November 2008 

 

Wine Spectator 2008

Die amerikanische Wochenzeitung Wine Spectator, Auflage rund 400.000 Exemplare, ist wohl das weltweit einflussreichste Publikationsorgan in Sachen Wein. Auf jeden Fall ist es tonangebend im angelsächsischen Raum und bestimmt dort zu nicht unerheblichen Teilen die Verkaufsergebnisse vieler Weine.

Traditionsgemäß im November wird die Liste der weltweit besten 100 Weine vorgestellt. Der erste Platz geht in diesem Jahr an einen Wein aus Chile:

Platz 1 Casa Lapostolle Clos Apalta Colchagua Valley 2005 (Preis $75)

Wie der SUD OUEST weiß, ist der Besitzer ein französisches Unternehmen, die Gruppe Grand Marnier.

Der zweite Platz geht an einen Médoc-Wein:

Platz 2 Château Rauzan-Ségla Margaux 2005 (Preis $100)

Unter den ersten zwanzig Weinen finden sich drei weitere Gewächse aus dem Médoc.

Platz 7  Château Pontet-Canet Pauillac 2005 (Preis $100)

Platz 11  Château Clerc Milon Pauillac 2005 (Preis $57)

Platz 18 Château Malescot-St.-Exupéry Margaux 2005 (Preis $100)

 Näheres:

http://static.winespectator.com/Wine/Images/Graphics/Redesign/images/top100-2008-atGlance.pdf

(In der Liste der 100 besten Weine werden auch deutsche Produkte aufgeführt, allerdings nicht auf den vorderen Plätzen. UM)

 

 

 

Wenig Interesse an Wasser

Der in der letzten Woche unternommene Versuch, die Einwohner von Pauillac für die Problematik des Trinkwassers zu interessieren, ist nur von sehr geringem Erfolg begleitet gewesen. Der auf dem Markt aufgestellte Wagen, an dem Wasserproben zum Vergleich zwischen Quell-, Leitungs- und Mineralwasser angeboten wurden, wurde kaum frequentiert. Die Möglichkeit zur Besichtigung der Kläranlage hat nur ein Vater mit Kind genutzt. Lediglich in den Schulen, wo die Lehrerinnen und Lehrer Unterrichtseinheiten zum Thema Wasser angeboten haben, war die Resonanz sichtbarer.

Dabei gibt es Interessantes zu erfahren. Pauillac wird aus vier Brunnen jeweils mit zugeordnetem Wasserturm versorgt. Das Wasser wird aus Tiefen zwischen 200 und 300 m gefördert und muss vor der Einspeisung in das Trinkwassernetz behandelt werden, u. a. um den Eisengehalt zu reduzieren und das Wasser leicht zu chloren.

Das verbrauchte Wasser wird in einer Kläranlage behandelt, die für 20.000 Einwohner ausreichen würde, während im Siedlungsbereich von Pauillac nur 6.000 Bewohner ständig leben.

Die Kläranlage nimmt im Jahrsdurchschnitt täglich 25 m³ Abwasser auf. Während der Weinlese steigt die Menge auf rund 300 m³ pro Tag an.

(René Piquemal: La semaine de l'eau n'a eu qu'un écho limité, in: SUD OUEST, 29. Nov. 2008)

 

 

Soulac-Gazette

Wie in den letzten Jahren sind die Vorbereitungen für das nächste Soulac 1900 bereits kräftig angelaufen. Motto im nächsten Jahr wird sein: Die großen Erfindungen.

Neu wird dabei unter anderem sein, dass es eine eigens darauf ausgerichtete Zeitung geben wird. Dieses Blatt orientiert sich an dem in der angeblich „guten alten Zeit“ in den Sommermonaten in Soulac erhältlichen Soulac Plage.

Die neue Zeitung wird Soulac Journal heißen und in allen Buch- und Zeitschriftenhandlungen kostenlos ausliegen. Die erste Nummer wird für Dezember 2008 erwartet.

(M.C.: Nouvelle Gazette, in SUD OUEST, 28. Nov. 2008)

 

 

Modephänomen oder Krisensymptom?

Die noch rund zwanzig Schuhmacher in Bordeaux wundern sich. Sie haben Anstürme von Kunden zu bewältigen wie vor langen Zeiten. Die Kunden gehören allen gesellschaftlichen Schichten an, und das Schuhwerk, das sie reparieren lassen reicht vom teuersten Nobelprodukt bis zu billigster China-Ware.  Fast alle Kunden hoffen, ihr Schuhwerk schnell wieder an die Füße zu bekommen, doch hier sind Enttäuschungen die Regel. Unter dei Wochen geht es kaum, und das selbst in den Werkstätten, die die Arbeitszeiten flexibel verlängern.

Die Schuhmacher und alle, die die unerwartete Auftragsschwemme in diesem Gewerbe beobachten rätseln noch, ob sich hier eine neue Mode breit macht, die, die eigentlich nostalgisch rückwartsgewandte alte  wäre, oder ob dies ein Zeichen dafür ist, dass die Kunden krisenbewusst zu sparen beginnen, wo sie es lange nicht getan haben.

(Isabelle Castera:Une crise d'arrache-pied , in: SUD OUEST, 27. Nov. 2008)

 

 

Entscheidung für Martine Aubry

Der Abstimmungskrimi um die Führungsposition der Sozialistischen Partei  (PS) ist entschieden. Nach erneuter Auszählung hat die Wahlprüfungskommission festgestellt, dass für Martine Aubry 67.451 Stimmen abgegeben wurden und für Ségolène Royal  67.349. Vorsprung für Aubry nunmehr 102 Stimmen.

Aus dem Lager der unterlegenen Bewerberin kamen bislang noch keine Signale, die darauf schließen lassen, dass sie die Wahlentscheidung akzeptiert und dass die Partei bald in ein ruhiges Fahrwasser gelangen wird.

(Bruno Dive: Martine Aubry est face à un sacré défi, in : SUD OUEST, 26. Nov. 2008)

 

Interview mit dem Bürgermeister von Vendays-Montalivet

Der Bürgermeister von Vendays-Montalivet, Michel Bibey, sieht sich noch nicht in der Lage, eine abschließende Bewertung der zurückliegenden Urlaubssaison vorzunehmen. Dem Augenschein nach könnte es eine Zunahme der Sommergäste gegeben haben, die Zahlen beim Wasserverbrauch deuteten aber in die gegenteilige Richtung. Man müsse die Gewerbetreibenden nach ihren Ergebnissen fragen, um hier eine sichere Basis für ein Urteil zu erhalten.

Eindeutig zugelegt habe der Aldi-Markt, der seinen Umsatz gegenüber dem Vorjahr verdoppelt habe.

Zufrieden könne man auch sein mit den Aktivitäten der örtlichen Sportvereine, die zu einer Verjüngung des Bildes der Gemeinde beigetragen hätten.

Eindeutiges Zentrum der sommerlichen Aktivitäten in Vendays-Montalivet sei der Markt, der täglich 5.000 bis 10.000 Besucher anziehe.

Gut angenommen worden seien auch die festlichen Abendveranstaltungen, die 2009 fortgesetzt werden sollen.

