Einladung zur Mitarbeit

Wir suchen immer nach  Bildern, Texten und Informationen, die wir für die Euronat-Chronik verwenden können. Besonders gefragt sind Dinge, die Einblicke in die ersten Euronat-Jahrzehnte geben.  Wir hätten gern Berichte über die ersten Euronat-Kontakte, wenn möglich mit Bildern. Wenn Sie sich erinnern, schreiben Sie auf, wie und wann Sie das erste Mal in Euronat waren. Stellen Sie uns Ihren Bericht zur Verfügung. Wir akzeptieren dabei Ihre Wünsche hinsichtlich der Weitergabe oder auch nicht von Verfassernamen etc.

Dank schon jetzt für Ihre Mitarbeit.

Februar 2012

Pläne für den Leuchtturm

Um den Leuchtturm von Cordouan kümmert sich, seitdem die Entscheidung gefallen ist, dort keine Leuchtturmwärter mehr zu beschäftigen, eine Organisation mit Namen Smiddest (Syndicat mixte interdépartemental pour le développement durable de l'estuaire de la Gironde) zusammen mit den staatlichen Behörden und einem Verein, der sich die Aufgabe gestellt hat, den Fortbestand des Leuchtturms zu sichern. Jetzt sind die Pläne Jahr 2012 bekannt gemacht worden, die zum Ziel haben, das in der Gironde gelegene Baudenkmal aufzuwerten. Zentrale Bedeutung kommt dabei dem für den 29. Juni 2012 geplanten Dienstende des letzten Leuchtturmwärters zu, das sicher auf ein großes Medieninteresse treffen wird. Dabei soll deutlich gemacht werden, dass auch nach dem Abgang der professionellen Wärter der Leuchtturm nicht unbewacht ist. Um dies sicherzustellen, sollen zwei Angestellte engagiert werden, die abwechselnd auf dem Leuchtturm präsent sein werden. Um deren An- und Abreisen zu ermöglichen, wird weiterhin auf den Bojenleger zurückgegriffen, der bislang die Leuchtturmwärter beförderte. Um an den 150. Jahrestag der Erhebung des Leuchtturms in den Rang eines nationalen Baudenkmals zu erinnern, sollen im Sommer verschiedene Aktivitäten entfaltet werden, die die Aufmerksamkeit in Richtung Cordouan lenken sollen.

(J. Lestage: Des projets pour muscler l'animation de Cordouan, in : SUD OUEST, 2. Febr. 20112)



Brücke über die Gironde

Der Bürgermeister von Blaye hat eine nach seinen Worten alte Idee aufgegriffen und vorgeschlagen, zwischen Blaye und dem gegenüberliegenden Ufer eine Brücke über die Gironde zu bauen. Tatsächlich ist ein solches Vorhaben vor rund 20 Jahren schon einmal in der Diskussion gewesen, doch blieb es damals bei Planungen und Vorüberlegungen, obwohl das Problem der Finanzierung lösbar schien. Das sieht derzeit anders aus, und es darf vermutet werden, dass es nicht gelingen wird, die erforderlichen Mittel aufzubringen, um eine Brücke zu errichten. Vor weiteren Schritten will der Bürgermeister eine Abstimmung unter den Bürgern seiner Gemeinde durchführen lassen und danach über weitere Maßnahmen entscheiden..  

(J.-P. Vigneaud : Gironde : faut-il construire un grand pont sur l'estuaire ? in : SUD OUEST, 1. Febr. 2012, 7.44h, Internet-Ausg.)

 

 

 

Abstand

Nach der Fernsehrede von Präsident Sarkozy am letzten Sonntag, die von 16,5 Mio Zuschauern verfolgt wurde, ergibt sich eher Erstaunliches: in den Meinungsumfragen legt der Kandidat der Sozialisten, François Hollande, um 3% zu, während der amtierende Präsident lediglich einen Zuwachs um 0,5% verbuchen kann. Damit führt Fr. Hollande das Bewerberfeld mit 31% an, gefolgt vom Amtsinhaber mit 24,5%. Position 3 wird von der Kandidatin des rechtsaußen platzierten Front National eingenommen. Sie kommt auf 19% und rutscht damit unter die Marke von 20%.

(Sud Ouest.fr avec AFP: Sondages : Nicolas Sarkozy renforce... François Hollande qui grimpe encore, in SUD OUEST, 31. Jan., 2012, 9.49h, Internet-Ausg.)



Grand froid

Vielleicht nicht alles, aber vieles ist relativ. Auch bei Aussagen über Temperaturen. Im Südwesten Frankreichs herrscht derzeit grand froid, also große Kälte. Die französischen Meteorologen verwenden diese Bezeichnung, wenn nachts die Temperaturen unter -5 Grad absinken und am Tag nicht über +2 Grad ansteigen. Tatsächlich wurden in der  Nacht vom 1. zum 2. Februar gemessen : -4,2°C in Bordeaux, -5,5°C in Cognac (Charente), -5,1°C in La Rochelle (Charente-Maritime), -2,8°C in Bergerac (Dordogne), -2,7°C in Agen (Lot-et-Garonne), -2,3°C in Mont-de-Marsan (Landes) und -3°C in Pau (Béarn). Im letzten Winter wurde dreimal ein grand froid registriert. Es gibt aber auch Winter im Südwesten Frankreichs, in denen dieses Phänomen nicht auftritt, wie z. B. 1998, 1999 und 2000.

(J.-D. Renard: Le mercure est descendu à -5°C dans le Sud-Ouest, in : SUD OUEST, 2. Febr.2012, 16.29h, Internet-Ausg.)

 



Quecksilberalarm

In verschiedenen Fischarten, die im See von Carcans-Hourtin gefangen wurden, sind erhöhte Konzentrationen von Quecksilber gemessen worden. Unklar ist bislang, woher das gefährliche Metall stammen könnte. Fest steht hingegen, dass die Werte, die bei der Analyse von insgesamt 25 kg im See gefangenen Fischen ermittelt wurden, zu hoch sind. Die Vorgaben der EU erlauben Quecksilbergehalte bis zu 0,5 mg pro Kilo Fisch; gemessen wurden aber 1 mg bei Hechten und 1,4 mg bei Zandern. Diese Raubfische lagern Schadmetalle wie das Quecksilber in ihrem Körper ein, ohne es abbauen zu können. Die aktuelle Empfehlung, von der Präfektur ausgegeben, heißt, auf den Verzehr von Hechten und Zandern aus dem See von Hourtin zu verzichten. Bis zum Frühjahr hofft man, mehr über die Ursachen der Quecksilberbelastungen zu wissen.

(Romain Barucq: Lac d'Hourtin-Carcans (33) : du mercure dans les poissons, in : SUD OUEST, 30. Jan. 2012)



Wahlkampfhilfe

Die Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland hat, sollte man denken, mit dem anlaufenden Wahlkampf für die Präsidentschaft der République Française nur als Beobachterin zu tun. Falsch, Frau Merkel wird an Wahlkampfveranstaltungen von Nicoals Sarkozy teilnehmen und damit weit mehr tun als nur beobachten, was sich jenseits des Rheins abspielt. Richtig überraschen kann diese Unterstützung aber niemanden, hatte doch Nicolas Sarkozy schon 2009 im damaligen deutschen Wahlkampf Angela Merkel unterstützt, und außerdem stehen sich die politischen Parteien, auf die beide sich stützen, recht nahe. Pikant und interessant ist dabei, dass durch die aus Deutschland kommende Meldung der erste, kaum misszuverstehende Hinweis darauf kam, dass der gegenwärtige Präsident Frankreichs sich wieder zur Wahl stellen wird, denn er hat es bis heute vermieden, in Frankreich eine eigene eindeutige Stellungnahme zu dieser Frage abzugeben.

(SudOuest.fr avec AFP: Angela Merkel va faire campagne pour le candidat Sarkozy, in: Sud OUEST, 28. Jan. 2012)

Januar 2012

Überschwemmungsrisiken

Die Orkane der letzten Jahre, allen voran Martin (1999) und Xynthia (2010) haben im Médoc zu Überschwemmungen  geführt, auf die man nur schlecht vorbereitet war. Damit in der Zukunft die Risiken verringert, wenn schon nicht ganz ausgeschaltet werden können, hat eine Kommission die Arbeit aufgenommen, die in zwei Jahren einen abschließenden Bericht vorlegen soll. Schon jetzt sind erste Ergebnisse bekannt gemacht worden. Danach leben derzeit im Bereich der Girondemündung rund 50.000 Menschen in Gebieten, die unter Umständen überschwemmt werden könnten. 40% dieser Einwohner leben in der Pointe du Médoc oder in Bordeaux. Bedingt durch die unterschiedliche Besiedlungsdichte entfallen rund 65% der gefährdeten Wohnungen auf das Gebiet von Bordeaux.

