Wussten Sie schon, wie der Fährhafen Port Bloc zu seinem Namen gekommen ist?

Dieses Bild zeigt die Erklärung. Port Bloc hat seinen Namen von den mächtigen Gesteinsblöcken bekommen, die in den Jahren nach 1850 hierher geschafft worden sind, um die bedrohte Küste zu befestigen. Wie man sieht, war die Maßnahme von Erfolg gekrönt. Das französische Wort bloc ist übrigens ein Einwanderer, der aus dem Mittelniederländischen importiert wurde, schon recht früh, vermutlich wenig nach 1200.
(UM, 14. Febr. 2012)
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Wussten Sie schon, was der Leuchtturm von Cordouan und die Kathedrale Notre Dame de Paris gemeinsam haben?
Eigentlich nicht viel, aber beide Bauwerke stehen auf der ersten
Liste der monuments historiques, die 1862 in Frankreich erstellt wurde und mehr
als 500 Bauwerke aufzählt, die unter besonderen Schutz gestellt wurden.
Auf einer ersten Liste, die in gewisser Weise als Vorläufer der Liste von 1862 gelten kann, hatte Prosper Mérimée, den man meist wohl nur als Verfasser von
Carmen kennt, damals inspecteur général des monuments historiques, 1840 die Präfekten
der französischen Départements gebeten, eine Aufstellung der historisch
wertvollen Gebäude anfertigen zu lassen, die aus Sicht der Präfekten
vordringlich restauriert werden sollten. In dieser Aufstellung, die für das
Département Gironde 32 Baudenkmale verzeichnet, ist der Leuchtturm von Cordouan
nicht enthalten, die Basilika Notre Dame de la Fin des Terres in Soulac übrigens
auch nicht.
(UM, 3. Febr. 2012)
Mehr zu den beiden Listen:
http://fr.wikipedia.org/wiki/Liste_des_monuments_historiques_de_1862
http://fr.wikipedia.org/wiki/Liste_des_monuments_historiques_de_1840
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Wussten Sie schon, was die schön blühenden Kamelien mit Kamelen zu tun haben ?
Also, um es kurz zu machen: eigentlich nichts. Aber so ganz richtig ist diese Antwort auch nicht, und das liegt an Herrn Linné. Dieser Carl von Linné, Schwede und ausgewiesener Naturforscher, hat im 18. Jahrhundert dafür gesorgt, dass alles, was in der Natur blüht und sprießt oder kreucht und fleucht, säuberlich geordnet einen eindeutigen Namen bekam, lateinisch natürlich. Und als besagter Experte das von ihm camellia japonica genannte Gewächs bearbeitete, stützte er sich auf ein reichhaltig bebildertes botanisches Werk eines mährischen Jesuitenpaters und Apothekers mit Namen Georg Joseph Kamel, der auf den Philippinen gearbeitet hatte und dort 1706 verstarb. In diesem Werk des Paters Kamel war die Kamelie dargestellt und beschrieben, und schon hatte sie ihren Namen.
(UM, 7. Jan. 2012)
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Wussten Sie schon, dass der 23. September etwas ganz Besonderes an sich hat?
Was? Ach ja, das müsste man wohl verraten. Also, der 23. September ist der Tag in Frankreich an dem die meisten Kinder zur Welt kommen. Manchmal bis zum Zweifachen der Zahlen von „normalen“ Tagen. Findige Zeitgenossen nehmen jetzt ein Hilfsmittel zur Hand oder konsultieren ihren eingebauten Kalender und landen dann auf dem 31. Dezember, dem Silvester-Tag. Den gibt es auch in Frankreich, da schreibt er sich nur leicht anders: Saint-Sylvestre. So, jetzt weiß man, was es mit dem 23. September auf sich hat und warum es den französischen Spruch gibt: champagne en décembre, couches-culottes en septembre. (couches-culottes = Windelhöschen)
(vgl. Sudouest.fr: Et si on faisait un bébé pour le réveillon ? in : SUD OUEST, 26. Dez. 2011)
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Wussten Sie schon, dass es rund 500 belles Soulacaises gibt?
Na, vielleicht sind
es auch ein paar mehr oder weniger, aber schön sind sie schon, das ist nicht zu
bestreiten. Und das schon seit mehr als hundert Jahren, wenn sie nicht gänzlich
vernachlässigt worden sind. Damit ist auch klar, dass hier nicht von
menschlich-weiblicher Schönheit die Rede ist, die in der Regel ein
Verfallsdatum hat, das diesseits der Jahrhundertgrenzen liegt. Gemeint sind
die villas soulacaises, die ihren Reiz aus dem gekonnten Zusammenspiel von
architektonischer Gestaltung und Materialien, rote Ziegelsteine und heller, oft
fast weisser Sand- oder Kalkstein gepaart mit kunstvollen Holzarbeiten,
beziehen. Obwohl der Ort Soulac namensgebend für die villa soulacaise geworden ist, findet sich dieser Villentyp auch in Montalivet und mancherorts an der
Küste des Médoc. Gut so, denn einen Gebrauchsmusterschutz für diese
ansehnlichen, meist nur in der Ferienzeit bewohnten Domizile, gab es schließlich
nicht. (UM, 01.12.2011)
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Wussten Sie schon, dass es in
Bordeaux ein höchst merkwürdiges Phänomen gibt?