(Interview Lyne Llobell: Un air de jeunesse, in : SUD OUEST, 26. Nov. 2008)

 

Geschenktipp

Der Photograph Michel Berger stellt einen reichhaltigen Bildband vor, in dem er mit 535 Fotos, allesamt Luftaufnahmen, einen umfassenden Überblick über das Médoc gibt. Der Bildband zeigt nahezu alle Gemeinden, 170 Châteaux, Strände  und so ziemlich alles, was attraktiv ist. Begleitet werden die Bilder von kurzen Texten (franz./engl.) der Kunsthistorikerin Sophie Boisseau.

Ein besonderer Reiz des Werkes ist der Umstand, dass zahlreiche Anwesen vorgestellt werden, die der Öffentlichkeit ansonsten nicht erreichbar sind.

(Julien Lestages : Tout le Médoc vu du ciel par le photographe Michel Berger, in : SUD OUEST, 25. Nov. 2008)

 

Michel Berger (Fotos) / Sophie Boisseau (Texte engl./franz.): Plein ciel sur le Médoc, ISBN 2912850193, 49,00€, (bei Versandbuchhandlungen z. T. etwas darunter)

(535 Fotos)

 

 

Neue Vorschriften für Flohmärkte

Seit 2005 gibt es in Frankreich ein wenig bekanntes Gesetz (loi Dutreil) das Regeln aufstellt für die Durchführung von Flohmärkten (vide-greniers, brocante), doch erst jetzt wurde ein Dekret erlassen, das festlegt, wie das Gesetz angewendet werden soll und muss.
Danach dürfen Flohmärkte höchstens zwei Monate pro Jahr andauern. Sie müssen bei dem zuständigen Bürgermeisteramt angemeldet werden. Als Verkäufer auf einem Flohmarkt können sich Privatpersonen betätigen, die nicht in das Handelsregister eingetragen sind, sofern sie nur gebrauchte Dinge verkaufen, die aus ihrem persönlichen Besitz stammen und sofern sie nur zweimal jährlich als Verkäufer auf einem Flohmarkt auftreten und ihren Haupt- oder einen Zweitwohnsitz in der Gemeinde oder dem arrondissement haben, in dem der Flohmarkt ausgerichtet wird.
Die Reaktionen auf das neue Gesetz sind in der Mehrheit ablehnend, vor allem, weil dadurch Zuverdienstmöglichkeiten für Privatleute und Vereine versperrt werden, die bisher ihr Einkommen auf Flohmärkten aufbessern konnten, ohne dabei vom Finanzamt oder den Behörden kontrolliert zu werden.


(Anne-Rose Bakirdjian : Flou autour de la législation sur les vide-greniers in: SUD OUEST, 24.
Nov. 2008)

 

Disco und Kampfsport – eine gute Kombination?

William Déandris, ein weit über das Médoc hinaus bekannter Sportsmann, der sich besonders in den Sparten Kung fu und Amerikanisches Boxen engagiert und der in diesen Sportarten mehrfacher französischer und europäischer Titelträger war, hat die Leitung des Deep Sea (früher Pénélope) in Montalivet übernommen. Er war bereits, nachdem er seit 1989 eine Diskothek in Soulac betrieben hatte, im Jahr 2005 an der Gründung des Deep Sea in Vensac beteiligt.
Bei allem wirtschaftlichen Erfolg gab es aber auch Klagen der Ortsbewohner wegen der Lärmbelästigung. Aus diesem Grund wurde die Diskothek Deep Sea im Februar 2008 an ihrem alten Standort geschlossen und der Firmenname auf eine Disco im Zentrum von Montalivet übertragen, wobei eines der Hauptanliegen von Déandris und seiner Equipe die Vermeidung von Lärm und anderer Umweltbelästigungen ist. Daneben verfolgt Déandris Pläne für die Einrichtung einer Kampfsportschule in Gaillan.
(Lyne Llobell: Une figure incontournable, in: SUD OUEST, 22. Nov. 2008)

 

PS-Spektakel

PS steht in Frankreich für Parti Socialiste – Sozialistische Partei. Und da gibt es derzeit Hochspannung pur. Die Abstimmung über den Parteivorsitz, in der in einer Stichwahl die gescheiterte Bewerberin um das Amt des Staatspräsidenten, Ségolène Royal, gegen die ehemalige Arbeitsministerin Martine Aubray antrat, hat nach dem ersten offiziell verkündeten Gesamtergebnis bei 134.784 abgegebene Stimmen eine Mehrheit von 42 Stimmen für Martine Aubray ergeben.
Die unterlegene Ségolène Royal erklärte, sie erkenne dieses Ergebnis nicht an, da sein Zustandekommen nur auf Unregelmäßigkeiten bei der Auszählung beruhen könne. Sie fordert eine neue Abstimmung.
Martine Aubray hingegen erklärte, Mehrheit sei Mehrheit, und sie sei die neue Vorsitzende aller Mitglieder der Sozialistischen Partei.
Für die Regierung eine komfortable Situation, wenn die Opposition so mit sich selbst beschäftigt ist.
Inzwischen wird die Situation durch eine AFP-Meldung aufgeladen, nach der ein Teilergebnis von 12 Stimmen in einem Wahlbezirk des Départements Moselle irrtümlich Martine Aubray anstatt Ségolène Royal zugerechnet worden sei.
Wenn sich dieser Fehler bestätigt, schrumpft der Vorsprung für Martine Aubray auf 18 Stimmen. Das dürfte die Bereitschaft im Lager von Ségolène Royal nicht steigen lassen, die, wenn auch knappe, Entscheidung der Parteimitglieder zu akzeptieren.
(AFP / Le Figaro, 22. Nov. 2008)

Im Département Gironde haben sich von den abstimmungsberechtigten PS-Mitgliedern ausgesprochen für:
Royal
:  55,28 %
Aubry : 44,72 %.
(SUD OUEST, 22. Nov. 2008)

 

Ungereimtes aus Arcachon

Die beliebte und angesehene Sendereihe Thalassa des Fernsehsenders France3 hat am 21. November direkt und live aus Arcachon gesendet. Eine für diese Sendung bereits zuvor produzierte neunminütige Dokumentation über die Aktivitäten des Hafens von Arcachon und die daraus resultierenden Belastungen für die Umwelt fehlte jedoch bei der Ausstrahlung. Der abgesetzte Beitrag zeigt, dass bestimmte Anstriche, die auf Schiffskörper aufgebracht werden, um dort das Festsetzen von Algen etc. zu unterdrücken, Belastungen für die Umwelt darstellen, die nicht zu unterschätzen sind.
Gegen die Ausstrahlung des Beitrages waren in erster Linie die Austernzüchter des Bassins von Arcachon, die ihre bisherigen Bemühungen um die Reduzierung von Umweltbelastungen im Bassin nicht hinreichend gewürdigt sahen.
Für France3 mindestens ebenso wichtig war wohl die Tatsache, dass am darauf folgenden Sonntag eine vorgezogene Wahl in Arcachon anstand, die durch die möglicherweise im Anschluss an die Ausstrahlung des zurückgezogenen Fernsehbeitrags entstehende Polemik beeinflusst worden wäre.
Nicht geklärt scheint dabei die Frage, ob die Umwelt, wenn sie denn belastetet wird, sich nach solchen Wahlterminen richtet.