(J. Lestage : Risque inondation étudié , in : SUD OUEST, 28. Jan. 2012)



Präzisierung

In seiner von fast allen größeren in Frankreich präsenten Fernsehanstalten verbreiteten Rede hat Präsident Sarkozy die bereits gemeldete Erhöhung der Mehrwertsteuer bestätigt, die auf 21,2% angehoben werden soll. Datum der Erhöhung: 1. Oktober 2012.

Die Erwartung, der Präsident werde sich eindeutig zu der Frage äußern, ob er  erneut für das Amt des Staatspräsidenten kandidieren werde, blieb jedoch ohne eindeutige Antwort, doch gibt es kaum Anhaltspunkte dafür, dass er sich nicht stellen wird.

(Sudouest.fr avec AFP : Nicolas Sarkozy dit avoir "un rendez-vous avec les Français", in : SUD OUEST, 29. Jan. 2012, 22.39h, Internet-Ausg.)


Occitanisches

Der Verein Los Tradinaires in Vendays-Montalivet hat sich die Aufgabe gestellt, das Occitanische zu pflegen, also die Sprache, die vor dem Siegeszug des heutigen Hoch-Französisch von nahezu allen Bewohnern des Médoc gesprochen wurde. Heutzutage ist die Kenntnis dieser fast schon verschwundenen Sprache auf wenige besonders Interessierte beschränkt, doch besteht Aussicht, dass sich der Kreis der Eingeweihten vergrößern wird. In Cussac gibt es eine Schulklasse, die zweisprachig französisch-occitanisch unterrichtet wird und die Tradinaires tun das Ihrige, um die Sprache, die zu pflegen sie sich vorgenommen haben, in das rechte Licht zu setzen. So sind in den letzten Jahren zwei französisch-occitanische Bücher erschienen, von denen das eine über die heimische Pflanzenwelt für jeden Interessierten einen anschaulichen Zugang zum Occitanischen bietet. Zur Zeit laufen Arbeiten zur Erstellung eines occitanisch-französischen Wörterbuchs, wobei jedoch noch nicht abzusehen ist, wann dieses Werk erscheinen kann.

(L. Llobell: Los Tradinaires ciblent les jeunes, in SUD OUEST, 28. Jan. 2012)

Anm. der Redaktion: Mehr zu dem zweisprachigen Werk über die Pflanzenwelt in unserer Rubrik Médoc-Literatur.


Mehrwertsteuer

Die Mehrwertsteuer in Frankreich beträgt zur Zeit, abgesehen von einigen Ermäßigungen für bestimmte Dinge, 19,6%. Das wird nicht mehr lange so bleiben, denn Le Monde will erfahren haben, dass Staatspräsident Sarkozy in seiner für kommenden Sonntag angesetzten Fernsehrede die Erhöhung auf 21,2% verkünden wird. Der Präsident wird dies bekannt geben, wenn er die Maßnahmen erläutert, mit denen er Frankreich aus der gegenwärtigen Krise führen will. Gewerkschaften und Sozialisten haben schon scharfen Widerstand angekündigt, und auch im politischen Lager des Präsidenten ist die Anhebung der Mehrwertsteuer alles andere als populär, fürchtet man doch, dafür die bei den nächsten Wahlen bestraft zu werden. Wenn die Erhöhung auf 21.2% durchgeführt wird, erreicht der Satz für diese Steuer den bisher höchsten Wert in der französischen Geschichte.

(SudOuest.fr: Nicolas Sarkozy devrait annoncer un taux de TVA à 21,2%, in : SUD OUEST, 28. Jan. 2012, 17.17h, Internet-Ausg.


Klinik Lesparre

Im November 2010 hatte der Leiter der Klinik in Lesparre zugegeben, dass die Zukunft dieser für das Médoc eigentlich unverzichtbaren medizinischen Einrichtung in Gefahr sei. Danach ist einiges getan und versucht worden, doch hat alles nicht zu einer dauerhaften Beruhigung der Lage geführt. Das immer noch  bestehende Hauptproblem liegt im finanziellen Bereich. Nach Angaben der Direktorin der staatlichen  ARS (Agence régionale de santé – regionale Agentur für das Gesundheitswesen) betrug das Defizit der Klinik für das Jahr 2011 1,7 Mio Euro, wahrlich kein Pappenstiel. Dazu kommt, dass es immer noch schwer ist, Ärzte und Pflegepersonal zu gewinnen, was sicher nicht zuletzt daran liegt, dass die Zukunft dieser Klinik sich nicht so stabil darstellt, dass Bewerber dadurch angezogen würden. Die größten Sorgen macht man sich derzeit um die Geburtshilfehabteilung, deren Schicksal vielleicht am unsichersten ist. Angesichts der aktuellen Lage engagieren sich die Abgeordneten, die Gemeinderäte, die Bürgermeister der Region, um das zu tun, was in ihren Kräften steht, um das Fortbestehen der Klinik in Lesparre zu sichern. Sie können sicher sein, dass sie dabei von allen unterstützt werden, die ein Interesse daran haben, dass die medizinische Versorgung des nördlichen Médoc sich nicht verschlechtert, aber es ist längst nicht ausgemacht, ob das reicht, um die Klinik in Lesparre auf Dauer aus ihren Schwierigkeiten zu befreien.

(J. Lestage : La clinique de Lesparre dans l'incertitude, in : SUD OUEST, 25. Jan. 2012)



Präsidentschaftswahlen

Im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen in Frankreich (1. Wahlgang: 22. April, zweiter Wahlgang: 6. Mai 2012) interessieren sich viele für die Stimmung der Wähler. Für den  1. Wahlgang wurden  für die Kandidaten, die sich um das Amt des Präsidenten bewerben, Ende Januar folgende Zahlen ermittelt (in Klammern Veränderung gegenüber 11. Jan.):

François Hollande: 27,5% (+0,5%), Nicolas Sarkozy : 24 % (-1%), Marine Le Pen: 17% (0%), François Bayrou, 14% (-1%). Die übrigen Kandiaten bleiben unter 10% und haben damit kaum eine Chance, in die Entscheidung einzugreifen.

Für den zweiten Wahlgang, bei dem nur die beiden am besten platzierten Kandidaten des ersten Durchgangs antreten können, sieht es derzeit so aus:  Hollande : 56%, Sarkozy : 44%

http://www.lefigaro.fr/assets/pdf/opinionway-fiducial-pour-lefigaro-et-lci.pdf

 

Stauwarnung

In Bordeaux beginnen in diesen Tagen Straßenbauarbeiten, die den Verkehrsfluss  namentlich zu den Stoßzeiten empfindlich beeinträchtigen werden. Betroffen sind die Quais zwischen der Place de la Bourse und dem Miroir d’eau. Da die marode gewordenen Fahrbahnen in diesem Bereich komplett erneuert werden müssen, werden jeweils zwei Fahrspuren gesperrt. Die Arbeiten sollen bis Ende März abgeschlossen werden.

(J.-P. V.: Circulation à Bordeaux : évitez d'emprunter les quais, in : SUD OUEST, 28. Jan. 2012)


Arbeitslosigkeit

Die Arbeitslosigkeit hat in Frankreich im vergangenen Jahr deutlich zugenommen. 152.000 neue Arbeitsuchende sind zu den schon vorhandenen gekommen, was eine Zunahme um 5,6% gegenüber 2010 bedeutet. Mit den französischen Überseegebieten sind in Frankreich derzeit 4,53 Mio Menschen ohne Arbeit. Besonders schlecht sehen die Chancen, eine neue Beschäftigung zu finden, für über 50-jährige aus. Mehr als die Hälfte der im vergangenen Jahr arbeitslos gewordenen gehört dieser Altersgruppe an. . 
(SudOuest.fr, avec AFP: Emploi : le chômage a explosé en 2011 avec 152.000 demandeurs en plus, in : SUD OUEST, 25. Jan. 2012, 19.20h, Internet-Ausg.)

Airbus-Schnäppchen

Der arabische Frühling, der in Nordafrika nacheinander drei Diktatoren von der Macht geweht hat, hat auch im Médoc Auswirkungen. Freilich nur mittelbare. Konkret in Mérignac in der Firma Sabena Technics (früher SOGERMA), die sich auf den Aus- und Umbau der Inneneinrichtung von Flugzeugen für potente Kunden spezialisiert hat. Auf dem Gelände der Firma steht seit geraumer Zeit ein Airbus A-340 der Air Tunis, der einst für den persönlichen Gebrauch von Herrn Ben Ali, ehemals erster Mann in Tunesien, hergerichtet werden sollte. Einen Monat nach dem Beginn der Arbeiten, wurde Ben Ali aus gutem Grund von seinen Landsleuten verjagt, was aber keine Auswirkungen auf den Umbau des Flugzeugs in Mérignac hatte. Der war begonnen und musste durchgeführt werden, denn ein Flugzeug ohne Inneneinrichtung lässt sich höchstens verschenken. Was natürlich niemand wollte. Also wurden die Arbeiten nach den ursprünglichen Plänen vorangetrieben. Jetzt hat der vierstrahlige Langestreckenjet neben einem Schlafzimmer und einigen Salons so ziemlich alles, was teuer ist, verbunden damit jedoch ein Problem: Air Tunis hat keine Verwendung mehr für den Luxusflieger, es gibt ja keinen Ben Ali mehr, der das Flugzeug auf Kosten seiner Landsleute nutzen könnte. Man sucht also nach einem Abnehmer. Und das ist die Chance für Schnäppchenjäger, oder? 
(B. Broustet: L'ex-futur avion de Ben Ali est à vendre à Mérignac, in : SUD OUEST, 24. Jan. 2012)


Fehlstart ?

