfangreiche Palette von Mitteln zur Verfügung, mit der sie es fertigbringen, nahezu jeden Schaden, gleich auf welchem Untergrund, zu beseitigen. Den Sprühteufeln ist dies ein Ärgernis, dem sie mit immer neuen Materialien zu begegnen suchen. Bis jetzt haben die Reinigungskräfte aber noch auf jede neue Materialvariante eine Antwort gefunden.
(Linda Douifi: La chasse aux tags est ouverte toute l'année, in: SUD OUEST, 5. Jan. 2008)
Wettkampf der Meister der Rebschere
Nach dem Auftakt im château Lamothe-Bergeron in Cussac-Fort-Médoc im Dezember messen sich am Samstag, 9. Januar 2009, ab 9.00 Uhr die Meister der Rebscheren im château de Pez in Saint-Estèphe. Diese Veranstaltung ist die zweite in einer Reihe von Wettbewerben, bei denen der beste Weinstockbeschneider des Médoc ermittelt werden soll. Die Wettstreiter müssen dabei unter den Augen einer fachkundigen Jury innerhalb von einer halben Stunde zwanzig Weinstöcke fachgerecht beschneiden und sich anschließend einer Überprüfung ihrer theoretischen Kenntnisse stellen. Die Ergebnisse werden nach einem gemeinsamen Mittagsmahl bekanntgegeben. Dank der Großzügigkeit der Sponsoren wird jeder Teilnehmer einen Preis erhalten. Das Finale des Wettbewerbs wird stattfinden am 7. Februar 2009 auf dem château Lafite-Rothschild in Pauillac. Der dort proklamierte Sieger wird die goldene Rebschere erhalten.
(Marie-Françoise Jay :Les as du sécateur au château de Pez, in : SUD OUEST, 5. Jan. 2009)
Demonstrationen in Bordeaux
Zwischen 1.500 und 2.000 Personen haben gestern in den Straßen von Bordeaux gegen die militärischen Aktionen Israels im Gazastreifen demonstriert. Sie führten Spruch-bänder und Fahnen, meist palästinensische aber auch türkische und libanesische, mit sich. Sprechchöre ließen sich hören wie „Mörder Israel, Sarkozy Komplize“, „Palästina wird siegen“, „Wir sind alle Palästinenser“.
Ziel des Demonstrationszuges war der Sitz des Bürgersmeisters, um zu zeigen, dass man gegen die Partnerschaft zwischen Bordeaux und der israelischen Stadt Ashod ist.
Auf dem Zug durch die Innenstadt wurde der Verkehr der Tram für eine halbe Stunde blockiert.
Von Gewaltakten palästinensischer Aktivisten war zumindest für die Dauer des Demonstrationszuges nichts zu hören .
(Les jeunes dans la rue en solidarité avec la Palestine , in: SUD OUEST, 4. Jan. 2009)
Médoc: Rück- und Ausblick
Der Rückblick auf das Jahr 2008 fällt für das Médoc schlecht aus, wenn man die Arbeitsmarktzahlen betrachtet. Das Médoc hat die höchste Arbeitslosenquote des Südwestens Frankreichs. Im 4. Quartal 2007 wurde eine Zahl von 9,3% Arbeitslosen bezogen auf die Gesamtzahl der Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter errechnet, und seither hat sich dieser Wert nicht verändert. Angesichts der gesamtwirtschaftlichen Perspektiven ist auch für 2009 nicht mit einer Umkehr des Trends zu rechnen.
Die Erklärung für die mangelnde Attraktivität des Médoc als Wirtschaftsstandort ist leicht zu erklären: Es fehlt vor allem an leistungsfähigen Verkehrswegen, ohne dass absehbar wäre, dass hier entscheidend nachgebessert würde.
Positive Impulse könnten ausgehen von dem geplanten Parc naturel régional, wenn die dafür zuständigen Gremien einen gangbaren Ausgleich zwischen den Interessen des Naturschutzes und den Erfordernissen der wirtschaftlichen Entwicklung finden.