(Jacky Sanudo : Le sujet qui fâche privé d'antenne à Arcachon, in : SUD OUEST, 22.
Nov. 2008)

 

Schwarzer Donnerstag in Bordeaux

Am 21. November fuhr in Bordeaux kein Bus und keine Straßenbahn. Ursache war ein flächendeckender Streik der Bus- und Straßenbahnfahrer, die auf diese Weise aufmerksam machen wollten auf ihre Befürchtungen, dass mit dem Übergang der Betriebsführung der Nahverkehrsbetriebe im Großraum Bordeaux auf den neuen Betreiber Keolis die sozialen Leistungen, die sie erworben haben, reduziert oder gar abgeschafft würden.
(Julien Rousset: Vingt-quatre heures de paralysie, in :SUD OUEST, 21. Nov. 2008)

 

Neues von der schwarzen Petra

Petra, ein schwarzer Schwan aus Münster in Westfalen, der es zu überregionaler Bekanntheit gebracht hat – auch der SUD OUEST berichtete über sein gestörtes, auf ein schwanenförmiges Tretboot gerichtetes Liebesleben – macht wieder Schlagzeilen. Diesmal wegen einiger Eskapaden, die bei einem anonymen Artgenossen wahrscheinlich überhaupt nicht bemerkt worden wären.
Bei der prominenten Petra fiel jedoch auf, das sie seit geraumer Zeit zu mehrtägigen Ausflügen auf die Gewässer der näheren Umgebung neigt. Nicht genug damit, kam sie jetzt von dem letzten dieser  Ausflüge zurück in Begleitung von gleich zwei Schwänen. Und zu allem Überfluss turtelt sie mit denen auch noch in direktem Sichtkontakt zu ihrem Tretboot herum.
Mal sehen, was daraus wird. Wir halten sie auf dem Laufenden.
(Westf. Nachrichten, 21. Nov. 2008)

 

Urteile im CHM-Berufungsverfahren

Falls, was nicht unmöglich scheint, der Hauptangeklagte Didier Vacher nicht noch Berufung einlegt, ist das Verfahren gegen ihn und die zusammen mit ihm Angeklagten nach dem jetzt ergangenen Urteil im Berufungsverfahren abgeschlossen.
Den Angeklagten waren anfänglich erhebliche Verbrechen vorgeworfen worden, von denen schließlich nur die Vorwürfe der Untreue zu Lasten der Socnat, der Betreibergesellschaft des CHM in Montalivet bestehen blieben.
Gleichwohl hat das Berufungsgericht die gegen Vacher verhängte Geldstrafe auf 200.000 Euro (statt zuvor 150.000 Euro) heraufgesetzt. Die gegen ihn im Frühjahr 2007 festgesetzte Gefängnisstrafe (18 Monate, davon 15 Monate auf Bewährung) wurde ebenso wie die Gefängnisstrafen gegen die anderen Verurteilten bestätigt.
Zusätzlich zu der verschärften Geldstrafe wurde Vacher auf Betreiben der Minderheitsaktionäre nun verurteilt, an die Socnat Schadensersatz in Höhe von 400.000 Euro zu zahlen, wobei das Gericht hervorhob, Vacher habe durch seine Manipulationen der Socnat finanziellen Schaden zugefügt.
(Dominique Richard : La Socnat, suite et fin  in: SUD OUEST, 20. Nov. 2008)

 

Weihnachtlicher Wettbewerb in Soulac

Zum dritten Mal in Folge führt die Gemeinde Soulac einen Wettbewerb durch, bei dem weihnachtliche Dekorationen und Beleuchtungen in Gärten prämiert werden. In diesem Jahr wird auch ein Preis vergeben für die ansprechendste weihnachliche Gestaltung von Schaufenstern.
Der Wettbwerb läuft in der Zeit vom 15. bis 31. Dezember.

(SUD OUEST, 20. Nov. 2008)

 

Deutsche Bahn in Bordeaux

Die Deutsche Bahn bemüht das Verwaltungsgericht in Bordeaux, um die Rechtmäßigkeit des Vergabeverfahrens für den Betrieb des Nahverkehrs in Bordeaux prüfen zu lassen. Die Deutsche Bahn kritisiert die mangelnde Transparenz bei der Entscheidung für die französische Gesellschaft Keolis. Dadurch habe es keine Chancengleichheit für außerfranzösische Anbieter gegeben.
Die zuständigen Stellen in Bordeaux sind verwundert angesichts des Zeitpunkts der Intervention der Deutschen Bahn, denn am 28. November sollte in einer Vollversammlung des Rates der CUB der endgültige Zuschlag erfolgen.
Bleibt abzuwarten, wie das Verwaltungsgericht entscheidet.
Unklar ist dabei, ob es für die Benutzer der Nahverkehrsmittel im Großraum Bordeaux ein Gewinn wäre, wenn sie mit den Qualitätsstandards der Deutschen Bahn leben müssten.
(Jean-Bernard Gilles: Friture sur les lignes, in : SUD OUEST, 19. Nov. 2008)

 

 

Schraubverschlüsse auf dem Vormarsch

Noch vor wenigen Jahren als Zeichen von Stillosigkeit und meistens auch als Hinweis auf qualitativ weniger hohen Anspruch eingestuft, wird der Schraubverschluss bei Weinflaschen zunehmend mehr eingesetzt.
Die Befürworter weisen darauf hin, dass in derart verschlossenen Flaschen keine geschmackliche Beeinträchtigung des Weins durch Korken eintreten könne. Es gebe weder Nachteile für die Haltbarkeit in Schraubverschlussflaschen noch andere negative Begleiterscheinungen. Außerdem werde dieses Verschlussverfahren weltweit jährlich 3 Milliarden mal angewendet, woraus man ersehen könne, dass Vorbehalte unbegründet seien. Allerdings sei es schwierig, in der Welt des Weins bestehende Gewohnheiten zu verändern. Derzeit werden pro Jahr immer noch 14 Milliarden Flaschen auf konventionelle Art mit Korken verschlossen.
(César Compadre La capsule à vis perce dans les goulots, in : SUD OUEST, 18. Nov. 2008)

 

 

Rückenwind für Windkraft

Auf der Generalversammlung der Vereinigung zum Schutz des Waldes Vive la Forêt hat der Unterpräfekt von Lesparre eindringlich darauf hingewiesen, dass er und die hinter ihm stehenden staatlichen Behörden der Errichtung von Windkraftanlagen positiv gegenüberstehen. Er räumte zwar ein, dass das Médoc keine besonders günstigen Werte hinsichtlich der Windstärke und –dauer habe, meinte aber, man müsse auch angesichts der europaweiten Bemühungen um die Nutzung erneuerbarer Energien alle zur Verfügung stehenden Energiequellen nutzen. Die Entscheidung über den Bau von Windkraftanlagen solle dabei nicht von den Gemeinden, sondern mit Blick auf die gesamte Region getroffen werden.
(J.L.: Le sous-préfet du Médoc porte un regard bienveillant sur le parc éolien, in SUD OUEST, 18. Nov. 2008)

 