Das liegt daran, dass auf ein
und demselben Fleck drei Stadttore stehen: die Porte Napoléon, die Porte des
Salinières und die Porte de Bourgogne. Tatsächlich steht auf dem besagten Fleck
nur ein Stadttor, das offiziell Porte de Bourgogne heisst. Diese Porte wurde
zwischen 1750 und 1755, als die mittelalterliche Stadtmauer abgetragen wurde,
an der Stelle errichtet, an der ein bei dieser Aktion hinderlich gewordenes
altes Tor gestanden hatte. Die neue Porte bekam den Namen Porte de Bourgogne zu
Ehren des Duc de Bourgogne, doch war es den Bewohnern von Bordeaux kein großes
Anliegen, diesen Namen zu gebrauchen. Viele sprachen von dem neuen Tor als Porte des
Salinières, da es an der Stelle der alten Gräben der Salinière stand. Als
Napoleon 1808 in Bordeaux einzog, bekam die Porte dessen Namen, zumindest für
eine gewisse Zeit. Und heute werden Touristen bisweilen dadurch irritiert, dass
auf ihre Frage nach der Porte de Bourgogne die Gegenfrage kommt, aha, man wolle
zur Porte des Salinières oder zur Porte de Napoléon. Bei allen Namenswirrungen ist der Ort
der Porte de Bourgogne eindeutig: sie steht an der Stelle, an der die alte
route de Paris nach Überquerung des Pont de Pierre in die Innenstadt von
Bordeaux eintritt. (UM, 26.11.2011)
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Wussten Sie schon, dass es Pläne gibt für den Bau eines Tunnels unter der Gironde zwischen Royan und Le Verdon?
Das Projekt stammt aus dem Jahre 1942, aus einer Zeit also, die andere Probleme hatte, als die mit dem Bau eines Tunnels zwischen Royan und Le Verdon verbundenen. Es wurde im Journal de Royan vom 8. März 1942 veröffentlicht. Bekanntlich sind diese Pläne nicht realisiert worden, und schon zur Zeit ihrer Entstehung waren die Chancen für ihre Verwirklichung eher gering. Immerhin war der Urheber des Projekts jedoch ein renommierter Ingenieur, der 1938 der französischen Nationalversammlung schon einen Plan für den Bau eines Straßentunnels unter dem Ärmelkanal unterbreitet hatte. Auch dieses Projekt blieb ungebaut. Dennoch ist vielleicht von Interesse, was Herr Basdevant anführte, um den Nutzen seines Tunnelprojekts zwischen Royan und Le Verdon zu begründen: Er sollte nämlich „1. durch einen neuen Verkehrsweg das wirtschaftliche Leben einer der schönsten französischen Provinzen: das Médoc beleben und 2. Hafen und Seebahnhof von Le Verdon fördern.“ Das, was mit dem Tunnel erreicht werden sollte, ist auch heute noch zu wünschen, der Tunnelbaugedanke hingegen ist seit Jahrzehnten nur noch von historischem Interesse.
(A. Basdevant: Projet de Tunnel sous la Gironde, in: Le Journal de Royan, 8. März 1942, zit. Nach : L’Estuarien, la revue de l’Estuaire de la Gironde)
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Wussten Sie schon dass der Kartoffelkäfer
vom Médoc aus zu seiner Eroberung Europas gestartet ist?
Nein? Macht nichts, dann geht es Ihnen wie fast allen Europäern. Gut für uns, denn dann können wir wieder mal aufklären. Der Kartoffelkäfer ist von Hause aus eigentlich Mexikaner und gar nicht auf die Vernichtung von Kartoffelpflanzen spezialisiert. Das hat er sich im Laufe des 19. Jahrhunderts erst in den USA angewöhnt, als dort begonnen wurde, in großem Stile Kartoffeln anzubauen. Nach der Mitte des 19. Jahrhunderts tauchte er erstmals punktuell in Europa auf, z.B. in Bremen, wo er aber schnell wieder ausgerottet werden konnte, weil sein Vorkommen in einem sehr frühen Stadium bemerkt wurde. Erst 1922 war dies nicht mehr möglich und das ausgerechnet im Médoc. Als man ihn dort im Gebiet um Le Taillan entdeckte, hatten er und seine Artgenossen sich schon über mehr als 250 km² ausgebreitet und damit eine Fläche besiedelt, die zu groß war, um den Eindringling wieder zu vertreiben. 1935 kam er an der Westgrenze Deutschlands an, und um 1950 überschritt er die Elbe. Als er im Gebiet der späteren DDR angekommen war, wurde er als besonders perfides Instrument des US-Imperialismus gebrandmarkt, der auch auf diesem Wege versuchte, den Aufbau des friedliebenden Sozialismus, der damals freilich noch Stalins Züge trug, zu unterminieren. Es gab Flugblätter mit Zeichnungen von US-Flugzeugen beim Abwerfen der gefräßigen Colorado-Käfer, was natürlich Unfug war wie so vieles in der Propaganda, denn der Kartoffelkäfer war ja schon 1922, und das ganz ohne Luftunterstützung, zur Eroberung Europas gestartet. Im Médoc nämlich.