Der neue Telefonanbieter  Free hat mit seinem Erscheinen auf dem französischen Markt sicher für Aufregung und Bewegung gesorgt, nicht nur bei den Verbrauchern, sondern auch bei den konkurrierenden Anbietern. Mit einer nicht zu verkennenden Genugtuung meldet nun der Marktführer Orange, bei Free laufe wohl nicht alles so, wie man sich das gedacht habe. Es gebe schon Telefonkunden, die nach einem kurzen Versuch bei Free mehr oder weniger reumütig zu Orange zurückkehrten. Zahlen gibt es nicht, aber zusammen mit Meldungen über technisch bedingte Anlaufschwierigkeiten bei Free darf vermutet werden, dass der Schrecken, den Free bei der Konkurrenz verbreitet haben mag, dabei ist, weniger groß zu werden als er vielleicht noch vor ein paar Wochen war.

(SudOuest.fr avec AFP: Orange dit avoir des retours de clients déçus de Free Mobile, in : SUD OUEST, 23. Jan. 2012, 15,31h, Internet-Ausg.)


Unter Kontrolle

Die asiatische Hornisse, erst vor wenigen Jahren in den Südwesten Frankreichs eingeschleppt, aber schnell zu einem gefährlichen Feind der heimischen Bienen geworden, schien sich lange ungehindert und unkontrolliert auszubreiten. Jetzt meldet der Verein zum Schutz der Gesundheit der Bienen jedoch, dass Anlass zu Optimismus besteht. Obwohl seit zwei Jahren die Feuerwehr sich nicht mehr im Kampf gegen diese Hornissenart engagiert, haben sich zahlreiche Freiwillige das notwendige Sachwissen verschafft, um erfolgreich gegen Hornissennester vorgehen zu können. Dazu dienen teleskopierbare Stangen, die bis auf 30 m ausgefahren werden können, um den Nestern beizukommen. Von diesen Stangen sind mittlerweile 29 im Einsatz, mit denen immer höhere Nester bekämpft werden können. Zusätzlich sind inzwischen 6.000 aus Japan stammende Köder aufgehängt worden, in denen sich die gefürchteten Hornissen fangen sollen. Der Optimismus stützt sich auf Zahlen. Im Jahr 2009 haben 14 freiwillige Spezialisten 1.000 Hornissennester zerstört, 2010 sind von  24 Helfern 1.200 Nester unschädlich gemacht worden. Für das vergangene Jahr sind noch keine endgültigen Zahlen verfügbar, aber es werden mehr als 2010 sein. Auch wenn man sich wohl damit abfinden muss, dass die asiatischen Hornissen nicht mehr auszurotten sind, weiß man nun aber, dass sie wirksam bekämpft werden können.

(I. Castéra: Frelon asiatique sous contrôle, in : SUD OUEST, 22. Jan. 2012)



Gesetz gegen Dauercamper

Ein neues Gesetz, das soeben in der französischen Nationalversammlung verabschiedet worden ist, untersagt es, dauerhaft den ersten Wohnsitz in einem Wohnwagen oder Mobilhome aufzuschlagen. Demnächst soll die Aufenthaltsdauer in einem Wohnwagen bzw. Mobilhome auf drei Monate begrenzt werden. Die für die Bestätigung dieses Gesetzes erforderliche Zustimmung des Sénat, der zweiten Kammer des französischen Parlaments, steht zwar noch aus, doch formiert sich schon jetzt Widerstand, der vornehmlich damit argumentiert, dass durch das neue Gesetz hauptsächlich sozial Schwache getroffen würden, die sich aus Not auf ein Dauerquartier einlassen müssten, das weniger Geld koste als eine Wohnung. Nach Erhebungen der offiziellen Statistik gibt es in Frankreich derzeit  rund 85.000 Personen, die ganzjährig auf Campingplätzen leben, wseil sie nicht über die Mittel verfügen, eine reguläre Wohnung zu bezahlen.

(S. Cottin: Les précaires chassés du camping ?, in : SUD OUEST, 23. Jan. 2012, 11.53h, Internet-Ausg.)




Fehlstart ?

Der neue Telefonanbieter Free hat mit seinem Erscheinen auf dem französischen Markt sicher für Aufregung und Bewegung gesorgt, nicht nur bei den Verbrauchern, sondern auch bei der Konkurrenz. Mit  nicht zu verkennender Genugtuung meldet nun der Marktführer Orange, bei Free laufe wohl nicht alles so, wie man sich das gedacht habe. Es gebe schon Telefonkunden, die nach einem kurzen Versuch bei Free mehr oder weniger reumütig zu Orange zurückkehrten. Zahlen gibt es nicht, aber zusammen mit Meldungen über technisch bedingte Anlaufschwierigkeiten bei Free darf vermutet werden, dass der Schrecken, den Neuankömmling bei der Konkurrenz verbreitet haben mag, dabei ist, weniger groß zu werden, als er vielleicht noch vor ein paar Wochen war.

(SudOuest.fr avec AFP: Orange dit avoir des retours de clients déçus de Free Mobile, in : SUD OUEST, 23. Jan. 2012, 15,31h, Internet-Ausg.)




Kraniche im Médoc

Seit undenklichen Zeiten ziehen Kraniche auf ihrem Weg in südlichere Winterquartiere durch den Himmel Südwestfrankreichs. Seit den späten 80er Jahren des letzten Jahrhunderts haben erst ein paar, dann immer mehr dieser großen Vögel die angenehmen Seiten des Médoc entdeckt und beschlossen, sich im Naturschutzgebiet von Cousseau zum Überwintern niederzulassen. Der Teich von Cousseau, der für die Kraniche besonders wichtig ist, liegt eigentlich nicht auf der früher üblichen Flugroute und blieb deshalb wohl unentdeckt. Man nimmt an, dass ein Trupp Kraniche durch einen Sturm in das Gebiet von Cousseau verschlagen worden ist und seitdem die Vorzüge dieses Naturschutzgebietes schätzen gelernt hat. Das hat sich unter Kranichen offenbar herumgesprochen, denn zur Zeit halten sich dort rund 2.000 dieser großen Stelzvögel auf und bieten morgens, wenn sie zu ihren Futterplätzen fliegen und spätnachmittags, wenn sie zurückkehren, ein beeindruckendes Schauspiel, das sich jedoch weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit abspielt.

(J. Lestage : A la découverte de la « dame grise », in : SUD OUEST, 20. Jan. 2012)




Spuren der Vergangenheit

Wenn es das Internet mit seinen schnellen Recherchemöglichkeiten nicht gäbe, wären zwei Amerikaner, Sohn und Enkel des Weltkriegs-II-Fliegersoldaten Arthur Meyerowitz, wahrscheinlich nicht ins Médoc gekommen. Da sie aber, inspiriert durch einen Zeitungsartikel, der an die Verhaftung von Gisèle Chauvin am 26. Februar 1944 durch die Gestapo erinnerte, eine Suche im Internet starteten, wussten sie schnell, dass besagte Gisèle Chauvin, deren Name in einigen Briefen ihres Vaters bzw. Großvaters auftauchte, tatsächlich die Frau war, ohne die der Flieger nicht den Rückweg in seine Heimat gefunden hätte. Dieser, 1944 MG-Schütze in einem von den Deutschen zerschossenen amerikanischen B 24-Bomber, hatte über dem Médoc sein Flugzeug mit dem Fallschirm verlassen müssen und war, nachdem er sich zwei Tage lang notdürftig versteckt hatte, von Mme Chauvin, damals Apothekerin in Lesparre und aktiv in einer Résistance-Gruppe, die sich um abgeschossene alliierte Flieger kümmerte, aufgenommen und auf den Weg in Richtung spanische Grenze gebracht worden, die er auch tatsächlich erreichte und bis Gibraltar gelangte. Der ehemalige MG-Schütze lebte nach dem Krieg bis zu seinem Tod im Jahr 1971 in New York als kleiner Geschäftsmann.

Gisèle Chauvin wurde am 26. Februar 1944 von der Gestapo verhaftet. Ihr wurden Aktivitäten in der Résistance zur Last gelegt, sie verbrachte 15 Monate in deutschen Gefängnissen und im KZ Sachsenhausen, bevor sie nach Ende des Kriegs nach Lesparre zurückkehren konnte. Sie arbeitete dort weiter als Apothekerin bis 1972.

Die Nachkommen von A. Meyerowitz trafen sich mit den Nachkommen von Gisèle Chauvin, in deren Begleitung sie die Regionen des Médoc erkundeten, in denen sich ihr Vorfahr aufgehalten hatte.