Mehr als 7,5 Milliarden in Aquitanien

Gemeint sind die überaus unerwünschten Raupen des Prozessionsspinners (chenilles processionaires), die die Nadeln der Kiefern Aquitaniens fressen und damit das Wachstum und die Gesundheit der Bäume stark beeinträchtigen. Nachts ziehen sich die Raupen in ein wärmendes Nest zurück, das aussieht, als wäre es aus weißer Seide. Durch das Nest geschützt, können die Insekten im Winter aktiv sein.
Die Raupen treten alle fünf bis sieben Jahre besonders zahlreich auf. Man weiß natürlich nicht, wieviele es davon gibt, aber die Schätzungen sind recht zuverlässig. Für 2005 wurde eine Zahl von 7,5 Milliarden Raupen, verteilt auf 75 Millionen Nester errechnet.
Die Wissenschaft interessiert sich für diese Tiere nicht nur wegen der von ihnen verursachten Waldschäden, sondern auch, weil sie als Indikatoren für den Klimawandel gelten. Sie benötigen Temperaturen über null Grad in der Nacht und über 9 Grad tagsüber, damit sie ihre Nester verlassen und sich ernähren können. In den Nestern können sie es bis zu 16 Grad unter Null aushalten.  Bis in die achtziger Jahre war die Nordgrenze ihrer Verbreitung etwa die Loire-Linie. Inzwischen werden sie in der Normandie und am Stadtrand von Paris gesichtet.
Die Raupen haben die für Menschen und Tiere unangenehme Eigenschaft, dass ihre Härchen schmerzhafte Hautreizungen hervorrufen, die bei empfindlichen Menschen und Tieren bedrohliche Folgen haben können. Dazu muss nicht einmal direkter Hautkontakt bestehen, da die Raupen diese Härchen abwerfen, wenn sie sich bedroht fühlen, und dann verbreiten sie sich in der Umgebung. Es gibt zwar inzwischen Mittel, die die Wirkungen der Raupenhärchen mildern können, die beste Empfehlung ist jedoch, jeglichen Kontakt zu vermeiden.
Seit die Bekämpfung der Schädlinge mit chemischen Produkten verboten worden ist, muss  man auf biologische Mittel ausweichen und die natürlichen Feinde der Raupen fördern. Dazu zählen der Wiedehopf, der Kuckuck, der Ziegenmelker und einige Meisenarten.
Da man festgestellt hat, dass die Prozessionsspinnerraupen Birken und Eichen meiden, versucht man, durch die gezielte Anpflanzung von Eichen- und Birkengürteln die Ausbreitung der Insekten zu beschränken. Es werden auch Versuche mit Duftstoffen, die von Eichen und Birken ausgehen, unternommen, um einen ähnlichen Effekt zu erzielen.

(Jacques Ripoche: Plus de 7,5 milliards en Aquitaine !, in: SUD OUEST, 17. Nov. 2008)

 

Unmut in Lacanau

Nachdem die Ausbaupläne für Lacanau schon im Sommer der Öffentlichkeit vorgestellt worden waren, wurden nun die Gewerbetreibenden damit konfrontiert. Deren Reaktionen waren nahezu einhellig ablehnend. Sie monierten, die Planungen nähmen zu wenig Rücksicht auf die Problematik des Küstenschutzes und der Erosion, sie seien nicht genügend durchdacht, und es fehle an vernünftigen Vorstellungen über die Finanzierung der Projekte.
Damit dürfte zumindest sicher sein, dass eine schnelle Verwirklichung der vorgelegten Architektenentwürfe nicht in Sicht ist.
(Cédric Grèze: Des projets pharaoniques, in: SUD OUEST, 15. Nov. 2008)

 

Verjüngungskur für Compostelle

Das größte Altenheim des Médoc, Saint-Jacques-de Compostelle in Soulac wird im Jahre 2009 verlegt und völlig neu wieder aufgebaut. An den Kosten von rund 2,5 Millionen Euro wird sich die Gemeinde Soulac mit einem Betrag von 500.000 € beteiligen.

(Le Journal du Médoc, 14. Nov. 2008)

 

SUD OUEST mit neuem Gesicht

Beginnend mit der Ausgabe für den 14. November 2008 hat der SUD OUEST sein Gesicht geändert. Anders als bei manchen Zeitgenossen, die nach der Inanspruchnahme eines Schönheitschirurgen geraume Zeit benötigen, um sich selbst wieder zu duzen, sind die Veränderungen beim SUD OUEST eher moderat ausgefallen. Man sieht immer noch auf den ersten Blick, um welche Zeitung es sich handelt, und beim zweiten Blick weiß man, welche Regionalausgabe man vor sich hat.

(UM, 14. Nov. 2008)

 

Festhalten am Projekt Gastankerterminal

Der Präsident des Grand Port Maritime de Bordeaux (vormals Port Autonome de Bordeaux) lässt keinen Zweifel daran, dass der Gastankerhafen in Le Verdon eine besondere Bedeutung in seinen Planungen hat. Neben dem noch zu bauenden Gastankerhafen und dem Ausbau des bereits existierenden Container-Hafens solle in Le Verdon noch das derzeit nicht gesicherte Projekt Geovia durchgeführt werden, um der Region um Le Verdon eine gesicherte wirtschaftliche Basis zu verschaffen.

(Le Journal du Médoc, 14.Nov. 2008)

 

Finanzierung noch nicht gesichert.

Die Hochgeschwindigkeitslinie Tours – Bordeaux mit Fortsetzung nach Süden Richtung Toulouse und Spanien ist zwar geplant, aber noch nicht finanziert. Der Präsident der CUB (communauté urbaine de Bordeaux – etwa : Großraum Bordeaux) macht auf noch bestehende Unsicherheiten aufmerksam und bezweifelt, dass auf dem nächsten Treffen mit dem Verkehrsminister abschlussreife Übereinkommen unterschrieben werden können.

Nach Verwirklichung der neuen TGV-Verbindung zwischen Tours und Bordeaux werden die Reisezeiten zwischen Paris und Bordeaux von 2 h 30 Min (ab 2013) und von 2 h 10 (ab 2015 nach Anhebung der Spitzengeschwindigkeit der TGV auf 360 km/h) möglich, wenn bis dahin die erforderlichen Mittel zusammenkommen.

( SUD OUEST, 13. Nov. 2008)

 

Deep-Sea-Nachfolger wartet auf grünes Licht

Nach umfangreichen Arbeiten, bei denen besonderes Gewicht auf die Schalldämmung nach außen gelegt wurde, wartet das auf dem Boden der Gemeinde Vensac in unmittelbarer Nachbarschaft von Montalivet gelegene Vegas, Nachfolger der Diskothek Deep Sea, auf die Startgenehmigung. Die lässt auf sich warten, scheint aber wohl sicher. Es sind immerhin 150.000 Euro investiert worden, um den Anwohnern ungewollte Teilnahme an den in Diskotheken oft zu beobachtenden Bestrebungen um maximale Geräuschentwicklung  zu ersparen.

Für den Besitzer ist die Betriebsgenehmigung  eine wirtschaftliche Notwendigkeit, zumal die Diskothek während der letzten Saison geschlossen war.

Vorausgegangen waren Beschwerden von Anwohnern aus dem benachbarten Baugebiet, nach denen von behördlicher Seite Schallschutzmassnahmen verlangt worden waren. Nach ersten Umbauten wurden immer noch  Mängel festgestellt, wobei vor allem die  nach außen dringenden Bässe als unzumutbar empfunden wurden. Als Folge wurde die Diskothek für die Sommersaison 2008 stillgelegt.

Danach wurde noch einmal einiges Geld investiert, so dass nunmehr begründete Aussicht zu bestehen scheint, dass die erwartete Betriebsgenehmigung endlich erteilt werden wird.

