März 2010
Streikwarnung für die Bahn
Die Gewerkschaften CGT-cheminots und CFDT haben Streikankündigungen für den 6. April herausgegeben. Streiken werden demnach Lokführer, Schaffner und Frachtbedienstete. Beginn des Streiks am 6. April, 20.00, Dauer: 24 Stunden. Am 8. April wird ein Streik der übrigen Berufsgruppen der SNCF folgen. Reisende sind gut beraten, wenn sie an diesen Tagen ihre Reisepläne ohne die SNCF machen.
(SNCF: préavis de grève à partir du 6 avril, in : SUD OUEST, 31. März 2010)
Interessant
Auf den ersten Blick erscheint die Nachricht mirakulös : Die französische Bahn erteilt einen umfangreichen Bauauftrag für die 300 km lange neue Hochgeschwindigkeitsstrecke Tours– Bordeaux, die bis 2016 fertiggestellt werden soll, an Vinci, den Marktführer für Hoch- und Verkehrsbauten (BTP – bâtiment et travaux publics) und kann sich nachher über Einnahmen von 3,5 Milliarden Euro freuen. Vorher muss aus öffentlichen Mitteln vom Staat und 55 Gemeindeverbänden jedoch die Hälfte der kalkulierten 7,2 Milliarden Euro Baukosten aufgebracht werden. Die andere Hälfte wird von Vinci und seinem Konsortium beigesteuert. Dafür bekommt Vinci das Recht, zusammen mit seinen Partnern die neue Stecke 50 Jahre lang zu betreiben und dafür Benutzungsgebühren von der SNCF oder anderen Anbietern von Hochgeschwindigkeitszügen einzustreichen. Das Risiko, dass Vinci dabei Geld zusetzt, dürfte nicht groß sein.
(J.-B. Gilles : Vinci : 50 ans sur la LGV, in : SUD OUEST, 31. März 2010)
Entwarnung
Die als Unwetter angekündigten beiden Stürme vom 30. März sind über die Küsten des Départements Gironde hinweggezogen, ohne allzu viele Verwüstungen anzurichten. Den Küstenbereichen allerdings, die sonst auch schon von der Erosion geplagt werden, haben erneut Verluste gegenüber dem Meer hinnehmen müssen.
(UM, 30. März 2010)
Niederlage
Unwetterwarnung bestätigt
Aquitaine Météo hat in einer am Montag, 29. März um 17.56h ausgegeben Unwetterwarnung die Vorhersagen vom Vortag im wesentlichen bestätigt. Dabei wurden die erwarteten Spitzengeschwindigkeiten in Sturmböen leicht nach oben verändert. Gesunken ist hingegen die Befürchtung, dass es zu schweren Überschwemmungen kommen könnte. Der Grund liegt darin, dass nach neuesten Berechnungen die Windspitzengeschwindigkeiten bei ablaufender Flut eintreffen werden. Zuvor war angenommen worden, dass die höchsten Flutstände und die höchsten Windgeschwindigkeiten nahezu gleichzeitig eintreffen würden.
http://www.aquitainemeteo.com/
Lidl baut in Soulac
Die Gemeinde Soulac hat am 26. Februar 2010 dem Lebensmittel-Discounter Lidl die Genehmigung zum Bau eines neuen, größeren Geschäftslokals erteilt. Das neue Gebäude wird auf dem Parkplatz des gegenwärtigen Lidl-Standortes in Soulac entstehen. Nach Bezug des Neubaus wird das derzeitige Gebäude abgerissen. Baubeginn soll September 2010 sein, Fertigstellung der neuen Räumlichkeiten voraussichtlich noch in diesem Jahr.
(UM, 29. März 2010)
La Médocaine VTT
Die 12. Auflage des Mountainbikerennens, die am
29. Mai in
Arsac gestartet wird, wird mit mehr als 7000 Teilnehmern den bisherigen
Rekord
überbieten. Das Budget der Veranstaltung, die inzwischen in Frankreich
den
fünften Rang für Rennen dieser Art einnimmt, beläuft sich auf rund
400.000
Euro.
Zum Selbstverständnis von Veranstaltern und Organisatoren gehört des Bestreben um Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit. Aus diesem Grund hat man beschlossen, einen deutlichen Beitrag zur Wiederaufforstung von unwettergeschädigten Waldparzellen zu leisten. Zunächst strebt man jedoch an, dass der 29. Mai ein durch viele Musikdarbietungen aufgelockertes Fest werde, an dem die Mehrheit der Starter in originellen Verkleidungen in die verschiedenen Rennen gehen werden. Abends wird ein großes Festmahl für 2.500 Gäste in einem Zelt stattfinden und abschließend der Tag mit einem Feuerwerk ausklingen.
(G. Césaire : La Médocaine franchit la barre des 7000 inscrits, in : SUD OUEST, 29. März 2010)
Biostrom der neuen Art
Forscher des CNRS (Centre National de la recherche Scientifique) in Pessac haben neue Möglichkeiten für die Erzeugung von elektrischem Strom entdeckt. Sie haben eine Biobatterie konstruiert, die aus pflanzlicher Energie Strom macht, indem der Prozess der Photosynthese nachgeahmt wird. Hört sich einfach an, ist aber komplizierter. Die Leistung der ersten Batterien liegt bei einem Microwatt, also weit unterhalb dessen, was gemeinhin benötigt und eingesetzt wird, um Beleuchtung oder Motoren in Gang zu setzen. Deswegen bleiben die Forscher auch bescheiden und warnen vor überzogenen Erwartungen. Sie sehen jedoch Anwendungs-möglichkeiten in der Medizin, wo an vielen Stellen nahezu unbegrenzt lange funktionierende Biobatterien die bisher üblichen, vergleichsweise schweren Batterien mehr oder weniger konventioneller Machart mit begrenzter Lebensdauer ersetzen könnten. Die Entdeckung aus Pessac stößt auf lebhaftes Interesse in der Industrie und lässt erwarten, dass schon in wenigen Jahren erste betriebsfeste Systeme hergestellt werden können.
(L. Ménard: Électricité: un cactus survolté, in : SUD OUEST, 29. März 2010)
Unwetterwarnung
Méteó Aquitaine hat am 28. März um 19.29.h eine Unwetterwarnung herausgegeben für den Südwesten Frankreichs.
Am Dienstag werden mit dem Frühhochwasser (Koeffizient 110, zwischen 5 und 6.00 h) und dem Abendhochwasser (später Nachmittag, Koeff. 112) starke Windböen erwartet.
Die Windgeschwindigkeiten werden am Morgen des Dienstag zunehmen und um die Mittagszeit auf 100 bis 120 km/h an der baskischen Küste ansteigen. An der Küste der Landes, der Charente und der Gironde werden Windgeschwindigkeiten zwischen 90 und 110 km/h erwartet.
Es können Überschwemmungen auftreten, auch sind Schäden am Stromnetz durch umstürzende Bäume möglich.
An der Küste werden Wellen von 3 bis 5 m zur Mitte des Nachmittags erwartet und von 4 bis 6m am Abend bei Windrichtungen aus W und WNW.
http://www.aquitainemeteo.com/
Neu in Vensac
Audrey Laboy, eine diplomierte Pferdepflegerin, hat auf einem großen ländlichen Anwesen bei Vensac die Tierpension Amil’ pattes eröffnet, die für alle, die sich zeitweise nicht in der gewünschten Weise um ihre Vierbeiner kümmern können, eine willkommene Hilfe sein kann. Wobei Vierbeiner im weiten Sinne verstanden wird: Hunde, Katzen. Esel, Pferde .... Zu den angebotenen Diensten gehören neben der Pflege der Tiere auch Tierarztbesuche und der Transport der Gäste aus einem Umkreis von 30 km im pensionseigenen Tiertransporter.
Für nähere Auskünfte Tel. 06.82.96.13.94.
(Maguy Caporal, Audrey crée Amil’ pattes, in SUDOUEST, 27. März 2010)
Erinnerung
Am 17. April um 11.00 h wird in Talais in einer feierlichen Zeremonie der Befreiung des Médoc von deutscher Besatzung gedacht. Dabei soll der französischen Gefallenen bei den Kämpfen im April 1945 gedacht werden und eine Erinnerungstafel mit deren Namen enthüllt werden. Der Bürgermeister von Talais, Franck Laporte, beabsichtigt, eine Ausstellung zu organisieren, die einen Rückblick auf die letzten Monate des Zweiten Weltkrieges im Médoc erlaubt. Zu diesem Zweck bittet er alle, die Photos, Dokumente oder sonstige Erinnerungsstücke zu dieser Zeit besitzen, diese der Mairie leihweise zur Verfügung zu stellen.
(65e anniversaire de la libération du Médoc, in: SUD OUEST, 27. März 2010)
Anmerkung der Redaktion : Nach der Landung der Alliierten in der Normandie im Juni 1944 wurden das Gros der deutschen Truppen in Frankreich in wenigen Wochen zum Rückzug gezwungen und aus Frankreich herausgedrängt. Lediglich kleine Gebiete südlich und nördlich der Gironde um Royan und Le Verdon blieben in deutscher Hand, aus der sie erst im April von neuformierten französischen Truppen befreit wurden. An diese Ereignisse erinnern Denkmale an mehreren Stellen im nördlichen Médoc, zum Beispiel in Soulac am nördlichen Ende der Strandpromenade.