(S. Dubost: Pèlerinage sur les traces de l'aviateur abattu, in : SUD OUEST, 21. Jan. 2012)


Lärm oder nicht ?

In Saint Vivien hängt der Gemeindesegen schief, zumindest ein wenig. Schuld daran sind sechs Bürger der Kommune, die sich durch Lärm gestört fühlen, der nach ihrer Vorstellung abgestellt werden müsste. Quelle dieser akustischen Attacke ist die Glocke der Kirche von Saint Vivien, die tagaus, tagein, die umwohnenden Bürger vom Gang der Zeit unterrichtet. Nach Meinung derjenigen, die in dem Glockenläuten vornehmlich unnötigen Lärm sehen, sollte das Läuten zwischen 22.00 und 8.00h ersatzlos eingestellt werden. Sie haben sich schon 2009 an den Bürgermeister gewandt, der sich jedoch nicht rührte. Vor kurzem haben die Unzufriedenen ihre Eingabe wiederholt, immer noch ohne Erfolg. Der Bürgermeister, der als Hausherr der Kirche auch über das Glockenläuten zu entscheiden hat, hat sich beim Gemeinderat Rückendeckung geholt, der die Glocke so weiter läuten lassen will wie seit altersher. Dem Vernehmen nach stehen den sechs Glockengegnern 616 Befürworter gegenüber. Man wird abwarten, wie es weitergeht.

(M. Caporal : Ils veulent faire taire les cloches, in : SUD OUEST, 21. Jan. 2012)


Zwergpottwal

Bei Hosségor ist ein etwa 3 m langer toter Zwergpottwal angeschwemmt worden. Nachdem jüngst ein toter Hai und drei Delphine in derselben Gegend gefunden worden waren, stellt sich vielleicht die Frage, ob daraus auf eine besondere Gefahr für die aufgefundenen Tiere geschlossen werden muss. Die Experten des zuständigen Forschungsinstituts für Meeressäuger in La Rochelle verneinen dies. Die Erklärung für die mehrfach aufgefundenen toten Tiere sei eindeutig in  den der Jahreszeit entsprechenden Strömungsverhältnissen zu suchen, die dazu führten, dass diese toten Tiere an der Küste angekommen seien. Bei anderen Strömungsverhältnissen wären sie wahrscheinlich unbemerkt geblieben.

(B. Ferret : Landes : un cachalot mort retrouvé dans le canal d'Hossegor, in : 21. Jan. 2012)



Volkszählung

Das Département Gironde hält sich in der Spitzengruppe der französischen Départements, deren Bevölkerung zunimmt. Ende 2011 wurden dort 1.464.088 Einwohner registriert, ein Jahr vorher waren es erst 1.450.039, mithin ein Zuwachs von 14.049 Einwohnern. Alle arrondissements des Départements haben ihre Einwohnerzahlen gesteigert, doch gibt es deutliche Unterschiede: Das arrondissement Bordeaux hat 4.462 neue Einwohner bekommen, in Langon waren es 2.253, in Libourne 2.159, in Arcachon 2..038, in Lesparre-Médoc 1.703 und in Blaye 1.424.
(J.-P. Vigneaud : Recensement : 14 049 habitants supplémentaires en Gironde, in : SUD OUEST, 18. Jan. 2012)

Panikreaktion

Eine Problemlösung der besonderen Art versuchte ein Autofahrer in Cognac. Als er nachmitternächtlich mit seinem Auto auf dem Heimweg war, blieb selbiges stehen, einfach so. Der Automobilist mühte sich, sein Gefährt zum Weiterfahren zu bewegen, allerdings ohne Erfolg. Das brachte den Fahrer so aus dem Gleichgewicht, dass er sich an seinem Gefährt nachhaltig rächte. Er begoss das Innere mit Benzin und steckte es an. Die von Anwohnern alarmierte Feuerwehr erschien und verhinderte Schlimmeres, das bockende Auto war allerdings zu Schrott geworden. Wenige Stunden später erschien der Fahrer auf der Polizei und gab an, sein Fahrzeug sei nicht versichert gewesen, und da habe er in einer Panikreaktion das Auto angesteckt, um zu vertuschen, dass er ohne gültige Versicherung unterwegs gewesen sei. Die Polizisten bezweifelten das nicht, veranlassten jedoch eine Blutprobe bei dem ehemaligen  Autobesitzer, und dabei stellte sich heraus, dass er zum Zeitpunkt der Brandstiftung erheblich alkoholisiert gewesen war und zudem noch kräftig Rauschgift im Blut hatte. Jetzt braucht er sich keine Gedanken mehr zu machen, ob und wie er ein Auto versichert. Den Führerschein ist er los, auf lange Zeit, und für einige Zeit wird er auch keine eigene Wohnung brauchen, sondern auf staatlich organisierte Unterkünfte verwiesen sein.
(S. Carbonnel: Cognac (16) : il tombe en panne, panique et met le feu à sa voiture, in : SUD OUEST, 17. Jan. 2011)


Super-Service

Keolis, der Betreiber der Nahverkehrssystems in Bordeaux bietet ab sofort einen Service an, der seinesgleichen sucht, vorausgesetzt, man kann ihn nutzen. Wer einen Internetzugang hat, kann sich des neuen Angebots bedienen. Dann erscheint eine Eingabemaske, in die man seinen Startplatz angibt, gefolgt von dem Zielort und den Zeitpunkt, an dem die Fahrt stattfinden soll. Das Programm wirft dann alles aus, was der Reisende wissen muss, um problemlos von A nach B zu gelangen.

(L. Bosdecher: Transports à Bordeaux : un nouveau plan dynamique pour faciliter les déplacements, in : SUD OUEST, 19. Jan. 2012)

Das ist die Adresse, die man sich merken sollte :

http://www.infotbc.com/



Wettbewerb mit der Schere

Am letzten Samstag fand im Médoc der erste Teil des diesjährigen Wettbewerbs der tailleurs de vigne, also derjenigen, die die Weinstöcke beschneiden, statt. Erstmals stellte sich auch eine Frau dem Preisgericht, die damit in eine Domäne eindringt, die bislang ausschließlich Männern vorbehalten war. Diese wagemutige Frau arbeitet auf dem Château Margaux, wo sie alle Arten von Arbeiten ausführt, zu denen aber nicht das Beschneiden der Weinstöcke gehört. Ihr Chef gibt ihr jedoch Gelegenheit, sozusagen außer Konkurrenz, die dafür erforderlichen Kenntnisse zu erwerben und mit denen geht sie in diesen Wettbewerb. Jeder Teilnehmer / jede Teilnehmerin hatte 20 Minuten Zeit, um 15 Rebstöcke nach den Regeln der Beschneidungskunst zu bearbeiten. Professionelle Beschneider behandeln normalerweise 1000 Rebstöcke pro Tag. Nach der Praxis kam die Theorie und anschließend wurden die Ergebnisse verkündet. Die Frau aus Margaux landete auf dem 21. Platz, nicht schlecht bei einem Teilnehmerfeld von 43 Konkurrenten. Sie will weitermachen und im nächsten Jahr noch weiter vorne landen. Wir drücken die Daumen.

(Louis Le Cor, La taille de Vignes au féminin, in: SUDOUEST, 16. Januar 2012)





Kreuzfahrtschiffe auf der Gironde

Die Havarie der Concordia vor der Westküste Italiens gibt Anlass zu der Frage, ob sich Vergleichbares in  der Gironde abspielen könnte. Obwohl man auch hier niemals nie sagen sollte, ist die Wahrscheinlichkeit eines Unglücks der Größenordnung der Concordia eher klein, zumal die Kreuzfahrtschiffe, die die Gironde und Garonne bis Bordeaux hinaufgehen, wesentlich kleiner sind als die Concordia. Sehr große Kreuzfahrtschiffe legen im Tiefseehafen von Le Verdon an und setzen sich damit den Risiken des schwierigen Fahrwassers der Gironde nicht aus.

Auch die Zufahrt zum Hafen von Le Verdon hat ihre Tücken, weshalb alle größeren Schiffe, die in die Gironde einlaufen, sich die Hilfe eines Lotsen sichern müssen. Der steigt rund zwanzig Kilometer vor dem Leuchtturm von Cordouan zu und führt den Ankömmling bis zu seiner Anlegestelle, und da er die Gironde kennt wie seine Westentasche, sorgt er dafür, dass das von ihm geführte Schiff immer mehr als eine Handbreit Wasser unter dem Kiel hat.

(J.-P. Vigneaud: Un pilote veille au grain, in : SUD OUEST, 17. Jan. 2012)


Parken in Mérignac

Der Langzeitparkplatz P4 in Bordeaux-Mériganc wird demnächst erweitert um 1.300 zusätzliche Stellplätze. Damit werden auf diesem Gelände dann fast 2.500 Plätze zur Verfügung stehen. Die Kosten für die Erweiterung werden auf rund eine Mio Euro veranschlagt. Der neue Platz wird eine Dauerbeleuchtung und Videoüberwachung bekommen. Der Baubeginn ist für Mitte Februar vorgesehen, fertiggestellt werden soll der neue Parkplatz zum 7. Mai, wenn es keine unvorhersehbaren Verzögerungen gibt.