( Julien Lestage: Le Vegas attend son feu vert, in: SUD OUEST, 12. Nov. 2008)

 

Bald 100.000 Führerscheine eingezogen

In Frankreich werden bis Ende des laufenden Jahres 100.000 oder mehr Kraftfahrern die Fahrerlaubnissee entzogen worden sein, weil ihr Punktestand auf Null gefallen sein wird. 2007 waren es insgesamt 89.000 Führerscheine, die auf diese Weise kassiert wurden.

In Frankreich wird jeder Führerschein mit zwölf Punkten ausgestattet, die bei Verstößen in mehr oder weniger großer Anzahl abgezogen werden. Sinkt das Punkteguthaben auf Null, verliert der dazu gehörige Führerschein automatisch seine Gültigkeit. Die seit Jahren beständig zunehmende Zahl von ungültig gewordenen Führerscheinen hat sicher damit zu tun, dass immer mehr Inhaber der seit 1992 existierenden Punkte-Führerscheine  ihr Guthaben aufgebraucht haben, ohne, was durchaus möglich ist, Kurse belegt zu haben, an deren  erfolgreichem Ende ein paar Punkte zurückerobert werden können.

Übrigens kann man sein Punktekonto auch dadurch aufbessern, dass man nach einem Punkteabzug drei Jahre keine weiteren punktepflichtigen Verkehrssünden begeht.

Auf der anderen Seite scheint das Verhalten der Autofahrer besonnener geworden zu sein, denn 2007 wurden erstmals weniger Punkte aberkannt als im Jahr zuvor (9,400 Millionen gegenüber 9,547).

Die Behörden setzen dennoch auf mehr Kontrolle. Zu den derzeit bestehenden 2.182 Verkehrsradaranlagen (1.383 fest installierte, 79 mobile) werden 2000 weitere in den nächsten fünf Jahren kommen. Zusätzlich werden 1000 Radaranlagen an Ampelanlagen installiert, mit denen Rotlichtverstöße ermittelt werden können.

Radargeräte, mit denen in Tunnels Abstandsmessungen zwischen Fahrzeugen vorgenommen werden könne, um Drängler zu ermitteln, sind noch im Experimentierstadium. Sie werden aber kommen.

(Angélique Négroni : Record : 100 000 retraits de permis de conduire en 2008, in : Le Figaro, 12. Nov. 2008)

 

Heute vor neunzig Jahren

Am 11. November 1918, exakt um 11.00 Uhr wurde der Waffenstillstand wirksam, der die Kämpfe des Ersten Weltkrieges beendete.

Der Waffenstillstand selbst wurde in einem eigens herbeigeschafften Eisenbahnwagen, der auf einer Lichtung nahe bei Rethondes im Wald von Compiègne aufgestellt war, kurz nach 5.00 Uhr morgens unterzeichnet. Die Verhandlungsführung auf alliierter Seite lag bei Marschall Foch, dem Oberkommandierenden der alliierten Truppen, die deutsche Delegation wurde von Mathias Erzberger als Vertreter der deutschen Reichsregierung geleitet.  

In Frankreich wurde der 11. November als Endpunkt der Grande Guerre (des großen Krieges) zu einem der bedeutsamsten Nationalfeiertage, in Deutschland aus verständlichen Gründen nicht.

Der Figaro überschreibt einen erinnernden Artikel Le 11 novembre 1918, une explosion de joie  (Der 11. November 1918, eine Explosion der Freude) und gibt damit zutreffend die Empfindungen wieder, die damals in Frankreich mit guten Gründen herrschten.

Es fällt jedoch auf, dass bei diesen und ähnlichen Rückblicken fast stets ausgeblendet wird, dass am 11. November 1918 nicht das Tor zu einer dauerhaften Friedensordnung geöffnet wurde, sondern dass aus auch damals nur teilweise entschuldbaren Rachebedürfnissen Chancen vergeben wurden, die, wenn sie genutzt worden wären, den Europäern erlaubt hätten, schon nach dem 1918 zu Ende gegangenen Krieg zu entdecken, dass, wie schon Victor Hugo geschrieben hatte,  jeder Krieg in Europa ein Bürgerkrieg ist.   

(UM)

 

Erste Verhaftungen wegen Bahnsabotage

Die ersten Verhaftungen sind wegen des Verdachts der Sabotage an Einrichtungen der SNCF erfolgt. Die Verdächtigten gehören anarchistisch-autonomen Gruppierungen an, die als linksextrem bezeichnet werden. Weitere Ermittlungen laufen.

Sollten sich die Verdachtsmomente bestätigen, drohen den Verhafteten Gefängnisstrafen zwischen drei und zehn Jahren und bis zu 75.000 Euro Geldstrafen.

(Le Figaro, 11. Nov. 2008)

 

Kampf gegen asiatische Hornissen

Die Bemühungen, die für die heimische Bienenwelt lebensbedrohenden asiatischen Hornissen zu bekämpfen, sind in eine neue Phase getreten, seit die meisten Laubbäume anfangen, ihre Blätter abzuwerfen. Dabei werden häufig Nester der gefürchteten eingewanderten Hornissen sichtbar, die zuvor verborgen waren. Diese meist länglich ovalen Bauten können bis zu 1,20 m lang werden, bei einem Durchmesser von bis zu 0,80 m.

Wenn die Bauten entdeckt sind, werden Vorbereitungen getroffen, die Hornissen unschädlich zu machen. Das geht am besten abends, wenn sie sich in ihre Baue zurückziehen. Bis jetzt sind schon 25 Hornissenvölker zerstört worden, man schätzt, dass man eine dreimal so große Anzahl noch entdecken und bekämpfen wird.

(France Blanc : Frelons dangereux, in: SUD OUEST, 11. Nov. 2008)

 

 

Schützer der Mündung

Angesichts des drastischen Rückgangs bei den Fangergebnissen einiger Fischarten im Mündungsgebiet der Gironde fragt man sich, was die offensichtlich schlechter gewordenen Lebensbedingungen dieser Wasserbewohner verursacht hat.

Um hier zu Klarheit und gesicherten Ergebnissen zu kommen, hat sich am letzten Freitag eine Vereinigung gebildet, die sich den bezeichnenden Namen Veilleurs d’estuaire (Wächter der Mündung) gegeben hat. In dieser Vereinigung sind Fischer, Wissenschaftler, Umweltschützer, Politiker und Flussanrainer versammelt, die alle das gemeinsame Ziel verfolgen, den störungsanfälligen Lebensraum der Girondemündung zu verteidigen.

Bedroht wird er von mehreren Seiten: von dem zunehmenden Mangel an Süßwasser, von Ausbaggerungen des Flussbetts, von Ablagerungen von Schwermetallen, von Einleitungen erwärmten Kühlwassers des Atomkraftwerks von Braud, von Einschwemmungen aus Landwirtschaft und Weinbau .... 

Der Verein strebt an, wissenschaftlich unangreifbare Gutachten erstellen zu lassen über die aktuelle Situation des Mündungsgebietes und die derzeitigen Bedrohungen und Gefährdungen, um danach Strategien zu entwerfen, um  durchgreifende Verbesserungen anzubahnen.

(Gilles Guiton: Les gardiens de l’estuaire, in: SUD OUEST, 11. Nov. 2008)

 

Kaninchenplage

Dass Kaninchen besonders gut darin sind, sich zu vermehren, ist keine neue Erkenntnis. Wenn sie das jedoch tun ohne Rücksicht auf ihre Umwelt, kann das zu Problemen führen.