Nochmal Xynthia
Den folgenden 27 Gemeinden im Departement Gironde wurde laut interministeriellem Beschluss der Status Naturkatastrophenopfer aufgrund der Schäden durch Xynthia zuerkannt:
Ambès, Arcins, Asques, Bassens, Bayou-sur-Gironde, Beautiran, Blaye, Bordeaux, Cadaujac, Cambes, Cubzac-les-Ponts, Latresne, Lormont, Margaux, Pauillac, Prignac-et-Marcamps, Quinsac, La Rivière, Saint-André-de-Cubzac, Saint-Ciers-sur- Gironde, Saint-Geniès-de-Blaye, Saint Gervais, Saint-Louis-de-Montferrand, Saint-Michel-de-Fronsac, Saint-Romain-la-Virée, Saint-Vincent-de-Paul, Villeneuve.
Innerhalb von 10 Tagen können die Geschädigten bei ihren Versicherungen die ihnen zugefügten Schäden melden.
(Tempête Xynthia: 27 nouvelles communes, in: SUDOUEST, 26. März 2010)
Generalüberholung
St. Jean, der Hauptbahnhof von Bordeaux, wird vom 29. März bis zum 3. September 2010 wegen Gleisbauarbeiten auf der doppelgleisigen Strecke Bordeaux – Le Verdon für Expressregionalzüge geschlossen sein. Passagiere, die ins Médoc wollen oder die aus dem Médoc kommen, müssen in dieser Zeit den Bahnhof Bordeaux- Saint Louis benutzen.
(Paul Vigneaud, Destination Saint Jean fermée, in SUDOUEST 26. März 2010)
Das Ende der Kastanienbäume
Auf dem Cours Victor Hugo in Lesparre werden in dieser Woche die alten, schwer geschädigten Kastanien von einer Gartenbaufirma gefällt und mit Wurzelwerk und Erdreich entfernt. Eine Neuanpflanzung soll im Rahmen der Neugestaltung unter ökologischen Gesichtspunkten im Oktober 2010 erfolgen.
(Sylvaine Dubost, La fin des marronniers, in: SUDOUEST, 26. März 2010)
Skulpturen aus Soulac
Seit 2003 lebt die Bildhauerin Catherine Lacroix in Soulac, wo sie in ihrem Atelier am Meer im direkten Kontakt mit der Natur und den Materialien arbeitet und auch Kurse gibt. Vom 19. Juni bis zum 11. Juli 2010 wird sie Ehrengast im Museum für Kunst und Archäologie in Soulac sein.
Am 27. und 28. März 2010 veranstaltet Frau Lacroix einen Wochenendintensivkursus in Soulac. Sommerkurse werden im Juli und August dieses Jahres auch im Centre Naturiste Euronat stattfinden. Catherine Lacroix arbeitete mit und lernte bei so bedeutenden Bildhauern wie Henri Murail in der Vendée und Walter Notz, dem Schöpfer der Skulpturengruppe auf dem Rondell des Kreisverkehrs in Grayan-et-L’Hôpital..
Weitere Informationen über Catherine Lacroix, ihre künstlerische Arbeit und Kursangebote unter Tel. 05 56 09 72 68
(Maguy Caporal: Christine Lacroix, la sculpture dans l’âme, in: SUDOUEST, 25. März 2010)
Wettlauf
Nach den Deichbrüchen, die Xynthia unter anderen auch in Ambès, am Zusammenfluss von Garonne und Dordogne, verursacht hat, ist höchste Eile angesagt, um die lädierten Deiche wieder in Schuss zu bringen. Die nächsten hohen Fluten kommen zum Monatsende mit Koeffizienten, die wieder deutlich über 100 liegen werden (112, am Dienstag und Mittwoch 30. und 31. März). Aus diesem Grund laufen die Reparaturarbeiten an den 34 km langen Deichen, die die Halbinsel von Ambès umgeben, auf Hochtouren. 100.000 Euro sind nach Aussagen des Bürgermeisters von Ambès dafür angesetzt.
Im Département Gironde
gibt es
Deiche mit einer Gesamtlänge von 409 km. Davon gelten 50% als
dringend reparaturbedürftig. 80 km
dieser Deiche in schlechtem Zustand liegen an der Girondemündung, bei 9
km
wurden schwere Schäden festgestellt. Die Ergebnisse dieser Erhebung
liegen seit
2009 vor, also vor Xynthia.
Das Problem der Deichunterhaltung wird noch dadurch kompliziert, dass nur 12% der Deiche von den Kommunen verwaltet und unterhalten werden, der große Rest ist in der Obhut verschiedenster Institutionen und privater Besitzer, die allesamt über nur wenig finanzielle Mittel verfügen und daher den Anforderungen des Deichbaus mehr oder weniger hilflos gegenüberstehen.
(D. Andrieux: Presqu’île d’Ambès : la course contre la marée, in: SUD OUEST, 25. März 2010)
Waldbrand in Le Porge
Am Mittwoch, d. 24. März 2010, brach gegen Mitternacht etwa 2 km südlich des Ortes ein Waldbrand aus. 10 Löschbrigaden mit 20 Lastwagen und 60 Feuerwehrleuten waren im Einsatz. Es gelang, den Brand in kurzer Zeit unter Kontrolle zu bringen, aber 10 ha Wald wurden zerstört.
(Feu de forêt en pleine nuit dans le Médoc, in : SUDOUEST, 25. März 2010)
Heinrich IV.
Heinrich IV., von 1589 bis 1610 König von Frankreich, wurde vor 400 Jahren, 1610 also, von Ravaillac, einem religiösen Fanatiker, ermordet. Das allein wäre wohl kein Grund, ihm 400 Jahre nach seinem Tode ein reichhaltig illustriertes Sonderheft des SUD OUEST zu widmen. Es erklärt sich auch nicht dadurch, dass von Heinrich IV. der Satz stammen soll, Paris sei eine Messe wert. Mit diesem Satz soll er nämlich erklärt haben, warum er, der geborene Protestant, zum katholischen Glauben übergetreten war, ohne den er nicht König von Frankreich hätte werden können. Noch ein zweiter Satz von ihm hat sich nachhaltig in der Erinnerung festgesetzt, der nämlich, nach dem jeder Franzose sonntags ein Huhn im Topf haben sollte. Aber auch dem verdankt Heinrich IV. nicht den Nachruhm, der ihm eigentlich nicht zu nehmen ist. Den hat er sich erworben als König, der den religiösen Frieden zwischen Protestanten und Katholiken durch das Edikt von Nantes (1598), wenn nicht endgültig, doch aber für rund ein Jahrhundert gesichert hatte. Und er hatte entscheidenden Anteil daran, dass in Frankreich die Grundlagen des modernen Staates gelegt wurden.
Jetzt im Buch- und Zeitschriftenhandel zu haben: Henri IV. Le roi gascon. 100 Seiten, 3 Euro
(M.-L. R.: Henri IV, le roi gascon, in SUD OUEST, 24. März 2010)
Anmerkung der Redaktion: Im Französischen zählt man Könige und ihre Kollegen, ähnlich wie im Deutschen, laufend durch, wenn es mehr als einen eines Namens gibt. Ordnung muss schließlich sein. Während es im Deutschen aber z.B. heißt: Ludwig I. (Ludwig der Erste), Ludwig II. (Ludwig der Zweite), Ludwig III. (Ludwig der Dritte) etc., geht es im Französischen hingegen etwas anders zu: Louis Ier (Louis premier), dann aber: Louis II (Louis deux), Louis III (Louis trois) etc. Gilt übrigens auch für Friedriche, Heinriche, Napoleons und alle anderen, die einmal regiert haben oder es hätten tun sollen.
Erdbeeren und Spargel
Während die Erdbeeren aus dem Anbaugebot Lot et Garonne fast zum üblichen Zeitpunkt auf dem Markt erscheinen, kommt der Spargel aus den Landes mit einer rund dreiwöchigen Verspätung zu den Verbrauchern. Folgen des langen und harten Winters, die sich auch in den Preisen niederschlagen.
(Fraises et asperges arrivent, in: SUD OUEST. 24. März 2010)
Eine Woche im Jet-Ski-Rhythmus
Vom 8. bis 16. Mai 2010 treffen sich die Jet-Ski Liebhaber am Strand von Montalivet. Das Programm für die Jet-Ski-Woche ist reichhaltig. Vorgesehen sind neben der Meisterschaft im Wellenreiten, Geschwindigkeits- und Schwierigkeitsprüfungen. Es wird einen Anfängerkursus für Schulkinder geben sowie die Möglichkeit zum Fallschirmspringen. Die Woche wird beschlossen mit einem Feuerwerk, einer gemeinschaftlichen Strandsäuberung und einer Baumpflanzaktion. Auf den Plätzen in Montalivet werden Kaufleute und Vereine in 15 Zelten den Besuchern ein abwechslungsreiches Programm bieten.