(UM, 28. Aug. 2011)
Mehr: http://fr.wikipedia.org/wiki/Doryphore
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Rue de la Gare
Wussten Sie schon, dass es in Montalivet eine Bahnhofsstraße (rue de la gare) aber keinen Bahnhof gibt?
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Muttertag
Wussten Sie schon, dass in Frankreich der Muttertag (La Fête des Mères) immer am letzten Sonntag im Mai begangen wird? Dafür, dass das so bleibt, sorgt ein Gesetz, das im Mai 1950 erlassen wurde.(UM, 30. 04. 2011)
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Pinguine in L'Amélie
Wussten Sie schon, dass es in L’Amélie vor nicht allzu langer
Zeit Pinguine gab? Nein? Na, grämen Sie sich nicht zu sehr, bei uns in der
Redaktion war auch niemand im Bilde. Wir haben aber recherchiert, dass es eine
Art war, und dabei herausgefunden, das der besagte Pinguinbestand wohl eher im
übertragenen Sinn zu nehmen ist. Die L’Amélie-Pinguine waren nämlich eine
Volleyballmannschaft, die in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts mal mehr, mal
weniger erfolgreich war. Aber, um ganz ehrlich zu sein, wir brauchten das nicht
eigenhändig herauszufinden, wir haben es beim Stöbern in dem neuesten Buch von
J.P. Lescorce entdeckt.
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Bevölkerungsdichte
Wussten sich schon, dass das Médoc mit 35,65 Einwohner pro Quadratkilometer zu den dünn besiedelten Regionen Frankreichs gehört? Nein? Ist nicht schlimm, denn die Zahl stimmt sowieso nur für einen Teil des Jahres. Allerdings den größten. In der kurzen und heftigen Sommersaison schwillt die Bevölkerung geradezu explosionsartig an, nimmt danach aber auch schnell wieder ab.
Die durchschnittliche Einwohnerzahl Frankreichs pro Quadratkilometer liegt übrigens bei rund 115 und ist damit ziemlich genau dreimal so hoch wie im Médoc. Zum Vergleich: die Bevölkerungsdichte in Deutschland liegt bei 229 Einwohner pro km².
(UM, 15. Jan. 2011)
Wussten Sie schon, dass die
Franzosen mittlerweile in der fünften Republik leben?
Ja? Na prima. Dann können wir uns darauf beschränken, ein paar Dinge über die vorhergehenden, ihre Lebensdauern und über die Umstände zu sagen, die den ersten vier Republiken die Lebensfäden abgeschnitten haben.
Um nicht zu weit auszuholen, stellen wir nur fest, dass Frankreich bis in die ersten Jahre nach der großen Revolution von 1789 eine Monarchie war, deren vorerst letzter König, Ludwig XVI., 1793 hingerichtet wurde, nachdem man in Frankreich am 22. September 1792 die Republik ausgerufen hatte. Diese erste Republik hielt 12 Jahre, bevor sie von Napoleon I. beendet wurde und an deren Stelle das erste Kaiserreich Frankreich trat.
Auch nach dem Ende der Herrscherträume Napoleons blieb Frankreich eine Monarchie, nun wieder unter der alten Dynastie der Bourbonen. Die wurden jedoch in der Revolution von 1848 verjagt und Platz geschaffen für die Zweite Republik. Die hielt gerade vier Jahre, bevor wieder ein Napoleon, Neffe Napoleons I., das Zweite Kaiserreich errichtete, übrigens nicht gegen den Willen der Franzosen.
Auch dieses Kaiserreich hatte den Makel zu tragen, dass es nicht von Gottes Gnaden stammte und daher sehr anfällig gegen Misserfolge war. Als die im Krieg gegen Preußen und die verbündeten deutschen Fürsten sich einstellten, musste Napoleon III. abdanken und ins Exil gehen.
Damit war Platz für eine neue Republik. Nunmehr die dritte. Die hielt vom 4. September 1870 bis zum 10. Juli 1940, um dann Platz zu machen für die Regierung des Marschalls Pétain unter deutscher Besatzung. Darüber wird auch heute noch nicht gern und unbefangen geredet. Die Petain-Jahre werden auch nicht so richtig mitgezählt bei der dritten Republik.
Erst Monate nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde dann am 13. Oktober 1946 die Vierte Republik ausgerufen, die nach der Anlaufzeit sich bald zu einem System wandelte, in dem der Wandel das Beständigste wurde. Nach einem reichlichen Jahrzehnt schneller Regierungswechsel wurde 1958 von General de Gaulle am 4. Oktober 1958 die Fünfte Republik auf den Schild gehoben, die eine präsidial dominierte Verfassung erhielt, die bis heute die politischen Verhältnisse in Frankreich prägt.
Kennen Sie mindestens ein Bauwerk
des Ingenieurs Gustav Bönickhausen?