(Olivier Delhoumeau : Le parking P4 s'étend, in : SUDS OUEST, 16. Jan. 2012)


Telefon-Preiskampf II

Free, der neue Telefon- und Internetanbieter auf dem französischen Markt, zeigt sich eine Woche nach dem Start zufrieden mit dem bisher Erreichten. Man habe bereits einige Hunderttausend Verträge abgeschlossen, so lässt Free verlauten. Genaue Zahlen rückt man nicht heraus, aber Experten schätzen, dass die erste halbe Million Kunden schon bei Free gelandet ist. Als Reaktion für die bei der Konkurrenz allmählich in Bewegung geratenen Tarife verkündet Free, man werde, falls die Mitbewerber sich auf das Preisniveau von Free herunterregelten, eine neue Runde im Preiskampf einleiten.

(SudOuest.fr: Free Mobile ira plus loin si la concurrence s'aligne sur ses tarifs, in : SUD OUEST, 17. Jan. 2012)


Trüffelrekord

Alle Welt will in das Guiness-Buch der Rekorde. Neuerdings auch die Trüffeln. Vielleicht gibt es auch eine andere Erklärung. Einerlei, jüngst wurde im Périgord eine Trüffel von einem Gewicht von 1,3 Kg gefunden. Normal sind Trüffelgewichte unter 200 Gramm. Aber auch die Leichtgewichte stimmen die Finder froh, denn es gibt beim Verkauf Erlöse zwischen 800 und 900 Euro pro Kilogramm. Der Finder der Rekordtrüffel legte Wert darauf, anonym zu bleiben, und auch über den Preis, den er für seinen Fund erzielt hat, soll Stillschweigen gewahrt werden. Kann man verstehen, auch in Frankreich gibt es Finanzbeamte, die ihren Mitbürgern nicht nur Gutes wollen. Der Käufer der Rekordtrüffel wird sie zunächst zu Werbezwecken ausstellen. Danach dürfte sie aber doch in die Küche wandern, denn da haben Trüffeln, das bestätigen alle, die damit Erfahrungen haben, einen besonderen Platz.
(Sudouest.fr avec AFP:in: SUD OUEST, 14. Jan., 2012)

Anbindung von Mérignac

Der Flugplatz Bordeaux-Mérignac ist zwar von Bordeaux aus mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar, doch muss man dafür kräftig Zeit einplanen. Das soll sich nach dem Willen des Präfekten Patrick Stefanini in diesem Jahr ändern. Derzeit gibt es nur eine einzige Buslinie zum Flughafen und die verkehrt nur alle 45 Minuten, wobei man, wenn alles zügig geht, vom Stadtzentrum von Bordeaux zum Flugplatz mindestens 45 Minuten Fahrzeit benötigt. Der Präfekt machte kein Hehl aus seiner Unzufriedenheit mit diesem Zustand und forderte mit Nachdruck eine zügigere Anbindung des Flughafens. Er ließ dabei offen, wie eine Lösung aussehen könnte, unterstrich aber, dass er erwarte, dass noch in diesem Jahr entscheidungsreife Planungen vorgelegt würden.
(Sudouest.fr avec AFP : Le préfet de Gironde veut améliorer la liaison entre Bordeaux et l'aéroport de Mérignac, in : SUD OUEST, 11. Jan. 2012, 17.20h, Internet-Ausg.)


Tourismus

In Bordeaux hat in  den zehn Jahren zwischen 2001 und 2011 der Zustrom von Touristen um ´43% zugenommen. Das ergibt sich zumindest aus der Zahl der Besucher des Office de Tourisme. Da die Räumlichkeiten des Office de Tourisme nicht erweitert werden können, wird man in diesem Jahr während der Urlaubszeit einen oder zwei Schalter auf dem Bürgersteig vor dem Gebäude einrichten. Zusammen mit Lyon ist Bordeaux die französische Stadt, die in den letzten Jahren bei den Touristen am meisten an Beliebtheit zugelegt hat.
(J.-P. Vigneaud : Bordeaux : le tourisme explose, même hors saison, in : SUD OUEST, 13. Jan. 2012)

Grayan

In seiner Neujahrsansprache zog der Bürgermeister von Grayan-et-L’Hôpital eine zufriedenstellende Bilanz für das vergangene Jahr, in dem die Zahl der Einwohner der Gemeinde von  1107 auf nunmehr 1193 weiter angestiegen sei. Erfolgreich seien auch die Bauvorhaben der Gemeinde, nicht zuletzt auf dem Campingplatz in Le Gurp, gewesen. Auch in 2012 wird auf dem Campingplatz, der zu 80% von Deutschen frequentiert wird, weiter gebaut. Größtes und teuerstes Bauvorhaben der Gemeinde wird in diesem Jahr die Erneuerung der Straße nach Saint Vivien sein.
(M. C.: 2012 dans la continuité, in: SUD OUEST, 14. Jan. 2012)


Küstenschutz

Die gesamte Küste des Médoc ist den Kräften der Erosion ausgesetzt. Die Zeichen dieses Prozesses sieht man allenthalben, doch sind manche Abschnitte der Küste stärker betroffen als andere. Zu denen, an denen die Wellen stärker genagt haben, gehört auch der Strand von Lacanau. Angesichts der Entwicklung sieht sich die Gemeinde gezwungen, allerhand Geld aufzuwenden, um Schlimmeres zu verhüten. Derzeit besonders bedroht ist der Standort der Strandwache, der abzurutschen droht. Die Mairie hat die Lage analysieren lassen und Vorbereitungen getroffen, um den gefährdeten Standort zu stabilisieren. Dafür werden, so wird derzeit angenommen, rund 80.000 Euro aufzuwenden sein. Angesichts des Trends an diesem Teil der Médoc-Küste gibt es jedoch keine Sicherheit, dass die geplanten Maßnahmen dauerhaften Schutz vor der Erosion gewähren.
(J. Lestage: Un risque de glissement sur le front de mer, in : SUD OUEST, 12. Jan. 2012)

Eigentor

Der Präsidentschaftswahlkampf in Frankreich läuft zwar noch nicht auf großen Touren, doch ist er schon im Gange. Mit manchmal eigenartigen Merkmalen. So veröffentlichte der Front National (FN), Rechtsaußen der französischen Politszene, ein Plakat, auf dem ein auf dem Boden liegender Mensch, allen Anzeichen nach ein Obdachloser, zu sehen ist. Text auf dem Plakat: „5 Millionen Arbeitslose, 8 Millionen Arme: Ist Sarkozy dafür gewählt worden?“ Das Plakat verfehlt jedoch seine Wirkung, da darüber je nach Temperament hämisch oder sonstwie gelacht wird. Das verwendete Foto, so stellten findige Rechercheure fest, stammt nämlich aus den USA, wo mit einem Schauspieler eine Reihe von Fotos mit Obdachlosen-Optik gemacht worden sind, in Florida übrigens.
Die französischen Sozialisten lachen nicht ganz so laut. Sie erinnern sich daran, dass vor nicht langer Zeit eines ihrer Plakate zurückgezogen werden musste. Dasselbe sollte zeigen, dass besonders die Jugend dem Spitzenkandidaten Hollande zugeneigt ist. Verwendet wurde jedoch ein drei Jahre altes Foto, das Heranwachsende zeigt, die zu einer Veranstaltung des jetzigen Präsidenten strömen.
(Philippe Belhache, SudOuest.fr : Présidentielle 2012 : le sans-abri du Front national est un comédien posant... en Floride  in : SUD OUEST, 10. jan. 2012)

Abfahrtslauf und Schneegestöber auf Knopfdruck

Am 20. und 21. Januar 2012 können Wintersportfreunde in Saint Émilion  auf gute Schneeverhältnisse  rechnen, ziemlich sicher. Allerdings wird das Schneegebiet nur von begrenzter Ausdehnung in einem ansonsten fast schon vorfrühlingshaften Umfeld sein, aber das wird die Anhänger des weißen Sports nicht daran hindern, ihre Ski hervorzuholen. Das ganze Unternehmen findet statt auf einer künstlichen Piste auf dem großen Parkplatz am Ortseingang von St. Emilion, wo es Schnee auf Knopfdruck geben wird, ohne dass man darauf warten müsste, dass Petrus Winter mit Schneefall veranstaltet. Am 20. Januar heißt es „Piste frei“ für die Schülerinnen und Schüler des Ortes, am 21. Januar von 11 bis 17 Uhr für alle Liebhaber des weißen Sportes, ohne dass Berge erklommen werden müssen oder Schneewolken sich öffnen müssen. Die Organisatoren benötigen lediglich Wasser und Elektrizität, um den weißen Traum zwischen den Weinfeldern Wirklichkeit werden zu lassen. Veranstaltet wird das Schneeerlebnis von einer Gesellschaft, die acht Skigebiete in den Pyrenäen betreibt. Neu an der diesjährigen Kunstschneefête ist die Tatsache, dass der Spass erstmals in einer Umgebung stattfindet, die überhaupt keine Wintersporttradition hat, und das nicht nur, weil Hänge und Berge fehlen.