(Lyne Llobell, Une semaine au rythme du jet-ski, in : SUDOUEST, 23. März 2010)
Steuern rauf
Auf der letzten Sitzung des Gemeinderates von Naujac-sur-mer wurden auch die Gemeindesteuern für das laufende Jahr beschlossen. Herauskam eine Steigerung von 2% gegenüber 2009. Damit beträgt der Hebesatz für die taxe d’habitation nunmehr 11,92% (nach 11,69 für 2009), die Grundsteuer für bebaute Grundstücke wurde festgesetzt auf 11,40% und die Grundsteuer für unbebaute Grundstücke auf 26,19%.
(R. Boivinet : La mairie mise sur une hausse des taxes, in: SUD OUEST, 23. März 2010)
Einspruchshagel
Die Pläne der CUB (communauté urbaine de Bordeaux), eine neue Tramlinie mit der Bezeichnung D in Angriff zu nehmen, die Eysines an das Straßenbahnnetz der Stadt Bordeaux anschließen soll, sorgen für Wirbel. Gegen die geplante Steckenführung im nördlichen Teil der Linie sind über 100 Einsprüche, zusammen ein Papiergewicht von 400 kg, eingereicht worden. Damit ist zur Zeit nicht sicher, was aus dem Tramprojekt wird. Sicher ist hingegen, dass die Verwaltungsgerichte für zwei Jahre gut zu tun haben, und das ist ja auch etwas.
(L. Bosdecher : Les recours pleuvent, in : SUD OUEST, 23. März 2010)
Recycled
Spiegel, das weiß man, müssen regelmäßig geputzt werden, damit sie schön blank bleiben. Das gilt analog auch für den miroir d’eau, den Wasserspiegel an der Garonne in Bordeaux direkt vor dem place de la bourse. Jetzt ist auch dort Frühjahrsputz angesagt. Deswegen werden die unterirdischen Tanks für das Wasser, das die Seele des miroir d’eau ist, nunmehr gereinigt und überholt. Das geht aber nur, wenn sie leer sind. Und damit stellt sich die Frage, wohin mit den 750m³ in den Reservoirs? Einfach wegschütten? Nein, die Stadtväter von Bordeaux haben einen besseren Weg gefunden: Das Wasser wird für die Straßenreinigung verwendet. Damit werden die Tanks leer, können gereinigt werden, und anschließend funkelt der neue miroir d’eau wie am ersten Tag. Gut so.
(L’eau du miroir des quais recyclée, in : SUD OUEST, 22. März 2010)
Anmerkung der Redaktion : Bilder vom miroir d’eau finden Sie bei uns hier:
http://www.medoc-notizen.de/106.html
15. Juni: notieren!
An diesem Tag nämlich wird es im Médoc, genauer in Saint-Germain-d’Esteuil die Eröffnung eines Schaugartens der besonderen Art geben, in dem auf zunächst zwei Hektar Fläche eine Vielzahl von alten, teilweise schon fast vergessenen, einheimischen und exotischen Nutz- und Gemüsepflanzen vorgestellt werden, die es sonst in dieser Dichte wohl nicht einmal in Botanischen Gärten gibt. Dafür werden wohl 1 ½ bis zwei Stunden Besuchszeit gebraucht. Im nächsten Jahr soll die Gartenfläche verdoppelt werden und die eingeplante Besuchszeit auch.
Und hier muss man hin: Flore et Vie, 70 route du Gouat, Saint-Germain-d’Esteuil, Tél. 05.56.41.28.24. Eintritt 3,50 Euro für Erwachsene, 2 Euro für Kinder. Geöffnet an allen Tagen außer Dienstag von 14.00h bis 18.30h (ab 15. Juni)
(C. Diais: Le beau et le bon pousseront dans leur jardin, in : SUD OUEST, 22. März 2010)
Deutlicher Sieg der Linken
Bei der zweiten Runde der Regionalwahlen in Frankreich am 21. März hat die Linke einen überaus deutlichen Sieg davongetragen, es aber nicht geschafft, alle Regionen zu gewinnen. Das Elsass bleibt in der Hand der Konservativen und La Réunion wechselt die politische Farbe hin zu den Regierungsparteien des Staatspräsidenten Sarkozy. Dennoch ist das Ergebnis für Präsident Sarkozy nicht schönzureden. In 25 von 26 Regionen haben die Linksparteien den Sieg davongetragen. Die Linke hat nach den ersten Hochrechnungen fast 55% der Stimmen erreicht, die Konservativen bringen es auf 36,1% und der rechtsaußen postierte Front national kommt auf über 8%, in manchen Gegenden aber bis zu 20%.
Die Ergebnisse für Grayan-et-L’Hôpital:
Sozialisten: 30,86% (Region: 37,63%
Konservative : 22,63% (Region 22,05%)
Grüne: 12,55% (Region 9,75%)
Front national : 12,14 % (Region 8,27%
Kommunisten : 9,88% (Region 5,95%)
MoDem : 6,58% (Region 10,43%)
In Klammern: Ergebnisse für die Region Aquitanien
(Le Figaro, 21. März 2010, 22.00h)
Neuer Look für die Markthalle in Montalivet
Seit dem Beginn der letzten Woche sind kommunale
Angestellte dabei, die Markthalle in Montalivet gründlich zu renovieren.
Der
Dachstuhl wurde abgehoben, das Gebälk wird isoliert und mit dünnen
Lamellen
beklebt. Die Seitentür wird auf die Rückseite versetzt. Rollläden sollen
die
bisherigen Gitter ersetzen. Ob die Arbeiten bis Ostern, wenn
traditionsgemäß
der Sommermarkt eröffnet wird, abgeschlossen sein können, hängt vom
Wetter ab.
Sollte das nicht der Fall sein, muss die Markthalle bis zur
Fertigstellung in
ihrem jetzigen Zustand benutzt werden.
Hinter der Post wird eine öffentliche behindertengerechte Toilettenanlage gebaut. Eine weitere öffentliche Toilettenanlage ist geplant neben der Mehrzweckhalle in Montalivet am Platz des 8. Mai. Die Baugenehmigung dafür liegt vor.
(Lyne Llobell, Le marché va °être relooké, in: SUDOUEST, 20. März 2010),
Nicht mehr zu ändern, aber wichtig
Vor rund 65 Millionen Jahren verschwanden die Dinosaurier von der Erde, aber immer noch ist nicht wirklich geklärt, wer der dafür Schuldige ist. Kein Wunder, dass sich die einschlägigen Wissenschaftler die Gelegenheit nicht entgehen lassen, kräftig zu forschen und immer neue Erklärungen anzubieten. Lange Zeit galt ein gewaltiger Asteroid als Übeltäter, der durch seinen Einschlag mit einer Gewalt von einer Milliarde Atombomben die Erde so nachhaltig durcheinander gebracht hätte, dass die daraus resultierenden klimatischen Veränderungen den Dinosauriern die Lebensgrundlagen entzogen hätten.
Dieser Theorie widerspricht laut AFP der Forscher Michael Prauss von der Freien Universität Berlin. Nach seinen jüngst veröffentlichten Ergebnissen ging dem Asteroideneinschlag eine 500.000 Jahre währende Folge massiver Klimaschwankungen voraus, die das Ökosystem der Erde schon stark beeinträchtigt hätten. Dann sei der Asteroid eingeschlagen, habe aber dem Erdklima nur noch den Rest gegeben. Das dann erfolgende Sauriersterben sei also nur der letzte Akt in einer Serie von Ereignissen gewesen, die die Lebensmöglichkeiten der Saurier auf der Erde massiv eingeschränkt hätten. Egal wie die Debatte weitergeht, die Dinos sind weg und wir alle profitieren noch heute davon. Unsere Vor-Vorfahren haben nämlich zu der Zeit, als die Saurier verschwanden, die Gunst der Stunde genutzt und die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass den Säugetieren die Zukunft gehören würde, Zukunft natürlich aus Sauriersicht. Wäre der Asteroid nicht gekommen, hätten wir vielleicht noch heute Probleme mit Sauriernachfahren, die partout nicht aussterben wollten. Und das hätte, obwohl es mächtig an den Haaren herbeigezogen ist, dann doch einen Bezug zum Médoc.
(Extinction des dinosaures: la thèse de l’asteroïde remise en cause, in : SUD OUEST, 19. März 2010)
... kommt es anders als man denkt
Das zumindest erfuhren mal wieder Sportfischer aus Montalivet, die am letzen Mittwoch mit ihrem Boot ausgefahren waren, um die Saison angelnd zu eröffnen. Als sie etwas auf das Meer hinausgefahren waren, bemerkten sie eine Stelle, an der Möwen intensiv auf Fischfang zu sein schienen. Beim Näherkommen stellte sich das als zutreffend heraus, doch waren die Angler höchst erstaunt, als sie unter dem Vogelschwarm eine Herde von reichlich 20 Delphinen bemerkten, die sich eine festliche Fischmahlzeit gönnten, an der die Möwen teilnahmen. Die Angler beschränkten sich staunend aufs Zuschauen, sie bargen lediglich ein paar Fische, die die Delphine erlegt hatten, ohne sie zu verputzen. Nach diesem Erlebnis kehrten die Angler mit vollzogener Saisoneröffnung aber ungeangelt zurück.
(L. Llobell : Dauphins au large, in : SUD OUEST, 20. März 2010)
Erklärungen und Absichten, aber keine Lösung?