Nein? Glauben wir nicht, Sie wissen wahrscheinlich nur nicht, dass dieser Herr Bönickhausen, der 1832 in Dijon geboren wurde, seit 1879 offiziell einen Namen trug, den man in Frankreich besser sprechen und schreiben konnte. Von da an hieß er nämlich Gustave Eiffel in Erinnerung an die Herkunftsregion der Familie. Wenn wir jetzt unsere Eingangsfrage wiederholen, kommt eine andere Antwort. Und danach vielleicht die Frage: Hat der nicht auch in Bordeaux etwas gebaut? Hat er, nämlich die alte, seit kurzem in den Ruhestand verabschiedete Eisenbahnbrücke über die Garonne. Die hat Eiffel zwar nicht entworfen, aber er war der leitende Ingenieur bei dem Bau dieser Brücke, die seinen Ruf, er war damals 26 Jahre alt, begründete. Es folgten zum Teil spektakuläre Aufträge in Frankreich und anderen Ländern Europas, bis er von 1887 bis 1889 den Eiffelturm in Paris entwarf und baute, der seither seinen Namen trägt.
(UM, 09. 11. 2010)Wenn Sie wissen wollen, wo Eiffel im Département Gironde sonst noch Brücken gebaut hat, dann klicken Sie hier.
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Wussten Sie schon, was Maginot-Linie, Siegfriedlinie, Westwall und Atlantikwall miteinander gemeinsam haben bzw. worin sie sich unterscheiden?
Nein? Macht nichts, wir sortieren ein bisschen.
Wir verfahren chronologisch und beginnen mit der Maginot-Linie. Die bezeichnet ein Festungs- und Bunkersystem, mit dem Frankreich versuchte, sich gegen seinen östlichen Nachbarn Deutschland zu schützen. Da das Schutzbedürfnis auch gegenüber dem seit 1928 faschistischen Italien bestand, wurde auch die französisch-italienische Grenze mit Bunkeranlagen befestigt, doch wird dieser Abschnitt meist ligne alpine genannt. Die Bauarbeiten an diesem, Italien gegenüberliegenden Abschnitt wurden 1928 begonnen, wenig später wurden die Arbeiten auch im deutsch-französischen Grenzbereich gestartet. 1936 waren die wesentlichsten Baumaßnahmen abgeschlossen.
Die Siegfriedlinie ist identisch mit dem Westwall. Die Deutschen nannten ihren westlichen Grenzschutz Westwall, die westlichen Nachbarn bevorzugten die Bezeichnung Siegfriedlinie. Der Westwall war eine rund 650 km lange Linie aus Bunkern und teilweise anderen Hindernissen, die sich auf deutschem Boden vom Niederrhein bis zur Grenze mit der Schweiz erstreckte. Die Bauarbeiten wurden 1936 begonnen und bis 1940 fortgeführt.
Der Atlantikwall schließlich ist das zeitlich gesehen letzte der hier vorgestellten Bauwerke. Er wurde unter deutscher Regie hauptsächlich zwischen 1941 und 1943 errichtet und zog sich als Bunkerlinie vom Nordkap in Norwegen bis zur spanisch-französischen Grenze hin. Die Bunker, die man heute z.B. in Frankreich fast überall an den Stränden findet, gehören durchweg zum Atlantikwall.
Wenn die drei Befestigungssysteme auch unterschiedliche Namen tragen und unterschiedliche Bauwerke bezeichnen, so haben sie doch eine Gemeinsamkeit, an die ihre Erbauer nicht gedacht haben: Sie haben in der jeweiligen Propaganda einen Stellenwert gehabt, der ihren realen militärischen Wert beträchtlich übertraf. Insbesondere die Maginot-Linie ist geradezu zum Inbegriff eines militärischen Kraftaktes geworden, der sich letztlich als nahezu wertlos herausgestellt hat.
(UM, 15. Okt. 2010)Weißer Médoc?
Wussten Sie schon, dass es im Médoc
auch Weißwein gibt? Natürlich einen Wein, der im Médoc entsteht und auch zu kaufen
ist. Den gibt es tatsächlich. Fünf Châteaux im Médoc haben eigene Weißweine im
Angebot, und die können sich sehen und schmecken lassen. Einer der Anbieter ist
das Château Le Pey in Bégadan, wo es einen Weißen mit dem ansprechenden Namen Èlise
gibt. Empfehlenswert. Obwohl es also weiße Weine im Médoc gibt, gibt es keinen
Médoc Blanc, einfach deswegen, weil der nicht so genannt werden darf. Daher
heißt er schlicht Bordeaux Blanc, kommt aber, wenn er Élise heißt, aus dem Médoc.
Wussten Sie schon, dass es nicht weit von Bordeaux einen Ort mit Namen Allemans gibt?