So geschehen in Labarde, wo der ungehemmte Vermehrungstrieb der Wildkaninchen (lapin de garenne) den Zorn der Bewohner dieses Ortes heraufbeschworen hat. Dies wohl vor allem deswegen, weil die Kaninchen sich auf dem Ortsfriedhof breit und so zahlreich gemacht hatten, dass nach Abhilfe gerufen wurde. Diese Rufe kamen beim Bürgermeisteramt an und lösten dort einiges Nachdenken aus, denn das Spektrum der gegen auf Friedhöfen lebenden Kaninchen einsetzbaren Waffen ist eher begrenzt. Man wandte sich schließlich an den Jagdverband der Gironde, wo man schnell wusste, wie den unerwünschten Nagern beizukommen war.

Von dort schickte man einen Frettchenjäger, der mit seinen vierbeinigen Helfern bald auf den Plan trat. Die Jagd mit Frettchen ist übrigens streng reglementiert. Sie ist beschränkt auf Gebiete wie Friedhöfe, Parkanlagen, Wegränder etc., wo mit herkömmlichen Mitteln nicht gejagt werden kann.

Frettchen sind mit Iltissen verwandt, jedoch durch lange Domestikation recht zahm geworden. Was sie nicht abgelegt haben, ist jedoch ihr arttypischer durchdringender Geruch, der es dem nach Labarde gerufenen Frettchenhalter angezeigt sein lässt, seine Jagdhelfer in einem separaten Hänger zu transportieren.

Die Jagd verlief übrigens viel weniger erfolgreich, als es nach den Hilferufen der Friedhofsbesucher zu erwarten wesen wäre, wohl in erster Line deswegen, weil die gefühlte Kaninchengefahr größer war als die real existierende Bedrohung durch die langohrigen grauen Nager. Es wurde nur ein weibliches Tier gefangen, und das wurde heil und unversehrt an einem Ort freigelassen, der so weit von dem Friedhof von Labarde entfernt ist, dass eine Rückkehr ohne Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel ausgeschlossen werden kann.

(Louis Le Cor : Il court le furet, in: SUD OUEST, 10. Nov. 2008)

 

Weiter Störungen bei SNCF

Nach den jüngsten Oberleitungspannen, die durch Materialmängel oder gezielte Schüsse auf tragende Teile ausgelöst worden waren, hat die französische Bahn jetzt mit Sabotageakten zu kämpfen. Dabei wurden mehrfach betonbeschwerte Eisenklammern über die stromführenden Teile der Oberleitung geworfen, die danach durch Kurzschluss ausfiel.

Betroffen waren diesmal TGV-Linien im Norden, im Osten und im Südosten. Die Zwischenfälle führten zu Verspätungen von bis zu 5 ½ Stunden.

(Bernard Broustet avec AFP et Reuters:Après l'usure et le fusil, sabotage sur les lignes, in : SUD OUEST, 9. Nov. 2008)

 

Lösung in Sicht

Bei der Suche nach einer dauerhaften Lösung für den Leuchtturm von Cordouan, der jährlich rund 25.000 Besucher anzieht,  zeichnet sich jetzt ein zufriedenstellendes Konzept ab, das sicherstellt, dass weiterhin Wärter auf dem denkmalgeschützten Bauwerk ihren Dienst versehen.

Die Vereinigung zum Schutz des Leuchtturms von Cordouan hat damit einen wichtigen Erfolg errungen, der gegen Akte des Wandalismus, wie sie bei einem unbeaufsichtigten Bauwerk zu befürchten sind, vorbeugen soll. Damit ständig ein Wärter auf dem Leuchtturm präsent ist, müssen drei weitere Kollegen des Diensthabenden bereitstehen, um die erforderlichen Ablösungen durchführen zu können.

Neben der Sicherstellung der personalen Präsenz sind andere Anstrengungen erforderlich, um den Leuchtturm zukunftsfest zu  machen. Dazu gehört an erster Stelle eine umweltgerechte Modernisierung der Toilettenanlagen, deren Abwässer bislang ohne Umschweife direkt ins Meer geleitet werden. Hier soll eine kleine Kläranlage Abhilfe schaffen.

Zur Finanzierung dieser und anderer für notwendig gehaltener Arbeiten werden etwa 900.000 Euro benötigt, die im wesentlichen über höhere Eintrittspreise (6 satt 4 € für Erwachsene, 3 statt 2€ für Kinder) hereingeholt werden sollen. Diskutiert wird auch, ob eine Art Zugangssteuer über die Betreiber der Ausflugsschiffe eingezogen werden soll. Danach bleibt immer noch ein Betrag von rund 150.000 Euro, der vom Département getragen werden wird. Organisatorisch sollen die Belange des Leuchtturms vom Smiddest (Syndicat mixte pour le développement durable de l'estuaire de la Gironde- Vereinigung für die dauerhafte Entwicklung der Girondemündung) betreut werden.

(Le Journal du Médoc, 8. Nov. 2008)

 

Alle Bürgermeister von Bordeaux auf einmal

Im feudalen Palais Rohan (Nutzen Sie für eine komfortable Internet-Visite: http://www.33-bordeaux.com/palais-rohan-mairie.htm), heute Sitz des Bürgermeisters von Bordeaux wurde ein gewichtiges Werk präsentiert, das auf 528 Seiten, angereichert durch über 1000 Illustrationen, alle 240 Bürgermeister der Stadt vorstellt.

Die lange Reihe der Amtsträger beginnt im Jahre 1208 und endet bei dem aktuellen Bürgermeister Alain Juppé.

Als besondere Idee hatte man sich ausgedacht, möglichst viele Nachkommen von früheren Bürgermeistern einzuladen, wobei man allerdings wohl nicht mit der großen Bereitschaft gerechnet hatte, diesen Einladungen nachzukommen. Alle theoretisch in Frage kommenden Nachkommen hätte man ohnehin nicht empfangen können, gibt es doch von einzelnen früheren Inhabern des höchsten Amtes der Stadt Bordeaux inzwischen mehr als 1000 Nachfahren.

Das opulent ausgestattete Sammelwerk ist vom 17. November an im Buchhandel erhältlich. Der Preis wurde noch nicht mitgeteilt.

(Jean-Paul Vigneaud: Mon ancêtre, maire de Bordeaux,  in: SUD OUEST, 8. Nov. 2008)

 

Gegenwind für Windkraftanlagen

Jean Perogallo, der Kreistagsabgeordnete der Waldbesitzervereinigung von Castelnau, macht keinen Hehl aus seiner Abneigung gegen Windkraftanlagen. Ihn stört vor allem, dass diese Anlagen in den Wäldern errichtet werden sollen, deren Bedürfnisse vor allem von den Städtern als vernachlässigenswert eingeschätzt werden.

Perogallo kritisiert, dass manche Waldbesitzer sich von den Betreibern der Windkraftanlagen ködern ließen, die für die Aufstellung einer Windkraftanlage weit mehr zahlten als mit einem Hektar Wald erwirtschaftet werden könnte. Das sei kurzfristig sicher interessant, aber, so fragt er, was geschieht, wenn die Windkraftanlagen nicht mehr subventioniert werden oder wenn neue Technologien entwickelt würden, die wirtschaftlich günstiger seien. Dann müssten die Waldbesitzer vielleicht die Kosten für den Abbau baufällig gewordener Windanlagen aus der eigenen Tasche aufbringen.