Die Situation an dem Appartementhaus Signal in Soulac, das durch die Schäden, die Xynthia an der dem Haus vorgelagerten Düne angerichtet hat, massiv bedroht ist, ist dramatisch. Am letzten Donnerstag stellte sich der Bürgermeister von Soulac den Eigentümern und erläuterte, dass im Jahre 2000 ein umfangreiches Küstenschutzprogramm für Soulac beschlossen worden war, dessen Finanzierung getragen werden sollte vom Staat, vom Conseil régional (für die Region Aquitanien), vom Conseil général (für das Département Gironde) und von der Communaute des Communes, dem Gemeindeverband, dem Soulac angehört. Nach der ersten von geplanten sieben Bauabschnitten haben sich allerdings aus diesem Finanzierungsmodell alle bis auf den Gemeindeverband zurückgezogen, was faktisch zum Stillstand der Sicherungsmaßnahmen führte.
Die Gemeinde will jetzt in einer Notmaßnahme Sand vor der bedrohten Düne aufschütten lassen, damit wenigstens die unmittelbare Bedrohung für das Haus gemindert wird. Dass das nicht auf Dauer ausgelegt ist, wissen alle, denn ein paar Kilometer südlich in L’Amélie hatte Xynthia alles an Sand weggefegt, was man dort im letzten Jahr angefahren hatte und dazu noch die dahinter liegende Düne demoliert. Geschehen muss etwas, denn die nächsten hohen Koeffizienten drohen am Monatsende.
(J. Lestage : Signal: L’heure du choix, in : SUD OUEST, 20. März 2010)
Schwarzes Dünengold
Frankreich besitzt nur geringe Vorkommen an Erdöl, das weiß man. Nur wenige wissen aber, dass im Bereich des Bassin von Arcachon auf diskrete Weise Öl gepumpt wird. Schon seit 1954. Anfangs unter der Regie von ESSO, seit 2006 unter dem Namen der kanadischen Firma Vermilion. Die jüngste Bohrung, nahe der Düne von Pyla wurde 2005 produktiv, hat aber inzwischen viel an Ergiebigkeit verloren. Anfangs förderte man täglich 250 m³, jetzt sind es nur noch um die 20 m³. Um die Leistung zu erhöhen, soll jetzt durch eine zweite Bohrung der unterirdische Druck so erhöht werden, dass die Leistung wieder steigt. Ob es klappt, weiß man in etwa zwei Monaten.
(L’or noir de Pyla, in: SUD OUEST, 19. März 2010)
Neues Buch
Jean-Paul Lescorce, den nicht wenige unserer Leser als kenntnisreichen und humorvollen Führer durch die Bunkeranlagen nördlich von Soulac erlebt haben, bereitet ein neues, wie üblich opulent bebildertes Buch vor. Dabei stellt er aus seiner monumentalen Postkartensammlung wieder eine Reihe von Schätzen vor, die wohl nur bei ihm zu finden sind. Schwerpunkt des neuen, auf mehrere Bände angelegten Werks werden zunächst die Geschäfte der Rue de la Plage in Soulac sein (Fußgängerzone von der Markthalle zum Strand). Das Erscheinen ist zum Salon du livre im nächsten Monat angekündigt.
Für alle, die sich noch nicht versorgt haben: Die letzte Veröffentlichung von Jean-Paul Lescorce, in der er Soulac vor 100 Jahren mit Blick auf den Strand und dessen Umgebung Revue passieren lässt, ist noch im Handel (Il y a 100 ans, Soulac-sur-Mer, la plage et les pontons à travers la carte postale, Preis 22,95, zu finden in der Maison de la Presse in der Rue de la Plage in Soulac)
(SUD OUEST, 19. März 2010)
Jugendlich und umweltbewusst
Der Gemeinderat für Jugendliche in Soulac gibt sich nicht damit zufrieden, Vorschläge zu machen und Ideen zu äußern, seine Mitglieder tun auch, was sie für sinnvoll halten. Am letzten Mittwoch, dem ersten wirklich frühlingshaften Tag dieses Jahres, versammelten sie sich am Hauptstrand in Soulac, um ihn von allerlei Unrat zu befreien und um so einen Beitrag zum aktiven Umweltschutz zu leisten. Der Müll wurde, getrennt nach Dingen, die recycelt werden können und solchen, bei denen das nicht geht, in Behältern gesammelt und zur Müllkippe gebracht.
(Maguy Caporal, Les jeunes citoyens, in: SUD OUEST; 19. März 2010)
Pachtvertrag
Der Pachtvertrag für den ACM (Atlantic Club de Montalivet) der von Didier Vacher, dem ehemals starken Mann des CHM dominiert wird, und der Gemeinde Vendays-Montalivet ist soeben unter notarieller Aufsicht unterzeichnet worden. Er gilt für ein Gelände von rund 34 ha für 9 Jahre. Er an einmal verlängert werden. Die Pacht ist auf 86301 Euro festgesetzt worden. Sie kann in fünf Jahren verdoppelt werden, wenn der Pächter eine Baugenehmigung erhält, die es ihm erlaubt, das Gelände des ACM umzugestalten in eine Kombination aus Feriendorf und Campingplatz.
(Le bail d’Atlantic Club renouvelé, in SUD OUEST, 18. März 2010)
Wo ein Wille ist...
In Talais sind vor drei Jahren drei luxuriöse Häuser auf 2 m hohen Stelzen entstanden, die es eigentlich gar nicht geben dürfte. Einfach deswegen, weil sie auf landwirtschaftlichem Grund errichtet wurden, auf dem nur der Landwirtschaft dienende Bauten zugelassen sind. Konsequenz müsste sein: Abriss. Wird aber nicht geschehen, weil die Gemeinde aus mehreren Gründen es gut findet, dass vor ihren Toren diese Stelzenhäuser entstanden sind, die bald noch Gesellschaft bekommen werden, in die dann ebenfalls betuchte Großstädter einziehen werden. Damit das geht, wird kurzerhand der Flächennutzungsplan so umgestrickt, dass die fraglichen Gebäude nicht mehr auf landwirtschaftlichen Flächen stehen. Wenn man will, geht vieles. Und in Talais will man, nicht zuletzt mit Blick auf die Gemeindekasse.
(J. Lestage /C. Chignac: Comment le projet des Cabanes a bravé l’interdit, in. SUD OUEST, 18. März)
7000 Euro
Genau diese Summe fehlt den Organisatoren noch, damit in diesem Jahr die Wahlen der Miss Médoc in Lesparre stattfinden können. Nach Soulac, wo bislang dieses wichtige Ereignis stattfand, wird man nicht zurückkehren, nachdem man sich von dort im Groll verabschiedet hatte. Der Verein Le Fil rouge, der diese Misswahl erstmals in Lesparre durchführen will, sucht händeringend nach Geldgebern, um die noch offenen 7000 Euro einzubringen.. Bis jetzt weiß man nur, wer nichts geben wird.
(J. Lestage : Miss Médoc: il manque 7000 euros à Lesparre, in : SUD OUEST, 18. März 2010)
Neustart
Nachdem Didier Vacher, einstmals Chef und Hauptaktionär des CHM in Montalivet seine Strafe abgebüsst hat wegen der im CHM von ihm begangenen Unregelmäßigkeiten, wendet er sich neuen Tätigkeiten zu. Neuer Schwerpunkt ist für ihn nunmehr der ACM (Atlantic Club de Montalivet), der zur Zeit über 50 Bungalows verfügt, in denen in der Saison pro Woche zwischen 350 und 400 Personen in Vollpension untergebracht sind. Da die Häuser und sonstigen Anlagen in die Jahre gekommen sind, soll in großem Stil Neues an die Stelle des Alten treten. Mit der Genehmigung für diese Maßnahmen werde, so Vacher, in Kürze gerechnet. Dann sollen die 50 bestehenden Bungalows abgebrochen werden und an ihre Stelle 55 neue von je 35m² Fläche treten. Gleichzeitig soll auf einer Fläche von 1,44 ha ein Vier-Sterne-Campingplatz errichtet werden mit 748 Stellplätzen von 80 bis 100 m² Größe. Weiter sollen behindertengerechte Stellplätze geschaffen, 12 Sanitärgebäude, ein neues Empfangsgebäude und Parkplätze am Eingang errichtet werden.
Nächstes Ziel, so Vacher, sei es, den Camping Municipal zu übernehmen, den die Gemeinde in private Bewirtschaftungen übergehen lassen wolle. Für ihn sei es attraktiv, mehrere Einrichtungen im Tourismusbereich zu führen, für die dann gemeinsam Werbung gemacht werden könne und bei denen auch in anderen Bereichen kostengünstige Zusammenarbeit möglich sei.
(Vacher, son retour sur le devant de la scène, propos recueillis par L. Llobell, in ; SUD OUEST, 18. März 2010)
Wärme aus der Unterwelt
Es existiert, aber niemand nimmt es richtig wahr, das System der Abwasserkanäle im Untergrund von Bordeaux, das immerhin mit rund 2000 km Gesamtlänge zu den größten seiner Art in Frankreich zählt. In Kürze wird es eine spektakuläre Neuerung geben, die in Bordeaux nationale Premiere haben wird. Aus dem Abwassersystem von Bordeaux soll nämlich Wärme gewonnen werden, die zur Heizung öffentlicher Gebäude dienen wird. Nach Meinung der Techniker kein großes Problem, wenn man nur will. Erster Nutznießer soll schon im kommenden Winter das Gebäude der CUB (Communauté Urbaine de Bordeaux) sein.