Dieser etwa auf halber Strecke zwischen Marmande und Bergerac
gelegene Ort mit heutzutage knapp 500 Einwohnern verdankt seinen Namen den
Alemannen, die in der Völkerwanderungszeit im 6. Jahrhundert n. Chr. in diese Gegend
kamen und sich dort festsetzten. Mit Nachwirkungen, die bis in die Gegenwart reichen,
wie man sieht. Das genaue Gründungs- oder Entstehungsdatum ist nicht zu ermitteln,
die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 817. Der Ort hat einiges zu
bieten, so eine Kirche aus dem 10. Jahrhundert, in der Fresken aus dem 15. Jhdt.
zu bewundern sind. Seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert heißt der Ort
Allemans-le-Dropt. Im ersten Weltkrieg hätte er beinahe seinen Namen wechseln
müssen, was aber dann doch unterblieb. (UM, 19. Sept. 2010)
http://www.allemansdudropt.com/viecomarchives.htm
Wissen Sie, wo der Pont Napoléon in Bordeaux zu finden ist?
Wenn nicht, müssen Sie sich nicht grämen, die meisten heutigen Bewohner von Bordeaux werden es auch nicht wissen.
Wir
verraten nur so viel, dass Sie, um das gesuchte Bauwerk zu finden, sich
zur ältesten Brücke in Bordeaux begeben müssen, die wurde nämlich zur
Zeit ihrer Einweihung tatsächlich so genannt. Allerdings hat sich der
Name nicht gehalten, weil die Beliebtheit des Namensgebers einen, wenn
auch nicht durchgehenden, Knick erfuhr. Wenn Sie nicht sicher wissen,
wohin Sie sich begeben sollten, dann klicken Sie hier.
(UM, 08. 09. 2010)
Wussten Sie schon, wo das Département Bec-d'Ambès liegt?
Wussten Sie schon, wie Jupiter nach Jau kam ?
Also, ganz genau wissen wir es auch nicht, weil wir nämlich keine wirklichen Beweise dafür haben, dass der Göttervater tatsächlich dort war. Aber zu tun hat er schon etwas mit Jau. Nach allem, was die Namensforschung zu Tage gefördert hat, hieß das Fleckchen Erde, auf dem heute Jau zusammen mit den beiden Schwesterorten Dignac und Loirac liegt, zu Römerzeiten und noch lange danach insula Jovis, Insel des Jovis (Jupiter). Wahrscheinlich gab es dort einst einen dem Jupiter geweihten Tempel, von dem jedoch keine Spuren (bislang) gefunden worden sind. Und wenn der Gott dort einen Tempel hatte, dann hatte er dort, zumindest hypothetisch, eine Wohnung. Aber, wie gesagt, ob der vielbeschäftigte Göttervater wirklich dort gewohnt hat, können wir nicht belegen. Dafür können wir Informationen dazu liefern, wie aus der insula Iovis der heutige nicht mehr auf einer Insel gelegene Ort Jau-Dignac-et-Loirac wurde. Machen wir demnächst.
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Wussten Sie schon, was „la Mannschaft“ im Französischen heißt? Ganz einfach: „La Mannschaft“ ist die deutsche Fussball-Nationalmannschaft. Bemerkenswert dabei ist unter anderem, dass die „Mannschaft“ mit einem großen Anfangsbuchstaben geschrieben wird, was für einen deutschen Leser normal erscheint, im Französischen jedoch ungewöhnlich ist für ein „normales“ Substantiv. Das ist „La Mannschaft“ aber nicht, denn es ist ein Eigenname, und da sind die Großbuchstaben am Wortanfang im Französischen üblich, korrekt und normal.
Erste Flugreise in Bordeaux
Wussten Sie schon, dass die erste Flugreise in Bordeaux am 16, Juni 1784 stattgefunden hat? Nein?, Na, nicht schlimm, wir sagen Ihnen, was damals los war. Am 16. Juni 1784 erhoben sich drei mutige Männer in Bordeaux an Bord einer Montgolfiere, einem Heißluftballon also, in die Lüfte. Sie stiegen bis auf 1450 m Höhe auf und konnten von dort aus das Meer sehen. Von unten aus wurde ihr Gefährt in einem Umkreis von 30 km wahrgenommen. Der Flug dauerte rund eine Stunde, bevor die wagemutigen Ballonfahrer wohlbehalten landeten.
(Un premier vol humain dans le ciel de Bordeaux, in: R. Lemaire, ed., 100 ans d’aviation en Gironde. 1910-2010. Bordeaux, 2010, p. 133)
Uralt-Wasser aus den Wasserhähnen!
Wussten Sie schon, dass das Wasser, das aus einem Wasserhahn in der Gironde kommt, nicht gerade taufrisch ist? Es hat einige Zehntausend Jahre im Untergrund verbracht. Das schadet der Qualität dieses Wassers allerdings überhaupt nicht, denn es gibt kaum ein besseres Wasser als man es im Département Gironde bekommt. Das Wasser, das hier aus den Leitungen kommt, stammt aus uralten Vorkommen tief unten in der Erde. Auf dem Weg dorthin hat dieses Wasser alles hinter sich gelassen, was es einst an Unreinheiten mit sich getragen haben mag. Das Problem ist allerdings, dass heutzutage mehr Wasser aus diesen Tiefenvorräten entnommen wird als nachsickert. Und das könnte dazu führen, dass Meerwasser in die freiwerdenden Tiefenreservoirs eindringt. Das wäre das Ende der Reinheit des Wassers in der Tiefe. Damit diese Entwicklung nicht eintritt, bemüht sich das Département Gironde seit Jahren, den Wasserverbrauch zu drosseln. Bislang allerdings noch ohne durchschlagenden Erfolg. Bis 2013 soll erreicht werden, von den zur Zeit jährlich benötigten 120 Millionen Kubikmetern Trinkwasser 30 Millionen Kubikmeter einzusparen, was jedoch nur dann gelingen wird, wenn alle verantwortungsbewusst mit dem wahrhaft kostbaren Nass umgehen.