(Julien Lestage : Bilan 2008 et perspectives 2009 , in: SUD OUEST, 3. Jan. 2009)
Großbaustellen im Südwesten
Das aufwändigste Bauvorhaben, das dem Südwesten Frankreichs Anschub geben soll, ist die geplante Hochgeschwindigkeitsstrecke von Tours zunächst nach Bordeaux und von dort aus nach Toulouse und Spanien. Insgesamt werden damit rund 750 der etwa 850 km bis 2020 vorgesehenen Neubaustrecken der französischen Staatsbahn SNCF gebaut werden, wenn die Finanzierung zustandekommt. Bislang ist die 2006 kalkulierte Summe von 12,5 Milliarden Euro noch nicht beisammen, wenn auch Bemühungen laufen, das benötigte Kapital zusammenzubringen.
Am Geld liegt es auch, dass das Projekt Mégajoule in Le Bran (zwischen Arcachon und Bordeaux gelegen) hinter dem ursprünglichen Zeitplan zurück ist. Der 1994 beschlossene Bau der weltweit leistungsfähigsten Einrichtung im Bereich der Erforschung der Kernfusion sollte eigentlich bereits im Betrieb sein oder doch kurz vor der Fertigstellung stehen. Tatsächlich wird es vor 2012 nicht möglich sein, den Bau, der dann mehr als 2 Milliarden Euro gekostet haben wird, seiner Bestimmung zu übergeben. lmmerhin ist das Gebäude, das die Anlage beherbergen wird, im Rohbau fertig°: 300 m lang, 50 m hoch.
Das Projekt des Gastankerhafens in Le Verdon ist vorläufig gestoppt worden, weil der Präfekt der Gironde den Bauantrag in der vorliegenden Gestalt als nicht genehmigungsfähig zurückgewiesen hat. Bemängelt wird, dass wichtige Teile der Planung nicht oder nicht hinreichend ausgearbeitet sind. Der hinter dem Projekt stehende niederländische Konzern 4Gas hat allerdings angekündigt, man lasse sich von dem Vorhaben nicht abbringen und werde das Geforderte nachreichen. Das auf 750 bis 900 Millionen Euro geschätzte Projekt ist damit nicht endgültig aus der Welt. Sicher ist jedoch, dass im gerade begonnen Jahr keine Baumaschinen auffahren werden.
(Jean Pierre Deroudille°: Grands chantiers à petite vitesse, in°: SUD OUEST, 3. Jan. 2008)
Die Franzosen und der Euro
Seit zehn Jahren ist er die maßgebliche Währung der Euro-Zone, und seit sieben Jahren haben ihn die Franzosen in den Portemonnaies, dennoch ist der Euro mancherorts immer noch nicht ganz angekommen. Immer noch rechnen vorwiegend ältere Franzosen Euro-Beträge für sich um, wobei nicht selten die Meinung besteht, mit dem Euro sei alles oder doch vieles teurer geworden.
Nicht selten amüsiert man sich darüber, dass man früher bei älteren Leuten das Festhalten am ancien franc belächelt habe, während man nun selbst eine Art ähnlichen Konservatismus an den Tag lege (Der ancien franc wurde 1960 bald nach dem Amtsantritt des Generals de Gaulle durch den nouveau franc abgelöst, wobei man einfach zwei Nullen abschnitt. Aus 100 alten wurde so ein Neuer Franc).
Genauso wenig wie der nouveau franc in seiner Existenz vom ancien franc bedroht war, ist heute der Euro gefährdet. Kein ernsthaft denkender Franzose verschwendet Energie auf Überlegungen, wie man den Euro wieder loswerden könnte.
Und bei den Jüngeren gibt es schon keine Erinnerung mehr an den Franc vergangener Tage. Da kann man die manchmal putzigen Umrechnungsoperationen der Älteren schon durchgehen lassen.
(Pierre Tillinac : Le passage à l'euro : une histoire qui dure ,in: SUD OUEST, 1. Jan. 2009)
Woher kommen die Euro-Münzen in Frankreich ?
Kurz und einfach aus Pessac, nahe bei Bordeaux. So wird auch auf diesem Gebiet sichtbar, dass Frankreich ohne das Département Gironde nicht auskommt.