(Christine Ciesielski, Bientot une piste de ski artificielle à St. Emilion, in: SUDOUEST, 12. Januar 2012)


Preiskampf

Nachdem der neue Telefonanbieter Free mit Kampfpreisen auf den Markt gekommen ist, haben die Konkurrenten angefangen zu reagieren. France Télécom hat mit seiner Nebenmarke Sosh neue Angebote vorgelegt, die von 9,90 Euro bis 24,90 Euro gehen. Allerdings ist dabei der Leistungsumfang nicht mit dem identisch, den Free betet. So gilt z.B. das Telefonangebot nur für Frankreich (Mutterland), und das Datenvolumen für den Internetzugang ist begrenzt auf 1 GB (pro Monat). Immerhin: es kommt Bewegung in die Preise. Gut so. Auch hier gibt es nichts umsonst. Vorauszusehen ist, dass die Gewinnspannen der Konkurrenten von Free sinken werden und damit auch die Dividenden, die ihre Aktionäre bekommen können.

(Sudouest.fr avec AFP : Offres Free Mobile : Orange contre-attaque, in :SUD OUEST, 12. Jan. 2012, 10.45h, Internet-Ausg.)





Kranichvisite

Kraniche gehören zu den Vögeln, die während des Fluges partout nicht den Schnabel halten können und daher weit zu hören sind. Da sie auch weit fliegen, um von ihren, in nördlichen Gefilden gelegenen Sommerstandorten dorthin zu gelangen, wo sie auch im Winter Nahrung finden, bieten sie Naturfreunden vielfache Gelegenheiten, diese größten Stelzvögel Europas im Flug zu beobachten. Eine Gelegenheit, sie am Boden zu beobachten, haben nur wenige, weil Kraniche extrem vorsichtig und scheu sind und bei Annäherung von Menschen kein Risiko eingehen und wegfliegen. Eine Chance für geduldige Naturfreunde ergibt sich demnächst allerdings in dem Naturschutzgebiet von Cousseau, in dem  größere Schwärme von Kranichen ausgiebige Rast machen. In dem nördlich  vom Lac de Hourtin gelegenen Gebiet von Cousseau werden am 21. und 22. Januar Führungen veranstaltet, die von Mitarbeitern des Naturschutzgebietes geleitet werden und bei denen es gelingen kann, dem Geheimnis dieser scheuen Vögel nahezukommen. Auskünfte über Zeiten, Treffpunkt etc. der Führungen: Tel. 06 45 73 04 21.

(La Dame grise dans le ciel de la presqu'île, in : SUD OUEST, 11. Jan. 2011)

Optimismus

Die Einwohner von Vensac haben allen Grund, optimistisch in das neue Jahr zu gehen, das verkündete der Bürgermeister in seiner Neujahrsansprache. Er führte aus, die 864 Bürger zählende Gemeinde sei nunmehr schuldenfrei, da der letzte Kredit zurückgezahlt werden konnte. Grund zu Zufriedenheit bestehe auch deswegen, weil die kommunalen Steuern nicht erhöht würden. Zu dem finanziellen Wohlergehen der Kommune habe der Camping Municipal, der im zweiten Jahr seines Bestehens gute Ergebnisse erbracht habe, ebenso wie die Vermietung der Mobilhomes und auch das Restaurant du Vieux Moulin beigetragen. Der Campingplatz soll weiter ausgebaut werden, wobei zur Kostensenkung der Arbeiten vornehmlich Gemeindeangestellte eingesetzt würden.

(M. Caporal: La municipalité optimiste pour 2012, in : SUD OUEST, 10. Jan. 2012)


Delphin

Am Strand zwischen Montalivet und Le Pin  Sec wurde ein etwa 2 m langer toter Delphin gefunden. Nicht eigentlich selten für die Jahreszeit und die Gegend. In diesem Jahr wurde ein Zusammenhang zwischen dem Sturm Joachim und dem Tod des Delphins angenommen, was die Experten des in La Rochelle ansässigen Centre de recherche sur les mammifères marins (CRMM) jedoch nicht bestätigten. Nach ihren Untersuchungen hat der aufgefundene tote Delphin unter schweren gesundheitlichen Problemen gelitten, denen er auch ohne den Sturm Joachim erlegen wäre.
Die Experten aus La Rochelle bitten darum, über die Funde von toten Delphinen unterrichtet zu werden. Hier ist ihre Nummer: 05 46 44 99 10.
(Pierre-Yves Crochet, Sudouest.fr: Un dauphin échoué sur la plage entre Montalivet et le Pin Sec (33) in SUD OUEST, 9. Jan. 2012, 17.51h, Internet-Ausg.)



Alles Zumba!

Nach dem großen Erfolg des ersten Zumba-Kurses (Mischung aus Salsa, Mérengué, Flamenco und  Reggae, sowie Elementen aus Fitness und Aerobic) am 20. November 2011 werden unter der Leitung der Tanzlehrerin und Aerobicmeisterin Lucie Kisacanin am 22. Januar 2012 um 14 und 16 Uhr in Montalivet im Sportsaal Stéphane Duolé an der Avenue de l’Europe weitere Kurse stattfinden. Teilnahmegebühr: 15 Euro für Erwachsene, 5 Euro für unter 18-jährige.


Lyne Lobell, Stage de Zumba, in: SUD Ouest, 7. Januar 2012)



Auslaufmodell

Der französische Franc hat bald endgültig ausgedient. Seit der Einführung des Euro- Münzen und -Scheine am 1. Januar 2002 wurde in Frankreich nach einer sechswöchigen Übergangszeit, in der nebeneinander Euro und Franc kursierten, nur noch in Euro gezahlt. Der Umtausch der alten Franc-Münzen und Scheine erfolgte zum größten Teil in den ersten Wochen des Jahres 2002. Die Möglichkeit, alte Franc-Münzen in Euro umzutauschen, endete am 17. Februar 2005. Jetzt steht das Ende der Umtauschmöglichkeit für Franc-Scheine vor der Tür. Bis zum 17. Februar kann der Tausch noch zum offiziellen Wechselkurs (1 Euro = 6,559 57 Francs) vollzogen werden. Danach haben Franc-Scheine nur noch Sammlerwert, was nicht heißen muss, dass sie damit wertlos werden. In Deutschland gibt es keine Fristen für die Gültigkeit alter DM-Münzen oder Scheine. Die können unbefristet in Euro umgetauscht werden, nur wird das Verfahren umständlicher, da der Tausch nur bei den Landesbanken erfolgen kann.

(vgl. http://fr.wikipedia.org/wiki/Euro)


Cocu

Ein cocu ist im Französischen eine Person, der der Ehepartner Hörner aufgesetzt hat. Kommt vor und gehört nicht zu den Erlebnissen, die man sich wünscht. Wenn man es dennoch erlebt, hat man viele Möglichkeiten, darauf zu reagieren. Auch auf diesem Gebiet gibt es aber Varianten, die bislang unerprobt waren. Das dokumentierte jetzt ein Mann aus dem Médoc, dessen Frau nach 28-jähriger Ehe für einen anderen  entflammte und dies mit allen dabei denkbaren Konsequenzen. Der langjährige Ehemann registrierte dies mit massivem Missfallen und beschloss, seinem Nebenbuhler so richtig eins auszuwischen. Zu diesem Zweck fertigte er Flugblätter an, in denen er das Drama des Ehebruchs ziemlich wiedererkennbar darstellte. Mit diesen Flugblättern fuhr er in den Wohnort des Mannes, der ihm die Frau abspenstig gemacht hatte. Der Gehörnte postierte sich dort vor einem Supermarkt und verteilte seine Flugblätter. Nun ist er die Flugblätter los, die Frau war ihm ja schon vorher abhanden gekommen und wartet auf die Scheidung. So richtig gut wird es ihm aber wohl nicht gehen.


(Th. Villepreux : Marennes (17) : le mari trompé distribue des tracts au supermarché pour se venger, in : SUD OUEST, 8. Jan. 2012)



Großprojekte 2012

Wenn 2011 im Département Gironde das Jahr des Flusses war, dann hat 2012 gute Chancen, das Jahr der Superbaustellen zu werden. Davon gibt es einige. Zunächst die Brücke Bacalan-Bastide in Bordeaux, deren Fertigstellung für das soeben begonnene Jahr erwartet wird. Nicht abgeschlossen, obwohl heftig bearbeitet, wird die Baustelle an der Eisenbahnstrecke nördlich der Gare Saint Jean und die Erweiterung der Rocade auf 2 mal 3 Spuren. Und schließlich wird publikumswirksam der Baubeginn der LGV-Strecke Bordeaux-Tours zelebriert werden. Dabei hat alles seinen Preis. Die Bücke Bacalan-Bastide wird 160 Mio Euro kosten; für die angelaufene Baustelle bei der Bahn sind 210 Mio Euro fällig, bei den Kosten für die LGV-Strecke kann man nur schätzen. Realistisch erscheint es, dass für die 30 km der insgesamt 300 km langen Strecke, die auf dem Boden des Départment Gironde verlaufen, 10% der Gesamtkosten entfallen, und die betragen 7 Milliarden Euro.