(Magazine Gironde, No. 89, Juni, Juli, Augst 2010, p. 12)
Wußten Sie schon, wie die Dordogne zustande kommt?
Na, ganz einfach. Von der einen Seite kommt die Dorde, von der anderen die Dogne und fertig ist die Dordogne.
Das passiert im Zentralmassiv im Gebiet des Mont Dore. Was als Erklärung für das Zustandekommen des Namens der Dordogne so schön aussieht, hat jedoch einen Nachteil: Es stimmt nicht. Tatsächlich geht der Name des Flusses zurück auf einen älteren keltischen Namen Duranius. Der darin enthaltene vorkeltische Wortstamm Dur- findet sich auch in Flussnamen wie Durance oder Douro/Duero.
Im 6. Jahrhundert hieß
die
heutige Dordogne Dorononia fluvius, dann im 8, Jahrhundert Dornonia,
im 9. Jahrhundert schließlich Dordonia. Und von da zur Dordogne
war es nur noch ein kleiner Schritt, ohne Hilfe von Dore und Dogne bei der Namensgebung.
Schade, aber nicht zu ändern.
Wenn Sie
Zweifel haben oder noch mehr wissen wollen, dann sind Sie hier gut
beraten:
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Wussten Sie schon, wie diese Glocke nach Vensac gekommen ist?
Wenn nein, dann stehen Sie nicht alleine da, aber deswegen erzählen wir, wie es war.
Also, die Gemeinde
Vensac hatte
in grauer Vorzeit einen Kuhhirten, der die Kühe der Bauern aus der
Gemeinde in
die Wälder trieb, wo heute Vensac-Océan ist. Manchmal war er wohl
auch
in benachbarten Wäldern, aber das tut hier nichts zur Sache. Seine
Tätigkeit
war in früheren Zeiten nicht ungewöhnlich, denn damals wurde das Vieh
einfach
in die Wälder getrieben, richtige Weiden hatte man schließlich im Médoc
nicht,
wenigstens nicht an der Küste. Diese Hirte hatte aufzupassen auf Kühe
und
Stiere, und bei denen gab es einen auffällig weißen, der die
Angewohnheit
hatte, mittags gen Strand zu entschwinden und nach ein paar Stunden müde,
aber
anscheinend zufrieden, zurückzukommen. Na ja, könnte man denken. Das war
es aber
nicht, denn als unser Hirte ihm eines Tages nachschlich, sah er, dass
der Stier
am Strand eine bestimmte Stelle ansteuerte und dort zu graben anfing mit
Horn
und Huf. Als der Hirte nachschaute, stellte er fest, das der Stier dabei
war,
eine prächtige bronzene Glocke aus dem Sand zu befreien, und das musste
der
Hirte am Abend natürlich in Vensac erzählen.
Großer Jubel, am nächsten Tage wurde die Glocke feierlich eingeholt und gereinigt, damit sie in der Kirche den ihr gebührenden Platz bekommen könnte. Daraus wurde aber – zunächst - nichts, denn die Herren von Lesparre, die damals nächst dem lieben Gott die mächtigsten Wesen im Médoc waren, fanden, dass eine Glocke mit einer solchen Vorgeschichte nach Lesparre gehörte. Die Glocke wurde also auf einen Wagen verladen und Richtung Lesparre in Marsch gesetzt. Erst ging alles gut, dann nicht mehr. Als man nämlich am Canal du Gua ankam, schien der Wagen plötzlich wie festgeklebt. Die Ochsen legten sich ins Zeug und zogen, wie das so ihre Art war, aber es half nichts, der Wagen rührte sich nicht. Ab, zweites Gespann holen. Dasselbe Ergebnis, der Wagen rührte sich nicht. Noch ein Gespann und schließlich ein viertes. Inzwischen war es fast dunkel und man zog zurück nach Vensac. Dabei fiel auf, dass der Wagen mit der Glocke fast von allein lief. Der Herr von Lesparre, der ungeduldig die Ankunft der Glocke erwartete, tobte, aber die Glocke blieb vorerst in Vensac. Als man ihm die näheren Umstände berichtete und jemand meinte, da hätte wohl der Allmächtige seine Hand im Spiel, tobte er schon ein wenig weniger und bald war er ganz still. Er dachte nämlich an sein Sündenregister und fragte sich, ob darin noch Platz sei für eine Sache vom Kaliber der Glocke. War nicht, befand er, und deshalb ließ der den Leuten von Vensac ausrichten, er verzichte auf die Glocke, weil er großzügig sein wolle. War er wirklich nicht, aber er mochte schließlich nicht sagen, dass er vorsichtshalber auf Nummer Sicher gehen wollte. Einerlei, für Vensac war und ist wichtig, dass die fragliche Glocke in Vensac blieb.