(J.-P. Vigneaud: Chaleur en sous-sol, in SUD OUEST, 17. März 2010)
100 Jahre
Bereits vor einiger Zeit angekündigt, ist jetzt ein Erinnerungsband erschienen, der alle an der Geschichte der Luftfahrt Interessierten erfreuen wird. Dargestellt wird in Text und Bild und zum Preis von 24 Euro die 1oo-jährige Geschichte der Luftfahrt in und um Bordeaux-Mérignac. („100 ans d’aviation en Gironde“) . Entstanden ist das Werk unter der Leitung des Herausgebers René Lemaire, der eine Mannschaft von Fachleuten aktiviert hat. Erhältlich in allen Buchhandlungen.
(Cent ans d’aviation, in SUD OUEST, 17, März 2010)
Makaber
Am 16. März sorgte eine unbegreifliche Panne im Internetportal der SNCF für Entsetzen. Beim Testen eines für Krisensituationen bestimmten Warnprogramms wurde die unzutreffende Meldung gesendet, es habe eine schwere Explosion in einem TFV gegeben, bei der es 102 Tote und 380 Verletzte gegeben habe. Da diese Meldung nur zum internen Testen konstruiert worden war, hätte sie eigentlich nicht an die Öffentlichkeit dringen dürfen. Ist sie aber. Jetzt hat die SNCF ein Problem, und die Öffentlichkeit schüttelt die Köpfe.
(Un bug sur sncf.com annonce une fausse explosion de TGV, in : SUD OUEST, 16. März 2010)
Einweihung der Ziellinie
Am Samstag, d. 27. März 2010 wird in Pauillac die feierliche Erstüberquerung der Ziellinie der diesjährigen vorletzten Etappe der Tour de France (24. Juli) begangen. Aus diesem Grund wird um 10.30h in Saint-Julien-de-Beychevelle eine Radfahrergruppe zur Einweihung nach Pauillac starten. Stimmung grantiert!
(Inauguration pour l’étape du Tour de France, in: SUD OUEST, 15.März 2010)
Kampf dem Alkoholmissbrauch
Die Direktion der Abteilung für öffentliche Sicherheit des Departements Gironde hat beschlossen, mit Nachdruck den exzessiven Alkoholmissbrauch, besonders nachts und an den Wochenenden, zu bekämpfen. Zu diesem Zweck sollen Kontrollen in den Diskotheken und Geschäften, in denen auch nachts Alkohol verkauft wird, durchgeführt werden. Daher sollen vermehrte Streifengänge durchgeführt und dabei aufgefundene Betrunkene ins Zentralkommissariat zur Ausnüchterung unter Aufsicht gebracht werden.
(L’alcool est mauvais conseiller, in: SUD OUEST, 15. März 2010)
Regionalwahlen 2010 im Départment Gironde
Alain Rousset (Parti Socialiste), der amtierende Präsident des Conseil Régional der Région Aquitaine, hat erwartungsgemäß das beste Ergebnis in der ersten Runde der diesjährigen Regionalwahlen vorzuweisen. Er erreichte 40,55% der Stimmen und damit fast genauso viele wir vor sechs Jahren. Der Vorsprung vor dem Zweitplazierten, dem Konservativen Xavier Darcos (22,32%), ist so groß, dass der Erfolg des Spitzenreiters in der zweiten Runde wohl nur eine Formsache ist.
Für viele Beobachter ist es zufriedenstellend, dass der rechtsaußen positionierte Front National rund 4% schlechter rangiert als 2004, dabei aber noch 8,69% der Stimmen erhielt.
Die Wahlbeteiligung im Département Gironde lag bei 47,35%. Dabei haben sich nur 456.891 Wähler an die Urnen begeben. 2004 waren es noch 566.237.
(D. de Laage und A.-M. Siméon: Rousset loin devant, in : SUD OUEST, 15. März 2009)
Regionalwahlen 2010 in Grayan-L’Hôpital
Wahlberechtigtre: 885, gültige Stimmen: 486
Ergebnisse: Alain Rousset, (PS): 150 Stimmen, Xavier Darcos (UMP) 110, Marie Bové (EE- Grüne) 61, Jacques Colombier (FN- Front National ) 59.
(SUD OUEST, 15. März 2010)
Regionalwahlen: erste Ergebnisse
Wie befürchtet, hat die Mehrheit der Franzosen bei den Regionalwahlen sich nicht an die Urnen begeben. Laut TNS-Sofres haben 53% einen Bogen um die Wahllokale gemacht. Wer will, kann sich daran erfreuen, dass damit der Negativrekord der letzten Europawahlen (59,3% Nichtwähler) nicht übertroffen wurde. In allen Regionen muss wohl in zwei Wochen ein zweiter Wahlgang stattfinden, bei dem die Sozialisten (PS), die im ersten Wahlgang landesweit rund 30% der Stimmen eingefahren haben, vor UMP (26,7%) liegen.
(Le Parti Socialiste totaliserait 30 % des voix, l'UMP 26,7%, in : SUD OUEST, 14. März 2010)
Magere 16,24%
Nach Mitteilung der Präfektur haben im Département Gironde bis 12.00h lediglich 16,24% der Stimmberechtigten ihre Stimmen bei den heutigen Regionalwahlen abgegeben. Dabei gab es keinerlei Wettereinflüsse, die Wähler vom Gang zu den Urnen hätten abhalten können. Kein günstiges Vorzechen für das Gesamtergebnis
(UM, 14. März 2010)
Mageres 0:0
Bei den Girondins aus Bordeaux läuft zur Zeit nicht alles rund. Bei Monaco reichte es nur zu einem mageren 0:0, das zwar die Tabellenführung noch sichert, allerdings nur mit Punktgleichheit zum Zweiten. Keine günstigen Vorzeichen für das nächste Spiel in der Champion’s League., oder doch?
(UM, 14. März 2010)
Rang 7 für Frankreich
Die vom ADAC ermittelte Rangfolge der Reiseländer, die die Deutschen besonders lieben, ergab folgendes Bild:
Platz 1. Italien (9,5% der Befragten)
Platz 2: Spanien (9,4%)
Platz 3: Österreich (6,7%)
Platz 4: Türkei (3,7%)
Platz 5: Griechnland (3,5%)
Platz 6: Osteuropa
Platz 7: Frankreich
http://reisen.t-online.de/adac-ermittelt-die-trendziele-fuer-2010/id_41049046/index
Wettlauf mit der Zeit
In den von Xynthia besonders getroffenen Regionen Frankreichs werden die nächsten hohen Koeffizienten Ende des Monats März eintreten (bis 110 am 31. März) und erneut für Überschwemmungsgefahren sorgen. Die Reparatur und Verstärkung der beschädigten oder geschwächten Deiche läuft daher derzeit auf hohen Touren. Zwischen Labarde und Macau muss eine Deichlänge von 400 m neu aufgebaut werden, da sie von Xynthia weggeschwemmt wurde. Fachleute des Deichschutzes kritisieren dabei den Staat, der 2007 eine verbindliche Deichhöhe von 4,50 festgeschrieben hatte, während die Experten 5,00 m forderten. Wären diese 5 m zur Norm geworden, hätte es keine Überschwemmungen gegeben, sagen die Fachleute.
(L. Le Cor : Chantier des digues: le contre-la-montre, in: SUD OUEST, 13. März 2010)
Diskokrach: Fortsetzung
Der Streit um den Krach, der nach Meinung der Anwohner von der Diskothek Le Vegas in Vensac Océan ausgeht, hat Chancen, zum Dauerbrenner zu werden. Jetzt haben die Betreiber der Disco den Dauerkritiker verklagt, der ihnen akustische Umweltbelastung vorwirft. Sie halten dagegen, sie hätten durch kostspielige Umbauten den Lärmschutz für die Umgebung derart perfektioniert, dass an ihrer Geländegrenze nur ein Geräuschpegel von 2,4 Dezibel gemessen wird, wobei die zulässige Obergrenze bei 4 Dezibel liegt. Auch wenn die streitenden Parteien sich alles andere als Gutes wünschen, gibt es Gutes zu berichten: Die Rechtsanwälte sind rundum zufrieden, was die natürlich nicht laut sagen dürfen, denn sie haben hier eine Baustelle, die noch viele Aktivitäten erleben dürfte.
(M. Caporal : Discothèque Le Vegas le feuilleton continue, in: SUD OUEST, 12. März 2010)
Brücke Bacalan-Bastide
Seit dem 12. März treten die Bauarbeiten am Pont Bacalan-Bastide in Bordeaux in eine nue Phase. Dazu wird die Marieke, ein holländisches Baggerschiff, den Flußgrund in der Bauzone von Schlamm und Ablagerungen befreien. Insgesamt müssen 60.000 m³ entfernt werden. Die Marieke ist 97m lang und 23 m breit, kann aber wegen ihrer Größe nur bei Flut arbeiten. Ende März sollen die Arbeiten der Marieke beendet sein. Bis dahin hat die Besatzung eine Zeit harter Arbeit vor sich. Nächster Akt im Brückenbau wird ab Mai die Installation der Fundamente für die Brückenpfeiler sein.