(Grand Stade, LGV, A63 : les grands projets dans le Sud-Ouest en 2012 in: SUD OUEST, 7. Jan. 2012)


Anekdotisch

Präsident Sarkozy bereist die Provinz, sicher nicht ohne Gedanken an den nächsten Wahlkampf. Kürzlich war er in Poitiers und besuchte ein  pädagogisches Zentrum, in dem man ihm Neues vorstellte. Dort werden zur Förderung des Leseverhaltens von Kindern neue Wege ausprobiert, so zum Beispiel das Konzept, des livre de l’été, bei dem Kinder über die Ferien ein Buch  mit nach Hause nehmen, das sie lesen sollen und über dessen Lektüre sie mit ihren Mitteln schriftlich berichten. Um zu dokumentieren, was da geschieht, gaben zwei Schüler einer Schule aus Leignes-sur-Fontaine eine Leseprobe ab und lasen dem Präsidenten vor aus ihrem livre de l’été: Le petit Poucet. Das ist das Märchen vom kleinen Däumling, dessen Probleme man auch in Frankreich kennt. Jetzt wird von denen, die Zeit für so etwas haben, gerätselt, ob das alles ein Zufall war, oder ob sich dahinter anderes versteckt.

(P. Guilloton : Sarkozy à Poitiers : les enfants lui lisent un extrait du … « Petit Poucet », in : SUD OUEST, 5. Jan. 2012)


Schuldenkrise im Médoc-Format

Auch in das Médoc hat es gefunden, das Gespenst der Schuldenkrise. In Hourtin wurde den Mitgliedern des Gemeinderates vom regionalen Rechnungshof ein Bericht präsentiert, der an Deutlichkeit kaum zu übertreffen ist. Danach hat sich der Schuldenstand der Gemeinde in den Jahren zwischen 2005 und 2010 in einer Größenordnung verschlechtert, so dass kaum zu sehen ist, wie daraus ein Ausweg gefunden werden kann. Stand der Ort am 1. Januar 2005 mit 2,3 Mio in der Kreide, so sind es Ende 2010 9,8 Mio Euro. Der Personalbestand der Gemeinde, der zu einem großen Teil für diese Schieflage verantwortlich ist, hat von 32 auf 64 Personen zugenommen, und inzwischen geht ein großer Teil der Mittel, die der Gemeinde zugewiesen werden, drauf für Zinszahlungen. Dass Hourtin in den letzten Jahren dennoch über die Runden gekommen ist, lag vornehmlich an einmaligen Einnahmen etwa aus Verkäufen von gemeindeeigenen Immobilien. Da das in der Zukunft nicht mehr möglich sein wird, muss kompromisslos gespart werden, mit Folgen, die für viele schmerzhaft sein werden. Eine Alternative dazu, merkt der Rechnungshof an, gibt es nicht.

(J. Lestage /R. Boivinet :  Hourtin est surendettéein: SUD OUEST, 7. Jan. 2012)


Seereise

Die im Bau befindliche Brücke Bacalan-Bastide in Bordeaux wird bald einen weiteren großen Baufortschritt machen können, wenn die vom linken Ufer kommende Anfahrtrampe eingebaut werden wird. Zur Zeit befinden sich die gewichtigen Stahlteile, die dazu montiert werden müssen, auf See. Sie sind in der Nähe von Venedig gefertigt worden und haben von dort aus eine rund 5000 km lange Seereise angetreten. Am 6. Januar soll der Transport Gibraltar passieren und  am 15. Januar in Bassens eintreffen. Die Montage der neuen Fahrbahnteile ist für die Zeit vom 14. bis 17. Februar vorgesehen, wenn keine wetterbedingten Verzögerungen eintreten.

(J.-P. V.: Le pont Baba passe Gibraltar in: SUD OUEST, 6. Jan. 2012)

 

Appell zur Vorsicht

Die Unterpräfektin von Lesparre, Maryline Gardner, nahm demonstrativ an einer Verkehrskontrolle der Polizei teil, um damit zu signalisieren, dass sie die Bekämpfung der Unfallursachen im Verkehr für dringend hält. Bei der Gelegenheit gab sie bekannt, dass im letzten Jahr im Médoc elf Menschen bei Verkehrsunfällen das Leben verloren haben, gegenüber sieben im Jahr davor. Die Zahl der Unfälle sei hingegen zurückgegangen auf 42 gegenüber 52 im Jahr 2010. Auch bei den Verletzten habe es eine günstige Entwicklung gegeben: 66 in 2011 gegenüber 74 in 2010. Insgesamt, so betonte die Unterpräfektin, sei man auf dem richtigen Wege: Im Jahr 2000 habe es bei 190 Unfällen 294 Verletzte und 23 Tote gegeben.

(J. Lestage: La sous-préfète appelle à la prudence, in : SUD OUEST, 5. Jan. 2012)

 


Bußgelder

Überall wird vieles teurer, meist um ein paar Prozent, gelegentlich jedoch auch um das Drei- oder Vierfache. Da passiert zur Zeit bei Strafmandaten in Frankreich, die kräftig verteuert werden. So kostet künftig das Telefonieren am Steuer 135 Euro (bisher 35) zuzüglich Abzug von drei Punkten vom Führerscheinkonto. Das Befahren der Standspur bei mehrspurigen Straßen ohne seriösen Grund kostet ebenfalls 135 Euro (früher 35). Richtig teuer wird es, wenn man mit einem der inzwischen verbotenen Radarwarngeräte erwischt wird: dann sind 1500 Euro fällig. Derselbe Betrag ist fällig, wenn ein Chauffeur während der Fahrt DVD-Filme oder Fernsehsendungen betrachtet, was bei ausländischen LKW-Fahrern häufiger vorkommt, als man denkt. Dagegen wird es zunächst richtig preiswert sein, wenn man die demnächst vorgeschriebenen Alkoholteströhrchen nicht dabei hat: dann werden 17 Euro fällig.  

(J.-M. Desplos: Les sanctions au volant se durcissent aujourd'hui, in : SUD OUEST, 5. Jan. 2012)


Straßenverkehr

In einem von Präsident Sarkozy einberufenen Sitzung des französischen Ministerrats vom 4. Januar 2012 wurde unter anderem zur Sicherheit im Straßenverkehr eine Reihe von Beschlüssen gefasst oder bekannt gemacht. Nach der Feststellung, dass die in den letzen Jahren getroffenen Maßnahmen zu einer Reduzierung der Opfer im Straßenverkehr geführt haben, wurde die vorläufige Zahl der Verkehrstoten im Jahre 2011 mit 3.959 angegeben und betont, diese Zahl sei immer noch zu hoch und solle auf einen Wert unter 3.000 gebracht werden. Um dieses Ziel zu erreichen sei es erforderlich vor allem die Faktoren im Straßenverkehr in den Blick zu nehmen, die sich als besonders unfallträchtig erwiesen hätten. Daher müsste weiter daran gearbeitet werden, die Problematik der Geschwindigkeitsüberschreitungen in den Griff zu bekommen. Dazu sollen weitere Radargeräte aufgestellt werden. Weiterhin hätten sich die von den Präfekturen angeordneten Stilllegungen der Fahrzeuge von rücksichtslosen Verkehrsteilnehmern bewährt, ebenso wie die Maßnahmen zur Eindämmung des Alkoholmissbrauchs. Dafür werde an der  für das Frühjahr 2012 geplanten Einführung von Alkoholteströhrchen, die danach in allen Kraftfahrzeugen mitgeführt werden müssen, festgehalten. Nach dem 5. Januar 2012 sei es verboten, in Kraftfahrzeugen Geräte zu benutzen, die vor Radarkontrollen warnen könnten.

(In: CONSEIL DES MINISTRES, du 4 JANVIER 2012, Communiqué de presse)

http://www.elysee.fr/president/les-actualites/conseil-des-ministres/comptes-rendus/2011/compte-rendu-du-conseil-des-ministres-du-mercredi.12700.html)

 

Verwunderliches

In der letzten Zeit häufen sich Fälle, in denen französischen Verkehrsteilnehmern unerklärliche Strafbescheide ins Haus flattern. So wurde letztens einem Landwirt im Département Lot ein Strafgeld von 75 Euro auferlegt, weil er  seinen Traktor falsch geparkt hatte, und das in Fort de France auf Martinique. Der Betroffene beschwerte sich auf der zuständigen Polizeiwache, wo man seine Beanstandung zu Protokoll nahm und ihm erklärte, es geschehe in letzter Zeit häufiger, dass Kennzeichen entwendet oder gefälscht würden und damit zu Unrecht ausgestellte Knöllchen produziert würden. Nicht wirklich beruhigend, oder?