Da wir nicht persönlich dabei gewesen sind, verbürgen uns nicht dafür, dass alles was wir berichtet haben, wirklich genauso abgelaufen ist, aber irgendeine Erklärung dafür, dass die Glocke nach Vensac gekommen ist, muss es schon geben, oder?
Die Bestätigung dafür, dass wir hier hart an der historischen Realität entlang berichtet haben, gibt’s im Internet, woher auch das Bild der Glocke stammt, das wir über den Bericht gesetzt haben. Dank für die Erlaubnis zur Verwendung des Bildes an
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Wussten Sie schon, dass Bordeaux mal an der Gironde lag?
Und das, ohne dass auch nur die minimalste geographische Ortsänderung stattgefunden hätte? Richtig, mit normalen Mitteln ist das nicht zu erreichen, aber es geht doch, und zwar so:
Heute heißt die Garonne von dem Punkt, an dem die Dordogne in sie mündet Gironde. Heute, wohlgemerkt. Das war längst nicht immer so. Bis in das Mittelalter hinein hieß die Garonne auch nach dem Einmünden der Dordogne Garonne. Was ja eigentlich auch korrekt ist. Antike und frühmittelalterliche Autoren wie Ausonius (4. Jhdt.) und Gregor von Tours (6.Jhdt.) kennen das Wort Gironde (oder einen Vorläufer) gar nicht. Der kommt erst im 11. Jahrhundert in Gebrauch und meint dann nicht in erster Linie ein Gewässer, sondern eine Grenze, die durch dieses Gewässer gezogen wird. Damit hat die Garonne ihren Mündungsteil verloren, natürlich nur in Bezug auf den Namen. Mit diesem Vorgang einher geht eine Zeit der Konfusion, in der die Garonne ein ganzes Stück flussaufwärts als Gironde angesprochen wird. Und damit konnte es dann auch passieren, dass Bordeaux, wenn auch nur vorübergehend, an der Gironde lag. Am Ausgang des Mittelalters war wieder klar, dass Bordeaux an die Garonne gehörte. Für die Gironde, oder Teile von ihr war aber noch am Anfang des 18. Jahrhunderts auf Karten nebeneinander eingetragen der Name Garonne (groß gedruckt) und etwas kleiner Gironde. Heutzutage hat aber alles seine Richtigkeit. Die Gironde trägt ihren Namen unbestritten mündungsabwärts vom Zusammenfluss von Garonne und Dordogne, und Bordeaux bleibt an der Garonne.
(vgl. Didier Coquillas: Estuaire de la Garonne ou de la Gironde ? in : L’Estuarien, No.5, Juli 2003, S.14 f.)
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Wussten Sie schon, dass es im Médoc einst richtige Schwerindustrie gab?
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Wussten Sie schon was Bordeaux, Bassens, Ambès, Blaye, Pauillac und Le Verdon gemeinsam haben?
Richtig, die liegen alle am
Wasser der Garonne oder der Gironde. Darüberhinaus verbindet sie die Tatsache,
dass ihre Hafenanlagen vom Port Autonome de Bordeaux verwaltet werden. Dieser
Autonome Hafen von Bordeaux existiert nach Anfängen im Jahre 1912 so richtig
erst seit dem Dekret vom 14. November 1924, das die Hafenaktivitäten von Bordeaux
weitgehend von der Fernsteuerung durch die französische Regierung löste und die
Voraussetzungen für eine flexible Lenkung der Belange der Hafenbetriebe schuf.
Damals waren Le Havre und Bordeaux die beiden einzigen Hafenbetriebe in
Frankreich, die dieses Autonomiestatut besaßen. Seit einem Gesetz aus dem Jahre
1965 sind die sechs größten Häfen des französischen Mutterlandes nach diesem Muster
organisiert. Oberstes Entscheidungsgremium des Port Autonome ist der 26 Köpfe
zählende Verwaltungsrat, in dem lokale Organisationen und Institutionen das
Übergewicht haben. Gleichwohl ist der Einfluss der Regierung nicht unbedeutend,
der ausgeübt wird von dem Generaldirektor des Port Autonome, der vom
Ministerrat ernannt wird und als Staatsbeamter weisungsgebunden zu agieren hat.
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Wussten Sie schon, dass es in Soulac Wale gibt ?