(J.-P. Vigneaud : Pont Bacalan-Bastide : creuser au fond du fleuve, in : SUD OUEST, 12. März 2010)
Modenschau mit den schönsten Mädchen des Médoc
Am Samstag, d. 26.März 2010 ab 20.30h veranstaltet Fil Rouge du Médoc im Espace François-Mitterrand in Lesparre zusammen mit dem Modehaus Mazarin und Kaufleuten aus Lesparre einen Abend, der dem Charleston und der Mode gewidmet ist.
Im Laufe der Veranstaltung wird es ein Défilée von Mannequins aus dem Médoc geben, die Damenoberbekleidung und feine Unterwäsche vorführen. Das Beiprogramm werden die Melrose Folies (Tänzer/innen), der Sänger David Nemetz und Variétékünstler gestalten.
Der Eintritt für diese Dîner- Abendveranstaltung beträgt 20 Euro. Reservierung bis zum 20. März 2010 unter Tel: 05 56 41 18 56 oder 05 56 41 09 40.
(Georges Rigal, Les plus belles filles du Médoc, in : SUD OUEST, 11. März 2010)
Erfreulich
Die Zahl der Verkehrsopfer mit Todesfolge ist im Monat Februar 2010 in Frankreich um 15% im Vergleich zum Februar 2009 zurückgegangen. Damit ist der Februar 2010 der Monat mit der niedrigsten Verkehrsopferzahl seit Beginn der Registrierung. Auch die Anzahl derjenigen, die nach einem Verkehrsunfall ärztliche Hilfe beanspruchen oder in ein Krankenhaus eingeliefert werden mussten, ist um 9,9% zurückgegangen und hat ebenfalls den bisher niedrigsten Stand erreicht.
(Baisse de 15%, in : SUD OUEST, 9. März 2010)
Gefahr im Verzug
Nach Xynthia herrschte im Médoc zunächst das Gefühl vor, im ganzen gnädig weggekommen zu sein. Bei näherem Hinsehen ist die Bilanz jedoch offensichtlich schlechter. So in L’Amélie, wo die im letzten Jahr angeschütteten Sandmassen zur Verstärkung der besonders bedrohten Dünenbereiche weitgehend weggespült wurden und darüber hinaus der alten Düne noch zusätzlich schwer zugesetzt wurde. Die Situation des akut gefährdeten Hauses ist noch prekärer geworden.
Schlimm getroffen hat es auch das wahrlich nicht als architektonische Zierde einzustufende Appartementhaus Le Signal am Strand von Soulac. Das vierstsöckige Gebäude, in dem es 70 Wohneinheiten gibt, lag vor Xynthia rund vierzig Meter von der Düne entfernt. Von diesem schmalen Sicherheitsgürtel ist nun ein bedrohlich breiter Streifen von rund 10 m weggerissen worden. Es herrscht große Sorge, dass bei den kommenden hohen Koeffizienten zur Tag- und Nachtgleiche die Lage noch bedrohlicher wird. Beschlüsse über Sofortmaßnahmen werden zwar diskutiert, sind aber noch nicht auf dem Weg der Realisierung
(J. Lestage: Le Signal: “La situation est alarmante”,in: SUD OUEST, 11. März 2010)
Campingplatz gefällig?
In der letzten Sitzung des Gemeinderates von Vendays-Montalivet beschlossen die Volksvertreter unter anderem, die Leitung des Camping Municipal in die Hände eines privaten Betreibers zu legen, weil eine Gemeindeverwaltung nicht optimal geeignet sei, um ein Campinggelände von 30 ha zu betreiben. Jetzt muss nur noch festgelegt werden, wieviel Pacht der künftige Betreiber an die Gemeinde zahlen und wie der Vertrag gestaltet werden soll. Für dieses Jahr bleibt aber alles noch beim alten.
Festgelegt wurde hingegen schon definitiv die Höhe der Gemeindesteuern. Sie wurden gegenüber dem Vorjahr um 9% angehoben und betragen nun: taxe d'habitation: 8,67 %; taxe foncière bâti: 13,55 %; taxe foncière non bâti: 35,41 %. .
(L. Llobell : Qui veut gérer le camping municipal? in SUD OUEST, 11. März 2010)
Grands crus unterm Hammer
Wenn Sie am 27. März noch nichts vorhaben, aber ein gutes Werk tun wollen, dann sollten Sie sich anmelden zu dem festlichen Diner im Espace Guy Guyonnaud in St.Estèphe. Beginn 19.30h. Teilnahme: 220 Euro pro Person. Dafür wird aber auch Exzellentes aus Küche und Weinkeller geboten. Höhepunkt wird eine vom Auktionshaus Christie’s besorgte Versteigerung von hochkarätigen grands crus sein, die von Spitzenchâteaux gestiftet wurden. Ach so, das gute Werk, das besteht darin, dass der Erlös der Veranstaltung verwendet wird für die Restaurierung der Kirche von Saint Estèphe, übrigens die einzige Barockkirche des Médoc.
Anmeldung bis zum 12. März: 05 56 59 35 78 oder 06 07 41 31
(Michèle Morlan-Tardat, Un grand coup...de marteau, in: JOURNAL DU MEDOC, 5.März-2010)
Winterbilanz
Auch wenn es wohl kaum noch jemanden gibt, der sich eine weitere Verlängerung der winterlichen Temperaturen wünscht, besteht eigentlich kaum Anlass zur Klage über den Winter 2009/2010. Denn der ist im langjährigen Vergleich zwar um 1,2 Grad unter dem Mittel geblieben, dabei aber noch weit entfernt von dem Rekordwinter 1962-63, der um 4,7 Grad kälter als der Durchschnitt und damit der kälteste seit 1900 war. Auffällig und vom Durchschnitt abweichend war hingegen der Reichtum an Schnee in diesem Winter. Besonders im Süden müsste man bis 1974 zurückgehen, um vergleichbare Schneemassen im März in Nîmes zu finden.
(J.-D. Renard: Encore très loin des records de froid de 1963, in: SUD OUEST, 9. März 2010)
Tempo 30 in Listrac
In der Gemeinderatssitzung vom 22. Februar wurde in Listrac unter anderem beschlossen, zur Verbesserung der Sicherheit des Straßenverkehrs, im Ortsbereich eine Zone einzurichten, in der die zulässige Geschwindigkeit auf 30 km/h reduziert wird. Dafür, dass die Füße tatsächlich vom Gas genommen werden, sollen massive Schwellen sorgen, die ein Überfahren mit höheren Geschwindigkeiten für Automobilisten, die ihre Fahrt fortsetzen wollen, nicht ratsam erscheinen lassen. Außerdem wird sich wohl die Polizei die Chance nicht entgehen lassen zu zeigen, dass ihre Radargeräte auch minimale Überschreitungen der 30 km/h-Grenze registrieren und für die öffentlichen Kassen ausnutzen lassen.
(E. Guzène : La traversée du bourg sécurisée, in: Journal du Médoc, 5. März 2010)
Die RD 1215 im Wahlkampf
Der Verein „Survivre sur la 1215 » („Überleben auf der 1215“), der seit Jahren die Entwicklung der früheren N215.,jetzt RD 1215, zu einer leistungsfähigen Achse für den Zugang in das Médoc voranzubringen trachtet, nutzt den Wahlkampf für die Regionalwahlen, um sein Anliegen erneut und hörbar vorzutragen. Dazu wurden die Spitzenkandidaten der Parteien zu ihrer Haltung bezüglich des Ausbaus der RD 1215 befragt. Und sie haben geantwortet. Alle und ziemlich einheitlich: Der Ausbau der RD 1215 ist wichtig für das Médoc, Umgehungen müssen gebaut werden für Lesparre und Listrac und auch sonst soll die Straße ausgebaut werden. Vor voreiligem Optimismus sollte jedoch gewarnt werden: Ähnliche Töne waren in der Vergangenheit regelmäßig vor Wahlen zu hören. Das Ergebnis kennt jeder, der die RD 1215 benutzt.
(J. Lestage : La RD 1215 s’invite dans la campagne des régionales, in: SUD OUEST, 8. März 2010)
Dreisprachige Pflanzenwelt
Die Vereinigung Los Tradinaires in Vendays-Montalivet , die sich der Pflege der okzitanischen Sprache widmet, wird nach dem 2006 erschienenen „Cabriolar los mots“ in Kürze ein zweites Buch veröffentlichen, das in französischer, lateinischer und okzitanischer Sprache die gesamte Flora des Médoc behandelt. Es ist ein riesiger Aufwand, die verschiedenen Pflanzen zu sammeln, zu fotografieren, Beschreibungen zu machen, die Namen zu übersetzen, aber die Mitglieder des Vereins sind mit Feuereifer bei der Sache, und sie sind bald fertig.
Neben der geplanten Buchveröffentlichung bereitet der Verein einen okzitanischen Tag für den 30. Mai 2010 vor.