Das Recht zur Prägung von Münzen liegt wie in jedem ordentlich organisierten Staat auch in Frankreich bei der Nationalen Münze. Die residiert, wie fast alles, was bedeutend ist, in Paris. In Pessac befindet sich aber ein wichtiger Standort dieser Einrichtung, an dem alle Münzen geschlagen werden. Die Fertigungskapazität liegt dort bei etwa einer Milliarde Münzen pro Jahr.
Die in Pessac verarbeiteten Rohlinge werden nicht vor Ort hergestellt, sie kommen zu 20% von der Münze in Paris. Den Rest steuern europäische Lieferanten bei.
Nach einer thermischen Vorbehandlung werden die Rohlinge in Prägemaschinen bei Drücken von 20 und mehr Tonnen in die Form gebracht, die der Verbraucher nachher in Händen hält.
Derzeit werden keine 1- und 2-Euro-Münzen hergestellt, weil man in der Vorbe-reitungszeit vor der Einführung der Euro-Münzen den Bedarf zu hoch angeschlagen hatte. Daher kommen diese beiden Stückelungen immer noch aus den bereits hergestellten Vorräten.
Dies trägt mit dazu bei, dass die Münze von Paris, die trotz ihres ungefährdeten Privilegs zur Herstellung von Geld rote Zahlen schreibt, an allen Ecken rationalisieren und sparen muss, was sich auch in Pessac auswirkt. Auch aus diesem Grund ist man, durchweg erfolgreich, bemüht, Aufträge aus dem Ausland herbeizuholen, um die vorhandenen Kapazitäten auszulasten.
(SUD OUEST, 1. Januar 2009
Was tun mit dem Inhalt einer angefangenen Weinflasche?
Zweifellos fühlt sich der Wein bei seinesgleichen am wohlsten, aber bevor man überstürzt eine Weinflasche leert nur weil kein Rest stehen bleiben soll, sollte man einige Regeln, die der Gesundheit gut tun, nicht vergessen. Für Männer gilt: höchstens drei Gläser Wein pro Tag, für Frauen sind es nur zwei, die wahrscheinlich keinen Schaden anrichten. Immer mal wieder sollte ein alkoholfreier Tag eingelegt werden. Man sollte auch einer Weinflasche ruhig eine zweite Chance geben; bis drei Tage nach der Öffnung hält sich der Inhalt eigentlich immer. Danach kann man daran denken, dass der Wein in der Küche schon so manchem Mahl einen weiteren Stern gegeben hat. Und wenn gar nichts mehr hilft: Ein delikater hausgemachter Essig hat auch seine Vorzüge.
Wer diese Probleme von vornherein vermeiden will, kann seinen Wein in einem vakuumverschlossenen cubitainer kaufen, der mehrere Vorteile hat: Durch einen kleinen Drehknopf kann der Wein Glas für Glas abgezapft werden, und er kann wochenlang im angebrochenen cubitainer aufbewahrt werden. Es bleiben keine unliebsamen Reste in Flaschen stehen, und auch die Entsorgung der Packungen ist problemlos.
(César Compadre Lendemains de fêtes, in : in SUDOUEST 1. Januar 2009)
Altkleidersammlung im Médoc
Smicotom ist eine allseits bekannte Organisation im Médoc, ohne die der Müll nicht dorthin käme, wo er hingehört. Jetzt bietet diese Gesellschaft in Zusammenarbeit mit Relais Gironde in vielen Orten im Médoc, z.B. Soulac (rue Jean Goudineau), Pauillac, Saint-Laurent-du-Médoc, Vendays-Montalivet (Parkplatz der Festhalle), Hourtin und Lacanau die Möglichkeit, in eigens dafür aufgestellten Containern gebrauchte Kleidung, Schuhe und Wäsche zu deponieren. Die werden nach der Sortierung für die Weiterverwendung aufbereitet und verschiedenen Zielen zugeführt, z.B. Trödler-märkten oder -läden in Frankreich oder Kleiderverteilungsstellen in Afrika. Aus nicht mehr als Kleidung nutzbaren Textilien werden Dämmstoffe für den Bausektor hergestellt.
(Julien Lestage : Des collecteurs pour textiles usagers, in : SUDOUEST, 1. Januar 2009)