Dazu gebe es noch Bedenken hinsichtlich der Waldbrandgefahren, die durch zusätzliche Aktivitäten im Wald tendenziell vergrößert würden. Und bei der Bekämpfung von Waldbränden werde die Wirksamkeit von Löschflugzeugen, die ihre Wassermassen nicht mehr aus wenig mehr als Baumwipfelhöhe, sondern aus 300 bis 400 Metern ablassen müssten, erheblich eingeschränkt.

(„Je suis très réticent“, propos recueillis par Jean-Claud Rigault, in: SUD OUEST, 8. Nov. 2008)

 

 

Licht aus durch Stare

Dass das Leben Gefahren bereithält, weiß nahezu jeder. Woher diese Gefahren kommen, kann man hingegen nicht immer wissen.

Die Arbeiter in den Weinbergen an der route du Port von Soussans können von einem Ereigins berichten, das ihnen mehr als einen Schrecken eingejagt hat. Sie mussten nämlich erleben, dass eine über sie hinwegführende Stromleitung zur Erde fiel und für eine furchterregende Folge von Blitzen sorgte, als die immer noch stromführenden Kabel auf die Spanndrähte in den Weinfeldern fielen.

Zum Glück wurde niemand verletzt, obwohl man mit dem Niederlegen der Spanndrähte als Vorbereitung für den Schnitt der Weinstöcke beschäftigt war.

Die Schuldigen für den Stromunfall sind auch bereits ermittelt: Stare, die sich in einer für die altersschwache Leitung unerträglichen Konzentration zur Rast niedergelassen hatten.

In der Gemeindeverwaltung ist man hochgradig verärgert, weil die Baufälligkeit der Leitung seit Jahren bekannt war, die Erneuerung aber immer wieder verschoben worden war. Wenig zufrieden war man auch mit dem Tempo der Wiederherstellung der Stromversorgung der Gemeinde, die sich bis in die Abendstunden hinzog.

Für besonders Besorgte kann angefügt werden, dass die im vorstehenden Fall beschriebene Gefährlichkeit von Staren bisher weltweit noch nicht dokumentiert war.

(Jean-Claude-Rigault: Les oiseaux noirs ont éteint la lumière,  in: SUD OUEST, 8. Nov. 2008)

 

Das Golfprojekt in Grayan hat nicht nur Freunde

Die Besitzer von Häusern, die an die bestehende Golfanlage in Grayan grenzen und in direkter Nachbarschaft zu dem geplanten größeren Golfgelände leben, sind zufrieden, dass der mehrfach angekündigte Ausbau nicht vorankommt. Sie erklären, sich mit der Ansiedlung in Grayan für eine ruhige Umgebung entschieden zu haben, die sie durch einen großen Golfplatz bedroht sehen. Dazu fürchten sie, der künftige Golfplatz werde hohe Investitionen verschlingen, aber kaum rentabel zu betreiben sein. Dies würde dazu führen, dass der Betrieb aus der Gemeindekasse, damit also aus Steuergeldern subventioniert werden müsste.

(M. G.: Le golf ne fait pas l’unanimité, in: SUD OUEST, 8. Nov. 2008)

 

Neue Wege für Austern-Nachwuchs

Den gerade geschlüpften Larven der Austern (naissains) im Bassin von Arcachon wird es recht gleichgültig sein, was ab März des nächsten Jahres um sie herum geschieht, den Betrieben, in denen sie erbrütet werden, und den Austernzüchtern, die den Nachwuchs zu verzehrfähigen Muscheln heranwachsen lassen, sicher weniger.

Geplant ist die Einrichtung einer Art Börse, auf der Austern-Larven versteigert werden. Bislang vollzieht sich der Absatz dieser jungen Muscheln in direktem Verkehr zwischen Erzeugern und Abnehmern mit allen damit verbundenen Nachteilen. Demnächst sollen Käufer und Verkäufer  bei den Versteigerungen bessere und weniger zeitaufwendige Möglichkeiten haben, miteinander ins Geschäft zu kommen. Davon verspricht man sich unter anderem eine angemessenere Preisbildung, zunehmende Umsätze und eine Stärkung der Position des Bassins von Arcachon, das lange Zeit die erste Adresse für die Kinderstuben der Austern in Frankreich war, jetzt aber von der Charente nahezu eingeholt worden ist. 

(Sabine Menet: Les naissains vendus à la criée, in: SUD OUEST, 7. Nov. 2008)

 

Médoc-Wein 2008

Nach spät durchgeführter Weinlese, die jetzt abgeschlossen ist, geben die Erzeugerorganisationen des Anbaugebietes Médoc ihre ersten Einschätzungen ab.

In den Anbaugebieten Médoc, Haut-Médoc und Listrac ist die Ernte vom Volumen her eher klein geblieben. Dennoch sei es durch die geschickte Herauszögerung des Lesezeitpunktes gelungen, die Qualität des neuen Jahrgangs über das erwartete Maß hinaus zu steigern, wobei besondere Zufriedenheit über die günstigen Säurewerte herrscht.

In Margaux ist man im ganzen zufrieden, vor allem wegen des gnädigen Herbstes. Dennoch sind die Ergebnisse, bedingt durch Hagelschäden, teilweise beeinträchtigt. Daher werden die Erlöse für einige Winzer recht bescheiden ausfallen, auch wenn man sich wegen der Qualität des Jahrgangs keine Sorgen machen müsse. Gleiches gelte wegen der fehlenden Menge auch hinsichtlich der Preise, die ein ansprechendes Niveau hätten.

Optimistisch ist man in Saint-Julien, wo man auf einen guten Jahrgang hofft. Das gelte sowohl für die Menge als auch für die Qualität, da der Juli Voraussetzungen geschaffen habe, die auch durch den weniger guten August nicht mehr zerstört worden seien.

Auch in Moulis überwiegt der vorsichtige Optimismus, wobei man erwartet, dass der neue Jahrgang gute Lagereigenschaften haben werde.

In Saint-Estèphe blickt man mit besonderer Zufriedenheit auf den Juli zurück, der die Voraussetzungen dafür geschaffen habe, dass man mit dem neuen Jahrgang zufriedener sein könne als mit dem vorhergehenden.

In Pauillac schließlich fühlt am sich an 1978 erinnert, als erst in den letzten Wochen vor der Weinlese das Klima sich gnädig zeigte und schließlich doch noch einen nicht mehr erwarteten Qualitätssprung des Jahrgangs bewirkte. Gleichwohl sieht man mit einiger Beunruhigung in die Zukunft, weil man nicht sicher ist, ob die aktuellen wirtschaftlichen Krisenerscheinungen vor dem Weinmarkt Halt machen.

(Julien Lestage : De faibles vendanges, in: SUD OUEST, 5. Nov. 2008)

 

Reiselust der Médocains

Die Bewohner des Médoc sind pfiffig und clever, wie jeder erfährt, der mit ihnen zu tun hat. Was Wunder, dass ihr bevorzugtes Feriengebiet im Sommer das Médoc ist. Kann jeder verstehen, der das Médoc im Sommer kennt.