(Lyne Llobell, La flore en trois langues, in: SUDOUEST, 8. März2010)
Karneval in Bordeaux.
Am letzten Sonntag fand in Bordeaux die 15. Auflage des Karnevals auf beiden Flussufern statt. Viele Zuschauer kamen, kostümiert oder auch nicht und folgten den Umzugswagen, die 4 Stunden lang vom rechten Garonneufer bis zur Place Gambetta durch die Stadt zogen.
(Stephane Lartigue : La photo du jour, in SUDOUEST, 8. März 2010)
Nächsten Sonntag wird gewählt
Oder auch nicht. Rund 50% der Franzosen werden wahrscheinlich den Wahlurnen fernbleiben, wenn die erste Runde der Wahlen zu den Conseils régionaux ansteht, den parlamentarischen Gremien der Régions (s. dazu weiter unten). Die Wahlmüdigkeit ist ein echtes Problem. Sie kann beschrieben, aber eigentlich nicht vernünftig erklärt werden. Immerhin weiß man, dass im französischen Landesdurchschnitt nur 29% der Erwachsenen den Namen ihres Président de région kennen. In Aquitaine sieht es besser aus, da wissen 40% der Befragten, dass der Präsident ihrer Région Alain Rousset heißt. Noch besser sieht es in der Région Poitou-Charente aus, wo 80% der Bürger wissen, dass sie eine Présidente de région haben namens Ségolène Royal. Die hat aber immerhin schon mal (vergeblich) versucht, Staatspräsidentin zu werden. Vielleicht ist die Wahlbeteiligung im Südwesten Frankreichs ja höher. Grosse Spannung hinsichtlich des Wahlausgangs besteht nicht angesichts der Umfrageergebnisse, die erwarten lassen, dass der in Opposition zum Staatspräsidenten Sarkozy stehende Parti socialiste womöglich in allen 22 Régions deutlich die Nase vorn haben wird oder, wenn es schlecht läuft, doch nur in 20.
(J.-P. Deroudile: On vote dimanche matin, in: SUD OUEST, 6. März 2010).
Der Conseil régional für die région Aquitaine.
Der Conseil régional ist das Parlament der Région Aquitaine, in der fünf Départements (Gironde, Dordogne, Landes, Lot-et-Garonne und Pyrénées-Atlantiques) zusammengefasst sind. Da Frankreich keinen föderalistischen Staatsaufbau wie etwa die Bundesrepublik Deutschland hat, sind die Régions ein wesentliches, wenn auch nur begrenzt wirksames Mittel zur Dezentralisierung. Die Régions haben jedoch keine Autonomie in der Gesetzgebung, wohl aber über ein eigenes Budget die Möglichkeit, zahlreiche Aufgaben etwa im Bereich Wirtschaft und Verkehr dezentral zu bestreiten. Die Finanzmittel der Régions stammen zur Hälfte aus staatlichen Zuwendungen, zur Hälfte aus speziell den Régions zugeordneten Steuern.
An der Spitze der Région Aquitaine steht ein Präsident, seit den letzten Regionalwahlen von 2004 Alain Rousset. Er stellt die Exekutive der Région dar zusammen mit 15 Vize-Präsidenten und 4 Conseillers. Bei seinen Aktivitäten hat er jedoch damit zu rechnen, dass seine Tätigkeit von einem regionalen Präfekten beobachtet wird.
Die parlamentarische Kontrolle der Exekutive der Région obliegt der assemblée régionale, in der 85 conseillers régionaux sitzen, die in ein oder zwei Wahlgängen für die Dauer von sechs Jahren gewählt werden.
Die nächsten Wahlen zum conseil régional finden in Frankreich am 14. und 21. März statt. Dabei werden insgesamt 26 conseils régionaux neu gewählt, von denen 22 im Mutterland liegen und vier in den überseeischen Gebieten, die denselben Rechtsstatus haben wie die Gebiete des Mutterlandes.
Das aktive und passive Wahlrecht bei diesen Wahlen haben alle volljährigen Franzosen, sofern ihnen die bürgerlichen Rechte nicht aberkannt worden sind.
Gewählt wird in ein oder zwei Wahlgängen nach Listen. Erhält beim ersten Wahlgang eine Liste die absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmern werden ihr 25% der zu besetzenden Abgeordnetensitze zugesprochen, die übrigen gehen anteilig an die Listen, die mindestens 5% der abgegebenen Stimmen erreicht haben. Hat im ersten Wahlgang keine Liste (Partei) die absolute Mehrheit erreicht, gibt es einen zweiten Wahlgang, an dem die Listen teilnehmen, die mindestens 10% der Stimmen erreicht haben. Nach dem zweiten Wahlgang erhält die Partei mit den meisten Stimmen 25% der Sitze, der Rest wird aufgeteilt wie beim ersten Wahlgang.
Die gewählten Präsidenten der Régions gehören in Frankreich zu den politischen Schwergewichten, deren Stimme in der Politik ein beträchtliches Gewicht hat. Das erklärt, dass diesen Wahlen eine so große Bedeutung beigemessen wird, auch wenn die Resonanz in der Breite der Bevölkerung anderes vermuten lassen könnte..
(UM; 7. März 2010)
Handlungsbedarf
In Frankreich sind nach Mitteilung des Umweltministeriums Überschwemmungen das häufigste Risiko, wenn es um Naturkatastrophen geht. Mehr als 16.000 Gemeinden sind davon betroffen, jede dritte Kommune also. Zwischen 1999 und 2010 sind viele Häuser in überschwemmungsgefährdeten Zonen errichtet worden, wie zum Beispiel in Labarde im Département Gironde, wo es ,ausgelöst durch Xynthia, ausgedehnte Überschwemmungen in Wohngebieten gab. Die Konsequenzen sind eindeutig: es muss viel mehr darauf geachtet werden, dass Baugenehmigungen nur für überschwemmungssichere Gebiete erteilt werden. Man darf gespannt sein, wie lange der Schock anhält, den Xynthia ausgelöst hat.
(J. Lestage : Le long de l’estuaire et de l’Océan, in SUD OUEST,6. März 2010)
Rückkehr nach Labarde
Die 130 Personen aus den Wohnsiedlungen Le Mail und Maqueline in Labarde (etwa auf halber Strecke zwischen Margaux und Macau), die, von Xynthia vertrieben, seit Sonntag Zuflucht bei Verwandten, Freunden und Bekannten gefunden hatten, konnten jetzt in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren, wobei sie dieselben in sehr unterschiedlichem Zustand fanden. Einige mussten nur die Vorhänge zur Seite schieben, während andere aufwändige Reinigungs- und Aufräumarbeiten zu erledigen hatten, bevor sie sich in ihren Heimen wieder zuhause fühlen konnten.
Um weitere Katastrophen zu verhindern, müssen neue Deiche , die mindestens 5 m hoch sind, gebaut und die alten umgehend modernisiert werden, damit nicht jede Hochflut Land und Leute in Gefahr bringt. Dass die Probleme auch von den Politikern ernstgenommen werden, sieht man auch daran, dass mit Ausbesserungsarbeiten an Deichen im Médoc bereits am Freitag begonnen wurde.
(Louis Le Cor : Le retour, dans la douleur, in: SUDOUEST, 6. März 2010)
Xynthia demoliert jüngste Insel
Die wohl jüngste Insel Frankreichs bildet sich seit einiger Zeit in der Girondemündung in Sichtweite des Leuchtturms von Cordouan, 10 km vor der Küste von Royan und 8 km entfernt von der Pointe de Grave. Der jüngste Besuch von Experten auf der Insel erbrachte zunächst das Ergebnis, dass die Insel von Xynthia auf eine Fläche von rund einem Hektar zurückgestutzt worden ist, aber sie ist noch da. Verschwunden sind vorerst allerdings nahezu alle Lebewesen und Pflanzen, die sich dort schon angesiedelt hatten.
(L’îIe vierge rabotée, in: SUD OUEST, 5. März 2010)
Wein in Schläuchen?
Die Mehrheit der Weinliebhaber hält es immer noch für einen Frevel, Wein anders als in Flaschen abzufüllen. In vielen Weinanbaugebieten aber, auch denen, die für exzellente Weine international bekannt sind, gehen die Winzer dazu über, ihren Wein nicht nur in Flaschen, sondern auch vakuumverpackt in Schläuchen (3, 5, 10 Liter je cubiténaire (Box) anzubieten, und die Winzer haben dabei durchaus kein schlechtes Gewissen. So verpackt ist der Wein gut geschützt vor Licht und Sauerstoff und bleibt, wie Experten feststellen konnten, in der angebrochenen Box vier bis 6 Wochen frisch und ohne Qualitätsverlust. So löst sich wieder einmal ein Vorurteil in nichts auf, gut so.
Mehr:
Notre-Dame-de-Benon
Die Kirche Notre-Dame-de-Benon in Saint Laurent, eine romanische Kirche aus dem 12. und 13. Jahrhundert ist renovierungsbedürftig. Aus diesem Grund wird der Kirchenbau vom September 2010 bis zum Juni 2013 für die Öffentlichkeit geschlossen, um die erforderlichen Arbeiten durchführen zu können. Die Kosten für die umfassenden Renovierungsarbeiten übernimmt die Kommune, und auch der Verein der Freunde der Kirche Notre-Dame-de-Benon wird sich mit Spenden beteiligen.