(Sudouest.fr avec AFP : Un tracteur immatriculé dans le Lot reçoit un PV en Martinique, in : SUD OUEST, 4. Jan. 2012, 12.31h, Internet-Ausg.)


Umzug

Das Kino Molière in Lesparre, das im letzten November durch Brandstiftung schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde, wird für Monate keine Vorstellungen in dem angestammten Gebäude anbieten können. Dafür werden bis zur Wiedereröffnung des Molière die Räumlichkeiten des Espace F. Mitterand genutzt, um den Kinobetrieb aufrecht zu erhalten. Damit das möglich wird, müssen mehrere Vereine, die das Espace F. Mitterand ebenfalls nutzen, ausweichen in die Salle de fête von St. Trélody. Im Espace F. Mitterand sind zwar nicht alle Optionen eines modernen Kinos verfügbar, doch gelingt es mit ein wenig Improvisation, auch 3D-Vorführungen zu ermöglichen. Für die Dauer des Umzugs werden die Eintrittspreise ermäßigt auf 5 Euro.  

(S. Dubost: « Ce déménagement est un bon compromis » in: SUD OUEST, 4. Jan. 2012)


Sport im Médoc 2012

Das Médoc ist zwar keine sportliche Hochburg, doch haben sich dort im Laufe der Jahre einige Veranstaltungen etabliert, die auch 2012 durchgeführt werden. Das erste Ereignis wird das in Le Gurp durchgeführte Sandbahnrennen Gurp TT sein, das am 8. Januar für weithin Hörbares sorgen wird. In diesem Jahre rechnen zur 11. Auflage dieses Rennens die Veranstalter mit 20.000 Zuschauern. Das nächste Großereignis wird am 26. Mai in Arsac steigen, wo die 14. Auflage des Mountainbikerennens Médoc VTT durchgeführt wird. Vom 14. bis 19. August werden in Lacanau die professionellen Surf-Konkurrenzen Lacanau Pro zum 33. Male ausgetragen und schließlich folgt als nächstes Großereignis die 28. Ausgabe des Médoc-Marathons am 8. September. Den Schlusspunkt bilden wird im Dezember dann die seit mehr als 30 Jahren ausgetragene Médoc-Rallye für Autos.

(J. Lestage: Des événements sportifs qui rythment l'année in : SUD OUEST, 4. Jan. 2012)



Wandalismus

Die Nacht zum Neuen Jahr ist in Frankreich im wesentlichen ruhig und friedlich verlaufen, was allerdings nicht für Royan gesagt werden kann. Dort sind in der Innenstadt um die Kirche Notre-Dame herum rund 150 Autos mit zerstochenen Reifen aufgefunden worden. Die große Zahl stellt die Reparaturdienste vor erhebliche Probleme. Viele der malträtierten Fahrzeuge werden erst am 2. oder 3. Januar wieder fahrfertig gemacht werden können, was besonders für die Fahrzeughalter, die von auswärts gekommen sind, um den Jahreswechsel bei der Familie oder bei Freunden in Royan zu verbringen, zu beträchtlichen Unannehmlichkeiten führt, die sich nicht nur auf die Reparaturkosten beschränken. Ähnliche Vorkommnisse hatte es in demselben Bereich der Innenstadt von Royan bereits in der Nacht vom 24. zum 25. Dezember gegeben.

(d.piganeau@sudouest.com: 150 voitures vandalisées : des dizaines de pneus crevés dans le centre de Royan (17), in : SUD OUEST, 1. Jan. 2012, 20ß24h, Internet-Ausg.)


Winterprobleme

Es ist eine banale Tatsache, dass das Wetter es niemals allen recht machen kann. Das gilt auch für den Winter. War der letzte im Médoc härter als gewohnt, so ist in diesem bislang kaum Winterliches vorgefallen. Das merken auch die Tiere, z.B. in der réserve naturelle von Bruges am Stadtrand von Bordeaux. Dort waren die Schildkröten, die normalerweise spätestens Mitte November in Winterruhe gehen, noch Mitte Dezember aktiv. Auch Kröten und Frösche sind durcheinander. Sie haben zum Teil schon Eier gelegt, wobei jedoch kaum Chancen bestehen, dass daraus Kaulquappen schlüpfen werden. Auch Schmetterlinge und Libellen waren, für Dezember recht ungewöhnlich,  noch unterwegs.  Für die Säugetiere, von denen es allerlei Arten in diesem Naturschutzgebiet gibt, war der bisherige Winter durchweg angenehm, denn es gab ein für die Jahreszeit unübliches reichhaltiges Futterangebot, von dem alle, von der Maus bis zum Wildschwein, profitierten.

Die gut 260 ha große réserve naturelle von Bruges ist ein Überrest der einst 3.000 ha großen Feuchtgebiet- und Sumpffläche vor den Toren von Bordeaux. Sie kann besichtigt werden an allen Tagen außer Donnerstag von 10.00 bis 18.00h

(H. Pons: L'hiver pose un lapin, in: SUD OUEST, 31. Dez. 2011)


Bambi

Es gibt arme Schweine, das weiß man, aber es gibt auch ein armes Reh, namens Bambi, über dessen Zukunft sich böse drohende bürokratische Wolken zusammengezogen hatten. Bambi ist ein 1 ½-jähriges Reh, das als ein von seiner Mutter nicht angenommenes Kitz in eine Familie in Mirambeau gelangte, die das verwaiste Tierkind aufzog. Bis vor kurzem lebte Bambi still und friedlich in der Familie seiner Adoptiveltern, schlief unter dem Tisch, war handzahm wie ein Hund und ließ es sich gut gehen. Irgendwie drang aber Kunde von diesem Idyll nach außen und weckte einen eifrigen Behördenvertreter, der schnell herausfand, dass nach französischem Recht das zahme Reh kein Haustier ist, sondern Anspruch auf artgerechte Haltung hat, was im Endeffekt bedeutet hätte, dass das Reh seine Zieheltern und seine gewohnte Umgebung hätte verlassen müssen. Da das Schicksal des Rehs aber von der Art ist, die die Medien mögen, dauerte es nicht lange, bis Öffentlichkeit und prominente Fürsprecher, an der Spitze Brigitte Bardot, für den Verbleib des Rehs in seiner Umgebung eintraten. Und plötzlich zeigt auch die Obrigkeit Verständnis und signalisiert Einverständnis damit, dass das Reh dort bleibt, wo es ihm offenbar gut geht.

(E. Renouleau : Ils veulent sauver Bambi in : SUD OUEST, 28. Dez. 2011 ; vgl. auch : Bambi devrait rester chez elle, in : SUD OUEST, 30. Dez. 2011)


Mitfahrgelegenheiten

Immer mehr Franzosen finden Gefallen an der Möglichkeit, in einem fremden Auto mitzufahren und damit kostengünstig reisen zu können. Das System der covoiturage wird mittlerweile von 3 Mio Franzosen geschätzt und bei Bedarf genutzt, wobei die Angebote auf kürzeren Strecken noch relativ spärlich sind. Der Begründer und Leiter des in Frankreich führenden Internetportals, das Mitfahrgelegenheiten vermittelt, schätzt, dass allein zwischen dem 19. Dezember und dem 2. Januar rund 450.000 Mitfahrten stattfinden werden, was dem Transportvolumen von 1.100 TGV entspricht. Besonders attraktiv sind die Mitfahrgelegenheiten von der Kostenseite her. So muss ein Mitfahrer in einem Auto für die Fahrt von Bordeaux nach Paris rund 30 Euro aufwenden, während er für eine Bahnfahrt gut 70 Euro anlegen müsste.

(C. Vigouroux : Pour voyager, le covoiturage fait le plein, in : SUD OUEST, 29. Dez. 2011)

Anm. der Redaktion: Dieser Link führt zu einer französischen Mitfahrzentrale: http://www.covoiturage.fr/


Spitzenplatz

Der Flugplatz Bordeaux-Mérignac ist im Aufwind. In diesem Jahr sind schon 4 Mio Passagiere gezählt worden. Das ist eine kräftige Steigerung gegenüber dem Vorjahr, als 3,622 Mio Fluggäste registriert wurden. Mérignac hält damit den ersten Platz unter den französischen Flughäfen hinsichtlich der Steigerung des Passagieraufkommens. Bei den Passagierzahlen insgesamt nimmt Mérignac hinter Paris, Nizza, Marseille, Lyon und Toulouse den sechsten Platz ein. Das Wachstum beim Passagieraufkommen ist im wesentlichen auf die Einrichtung einer Reihe neuer Verbindungen auf die iberische Halbinsel und nach Italien zurückzuführen. Deutsche Flughäfen sind derzeit von Bordeaux aus nicht direkt erreichbar.

(D. Manenc : L'aéroport a accueilli son 4 000 000e client, in : SUD OUEST, 29. Dez. 2011)

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