Erst in der Nachsaison kommen die Einheimischen auf die Idee, woanders ihre Ferien zu verbringen. Am liebsten packen sie ihre Koffer im September, Oktober oder in den Wintermonaten. Zu den Lieblingszielen gehört Tunesien, das zu günstigen Preisen Sonne, Strand und Feiern bietet. Aber auch Kanada gehört zu den beliebten Ferienregionen der Médocains, wobei gern kombinierte Flug- und Wohnmobilreisen gebucht werden. Es gibt Direktflüge von Bordeaux nach Québec, dem französisch geprägten Teil Kanadas, dessen Bewohner vielfach Wurzeln haben, die in das Médoc reichen. So kann man den Urlaub gleich mit einem Verwandtenbesuch verbinden.

Menschen, die zwischen 40 und 50 Jahre alt sind, buchen gern eine Reise nach Korsika. Weitere gern gewählte Ziele für eine Urlaubsreise im Winter sind Martinique, Gouadeloupe und der Senegal.

(Anne Rose Bakirdjian : Priorité au soleil, in: SUD OUEST, 1. Nov. 2008)

 

Ludothèque in Gaillan?

Ludothèque wird mit Spielothek übersetzt. Damit wird bei vielen Deutschen allerdings meist eine unzutreffende Assoziation hergestellt zu den Spielhallen, in denen geschäftstüchtige Betreiber alle möglichen Gerätschaften aufstellen, die gegen Geld benutzt werden können.

Bei einer ludothèque/Spielothek stehen Überlegungen im Vordergrund, wie über das Spiel im weitesten Sinn soziale Kontakte geknüpft und unterhalten werden können.

Derzeit bestehen Überlegungen, in Gaillan eine ludothèque einzurichten. Die Vorbereitungen zur Gründung eiens Vereins, der diese Einrichtung tragen müsste und die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten laufen bereits. 

(Georges Rigal: Un temps pour jouer, in: SUD OUEST, 4. Nov. 2008)

 

Katastrophenhunde im Training

In Le Verdon fand kürzlich ein von der Feuerwehr durchgeführtes viertägiges Training für Katastrophenhunde statt, an dem 19 Hundeführer mit ihren vierbeinigen Spezialisten aus mehreren Départments teilnahmen. Trainiert wurden mehrere Situationen, bei denen verschüttete oder eingeschlossene Personen aufzufinden waren, wobei möglichst realistische Szenarien mit Rauch- und Lärmentwicklung aufgebaut wurden.

Die Anforderungen, die bei den hier simulierten Einsätzen an die Hunde gestellt werden, sind sehr hoch. Nur wenige, besonders mutige, nerven- und wesensfeste Hunde, die zudem auch hohe körperliche Belastungen aushalten müssen, sind für den schwierigen Dienst in Rettungshundestaffeln geeignet. 

(Maguy Caporal: Stage cynotechnique, in: SUD OUEST, 4. Nov. 2008)

 

Sorgen um Sauternes

Die Winzer im Anbaugebiet Sauternes haben bis zur letzten Minute gewartet, bevor sie die Weinlese begonnen haben. Sie wollten so eine Verbesserung des Jahrgangs 2008 erreichen, für den die Vorhersagen nicht gerade optimistisch waren.

Das Anbaugebiet hat in diesem Jahr einige Widrigkeiten auszuhalten gehabt: Frost im Frühjahr, danach Hagel und dazu ein schlimmer Sommer. Etwas besser sah es in der Nachsaison aus, aber man geht immer noch davon aus, dass der Jahrgang 2008 eher zu den schwächeren zählen wird. Es gab Befürchtungen, dass man nicht einmal 13 Hektoliter pro Hektar bekommen würde, was seit 1991 nicht mehr geschehen ist.

Inzwischen kann man aber Aussagen über den Alkoholgehalt der Trauben machen, und da sieht es besser aus.

(Axelle Maquin-Roy : Des vins plus rares, in SUD-OUEST, 4 Nov. 2008)

 

Auch so kann ein TGV zum Stehen kommen

Am 27. Oktober wurde berichtet, ein TGV habe auf der Fahrt von La Rochelle nach Bordeaux zwei Stunden lang halten müssen, weil ein Passagier auf ungewöhnliche Weise Gefangener der Zugtoilette geworden war. Er hatte versucht, sein in die Toilette gefallenes Mobiltelefon vor dem Verderben zu retten und dabei seinen Arm so verklemmt, dass er festsaß. Die zu Hilfe gerufene Feuerwehr musste den Abfluss der Toilette durchsägen. Erfolg der Aktion: Der Arm ist wieder da. Über Schicksal und Erhaltungszustand des unglücklichen Telefons ist nichts überliefert.

Man sieht aber: Das Leben ist noch gefährlicher als mancher denkt.

Fundstelle: http://handy.t-online.de/c/16/65/25/50/16652550.html

 

Noch eine eher außergewöhnliche Art, einen TGV stillzulegen

Rund vierhundert Mal pro Jahr bleiben Hochgeschwindigkeitszüge in Frankreich wegen Schäden an der Oberleitung liegen. Meistens wird als Fehlerursache Materialermüdung oder ein sonstiger altersbedingter Umstand angegeben, für den nach Ansicht der Fachleute über Jahre versäumte Investitionen in den Unterhalt und die Modernisierung der Streckenanlagen verantwortlich sind.

Am letzten Samstag erwischte es fünfzig TGV, davon acht für den Südwesten bestimmte. Schuld war eine Oberleitungspanne südlich von Paris, die nach Ansicht der Bahn einmal nicht von der SNCF zu verantworten war. Diesmal soll die Stromversorgung der TGV durch Gewehrschüsse beschädigt und zum Herunterfallen gebracht worden sein. Den Reisenden, die bis zu vier Stunden Verspätung auf sich nehmen mussten, dürfte dies egal sein, und die Pannenstatistik der Bahn wird nicht wirklich verbessert.

Die Schwächen der Oberleitung sollen mit einem auf vier Jahre veranschlagten Programm (Kosten 400 Mio Euro) behoben werden.

(Christine Morice : La SNCF porte plainte, in : SUD OUEST, 3. Nov. 2008)

 

Streiks in Sicht

Die Rückkehr aus den Kurzferien um Allerheiligen könnte für viele Reisende unangenehm werden. Bei Air France hat das fliegende Personal für die Zeit vom 4. bis 8. November Streiks angekündigt. Und bei der SNCF werden die Lokführer am 6. November ebenfalls zu Hause bleiben. Für Reisende Voraussetzungen genug, um sich Gedanken darüber zu machen, wie man dem angekündigten Verkehrschaos entgehen kann.

(Perturbations à prévoir, in: SUD OUEST, 01. Nov. 2008)

 

Der letzte seiner Art

Am letzten Donnerstag um 9 Uhr war es so weit: In Saint-Émilion wurde der letzte Strommast entfernt. Von nun an geht die gesamte elektrische Versorgung der Stadt unterirdisch vor sich. Klar, dass damit das historische Stadtbild gewinnt, zumal in Saint-Émilion auch keine Fernsehantennen auf den Häusern zu finden sind.

Der über mehrere Jahre betriebene Abbau der einstmals 221 Masten hat 1,6 Mio Euro gekostet, aber das Geld ist nach Meinung der Stadtväter gut angelegt worden, zumal die Zuverlässigkeit der Stromversorgung dadurch gewonnen hat.

Wo Licht ist, ist gewöhnlich auch Schatten. Eine mitfühlende alte Dame fragte: Und die Schwalben, was machen die jetzt? 

(Sophie Herber : Le dernier de sa lignée, in : SUD OUEST, 1. Nov. 2008)