(Pierre Vallade, Benon, vouée auculte durant trois ans, in: SUD OUEST, 5. März 2010)
Gnadenlos
In Bordeaux flatterte einem Autofahrer ein Strafbefehl über 135 Euro ins Haus, weil er zu schnell gefahren war. Dazu verlor er einen Punkt von seinem Führerscheinkonto. Nicht schön, aber auch keine Seltenheit.
Das Besondere liegt aber hier in den Details. Der Autofahrer wurde mit exakt 51 km/h geblitzt, an einer Stelle, an der innerörtliche 50 km/h angesagt waren. Der Blitz erwischte ihn, als er mit seiner hochschwangeren Frau auf dem Weg zur Entbindungsklinik war. Als er merkte, dass er geblitzt worden war, machte er kurz kehrt, in der Hoffnung, gnädige Polizisten anzutreffen. Traf er aber nicht. Die erklärten ihm ungerührt, er sei schneller als die zugelassene Geschwindigkeit gefahren, dazu sei das blitzende Gerät so genau, dass keine Toleranz eingeräumt werden müsse, und außerdem sei der Vorgang automatisiert. Das Messergebnis werde an die Zentrale Bearbeitung in Rennes geschickt werden und von dort werde man weiteres veranlassen. Eingreifen könne man nicht.
Der verärgerte Autofahrer kann zwar Einspruch gegen den Strafbefehl erheben, ob er damit aber von den 135 Euro herunterkommt ,ist längst nicht sicher, denn die musste er erst mal zahlen, um Einspruch erheben zu können. Der ist inzwischen aber abgelehnt. Die Eltern sind dennoch glücklich, Mutter und Kind sind gesund, und das Kind weiß noch nicht, in was für eine Welt es geraten ist.
(Fl. Moreau : Flashés à l’entrée de la maternité, in: SUD OUEST, 4. März 2010)
Konkurrenz
Die jüngst gefallene Entscheidung für die Errichtung einer Fabrik für Rotorblätter von Windkraftanlagen in Blanquefort (300 Arbeitsplätze), hat den Zorn der Stadtväter von Pauillac heraufbeschworen. Die hätten nämlich die Fabrik gern bei sich angesiedelt, wurden aber von Blanquefort ausgestochen. Mit unlauteren Mitteln, wie man in Pauillac sagt. Dennoch ist die Entscheidung für Blanquefort wohl definitiv. Bleibt allenfalls die Hoffnung für Pauillac, bei einer späteren zweiten Ausbaustufe der Fabrikation zum Zuge zu kommen.
(J. Lestage : Ils se disputent les pales, in : SUD OUEST, 4. März 2010)
Tourismus-Börsen
Der Gemeindeverband Lacs Médocains tut etwas für den Tourismus. Zu diesem Zweck wurden auf dem Salon de vacances in Brüssel und der CMT in Stuttgart die Attraktionen der Region um Carcans vorgestellt. In Brüssel warb man um die Belgier, in deren Feriengewohnheiten das Médoc einen besonders hohen Stellenwert einnimmt, ähnlich wie in Stuttgart, wo es darum ging, noch mehr Deutsche in diese Gegend zu ziehen. In Brüssel konnte man 6% mehr Besucher als im Vorjahr zählen, in Stuttgart hatte man etwa gleichviel Besucher wie 2009. Aus diesen Beobachtungen lässt sich ableiten, dass für Belgier und Deutsche das Médoc auch im Jahr 2010 ein beliebtes Ferienziel sein wird. Allein, man weiß, dass man sich um die Gäste bemühen muss. Die könnten sonst auch anderswo die schönsten Wochen des Jahres verbringen.
(P. Vallde : Belges et Allemands, destination Médoc, in :SUD OUEST, 4. März 2010)
Deiche auf dem Prüfstand
Das Département Gironde ist zwar weniger stark von Xynthia getroffen wordem, doch ist dies kein Grund, so zu tun, als sei alles in Ordnung. Zumindest auf die meisten Deiche trifft dies wohl nicht zu. Insgesamt hat das Département 409 km Deiche, von denen nach Expertenaussagen die Hälfte, rund 200 km also, genau untersucht und wahrscheinlich wohl auch verstärkt werden muss. Dass hier Handlungsbedarf besteht, betont auch der Präfekt des Départements, der Druck auf seine Mitarbeiter macht, damit die so schnell wie möglich die erforderlichen Unterlagen über die Sicherheitslage der Deiche erstellen. Die sollen dann Eingang finden in den von Staatspräsident Sarkozy angekündigten Deichplan.
Auch wenn noch keine endgültigen Ergebnisse vorliegen, scheint sicher zu sein, dass im Départment Gironde zehn Deiche gebrochen sind oder stark beschädigt wurden.
(J.-P. Vigneaud :200 km digues à repenser, in: SUD OUEST, 3. März 2010)
Champion wird in Soulac zu Carrefour
Im Innern ist es bis auf die neuen Firmenzeichen kaum wahrzunehmen, außen ist es jedoch nicht zu übersehen. Für alle ehemaligen Champion-Kunden, die einst Punkte auf Kundenkarten gesammelt haben, die aber noch nicht einlösen konnten, ist nichts verloren. Sie müssen sich unter Vorlage der alten Champion-Kundenkarte am Informationsstand melden und darum bitten, dass ihre Punkte übertragen werden. Das dauert zwar etwas, bringt dann aber Einkaufsgutscheine, die im neuen Carrefour eingelöst werden können.
Auch die Tankstelle hat den Namen gewechselt.
Geblieben
ist jedoch das gegenüber den preisgünstigen Tankstellen in Lesparre höhere
Preisniveau. Es scheint, dass die Differenz etwas abgenommen hat, sie
betrug
aber bei Diesel z.B. am 3. März noch rund 4 Cent/Liter. (Bilder in
unserer Rubrik Soulac)
(UM, 3. März 2010)
Ein Ball als Sahnehäubchen..
Auch in Cussac-Fort-Médoc bereitet man sich intensiv auf die durchs Médoc führende Etappe der diesjährigen Tour de France vor. Einmal im Monat trifft sich eine Gruppe aus Repräsentanten der Kaufleute, der Winzer, der Verwaltung, der Bewohner und der Vereine des Ortes, um ein attraktives Begleitprogramm für das sportliche Großereignis zusammenzustellen. Der Stadtrat schlägt vor, am Abend des 24. Juli ein Konzert zu veranstalten, dem ein allgemeiner Ball, sozusagen als Sahnehäubchen, folgen soll.
(Gérard Fricke, Un comité dédié au Tour, in : SUD OUEST, 3. März 2010)
Le Verdon versorgt seine Wunden.
In Le Verdon, zwischen dem Meer und der Gironde gelegen, umgeben vom Marais, waren viele Häuser plötzlich von dem von Xynthia aufgepeitschten Wasser umgeben. In einzelnen Häusern stand das Wasser 1,50 m hoch, und den Bewohnern blieb nichts als die Flucht, die ohne die Feuerwehr kaum gelungen wäre. Am Montag hat der Bürgermeister den Antrag gestellt, den Ort als katastrophengeschädigt einzustufen.
(Le-Verdon-sur-Mer panse ses plaies, in: SUD OUEST, 3. März 2010)
Das Médoc nach Xynthia
Xynthia hat tiefe Spuren im Médoc hinterlassen, wenngleich die Schäden weniger dramatisch sind als weiter nördlich z. B. in der Vendée. Von Maucau bis Le Verdon sind weite Landstriche von den Wassermassen der Gironde überspült worden, wobei der schwere Sturm zusammen mit einem hohen Koeffizienten die Überschwemmungen ausgelöst hat. Bei Pauillac wurde in der Gironde ein Wasserstand von 6,99 m gemessen, nur 7 cm unter dem Wert vom Dezember 1999. Während der Hafen in Pauillac wenig in Mitleidenschaft gezogen wurde, hat in einzelnen Stadtvierteln das Wasser bis zu 40 cm hoch gestanden und Keller und Garagen überschwemmt. In Lamarque ist der Bereich des kleinen Hafens vollständig überschwemmt worden und mit ihm die erst kürzlich renovierten Anlagen. In dem gerade wieder eröffneten Restaurant L’Escale stand das Wasser 80 cm hoch.
Einige Kilometer weiter südlich stand in Soussans die Domaine de Fumadelle unter Wasser. Schäden durch Überschwemmungen gab es auch in Labarde und Macau.
(J.Lestage/ S. Jaime/ L. Le Cor : La désolation le long de l’estuaire, in: SUD OUEST, 2. März 2010)
Die Zahl der Opfer von Xynthia steigt noch
Der Sturm Xynthia hat nach letzten Berichten des Fernsehsenders TF1 eine Spur der Verwüstung hinterlassen, die in vieler Hinsicht viel schwerwiegender ist als die der Stürme der letzten Jahre. Bis jetzt sind in Frankreich 51 Todesopfer amtlich festgestellt. 8 Menschen werden noch vermisst. Allein im Département Vendée kamen 31 Menschen zu Tode, die meisten ertranken, nachdem Deiche gebrochen waren.