Na ja, nicht so regelmäßig, dass man die in ein Tourismuskonzept einbeziehen könnten, aber es gibt sie schon, gelegentlich . So 1872 und 1879, als ein 26 m langer toter Wal angeschwemmt wurde und die Frage aufwarf, wem der nun gehöre. Nach kurzem Nachdenken: dem Staat. Und der trat ihn dann an die Gemeinde Soulac ab. Die hatte dann ein richtiges Problem, denn man fragte sich, was man mit dem riesigen Wassertier anfangen sollte. Der Entschluss hieß: Das Skelett konservieren und ausstellen. Aber, das Skelett kam ja nicht allein an. Lösung: Alles vergraben und warten. Hat man auch getan, aber seit der Zeit gibt es die Redewendung: „Ça sentait jusqu’aux Cousteaux“. (Das stank bis...). Mit Geduld ließ sich auch dieses Problem lösen, und findige Postkartenmacher fanden Gefallen daran, Walskelette auf ihren Karten darzustellen. Wenn so etwas heute noch mal passiert, gibt es wahrscheinlich ein Video bei Youtube. Warten wir mal ab.
(Näheres: La baleine échouée, objet d’exposition, in : L’estuarien, No 30, Okt. 2009, S:30:)__________________________________
Wussten Sie schon, dass man mit TNT in Frankreich nicht nur Explosionen auslösen kann?
Das geht einfach deshalb, weil TNT im Französischen (wie in anderen Sprachen übrigens auch) nicht nur als Abkürzung von Trinitrotoluol (TNT), einem Sprengstoff, der z.B. als Bezugsgröße für die Angabe der explosiven Leistung von Nuklearwaffen gebraucht wird, verwendet wird.
Im Französischen bedeutet TNT seit ein paar Jahren auch Télévision numérique terrestre, also erdgestütztes digitales Fernsehen.
Das Digitale Fernsehen schickt sich an, in vielen Ländern das analoge Fernsehen abzulösen, und das ist eigentlich gut so. Beim analogen Fernsehen wird Bild um Bild aus einer vorgegebenen Zahl von Bildpunkten neu aufgebaut, und dies auch, wenn sich zwischen zwei Bildern nichts geändert hat. Das Digitale Fernsehen macht es da intelligenter, denn es überträgt im Vergleich zu einem gesendeten Bild nur die inzwischen eingetretenen Veränderungen. Gibt es keine Veränderungen, braucht auch nichts übertragen zu werden. Diese Veränderungen werden in einem komprimierten Verfahren (MPEG2) übertragen und zwar als Ziffernfolge wie im Computerbetrieb üblich. Das senkt die Datenmenge, so dass bis zu zehn digitale Programme auf einem analogen Kanal übertragen werden können. Gleichzeitig werden die Übertragungssicherheit und die Qualität der übertragenen Signale stark verbessert
Ganz so einfach ist es nicht, aber um die Vorteile des Digitalen Fernsehens einschätzen zu können, mag das reichen.
Wussten Sie schon, wo die kleinen Holländer im Médoc herkommen ?
Ganz
einfach, die kommen aus der Petite
Hollande (Klein-Holland), einem Landstrich am linken Ufer der Gironde bei Talais. Gut, jetzt weiß man, woher die
kleinen Holländer kommen, aber man weiß noch nicht, wie die Petite Hollande ins Médoc gekommen ist. Dafür muss man ein paar Jahrhunderte
zurückgehen, als das heutige linke Girondeufer in weiten Teilen sumpfiges
Überschwemmungsland war, in dem kaum menschliches Leben möglich war. Das wusste
man auch in früheren Zeiten, aber erst im 17. Jahrhundert kam es zu Taten. Damals
war der Herzog von Épernon Sire von
Lesparre, und der hatte die Idee, aus einer Fläche von sumpfigen 5000 ha am
linken Ufer der Gironde landwirtschaftlich nutzbares Land zu machen. Das machte
ein Herzog natürlich auch damals nicht mit eigenen Händen. Der ließ machen.
Nicht von irgendwem, sondern von Leuten, die schon damals in dem Ruf standen,
alle Künste zu beherrschen, die sich Menschen ausdenken können, wenn sie sich
gegen das Meer behaupten müssen. Klar, dass das Holländer sein mussten.
Der Herzog schloss also zwischen 1628 und 1633 Verträge mit Holländern ab, die danach Entwässerungskanäle anlegten und diese nach heimischem Vorbild mit selbstschließenden Toren zur Flutseite hin ausstatteten. Als das entwässerte Land mehr und mehr nutzbar wurde, wurde 1739 ein erster Deich gebaut, der die neu entstandenen Mattes vor Überflutungen sicherte. Da die Bewohner des Médoc sehr wohl wussten, wem sie das neu gewonnene Land zu verdanken hatten, nannten sie die ehemaligen Sumpfgebiete bei Talais und Queyrac nach deren Schöpfern Petite Hollande und Petite Flandre. Und seitdem gibt es im Médoc kleine Holländer und kleine Flamen, die kein Wort sprechen können, das nicht Französisch ist.
siehe dazu:
http://www2.urbanisme.equipement.gouv.fr/cdu/texteintegral/gironde/fondementshist.htm
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Wussten Sie schon, dass es in Frankreich erst seit 1972 die sogenannten gens du voyage (Landfahrer) gibt ?
Klar, solche Leute gab es in Frankreich auch schon vor 1972, eine ganze Menge sogar. Heute wird ihre Zahl auf 300.000 bis 400.000 geschätzt. Diese Leute hießen vor 1972 einfach nur anders, nämlich Tsiganes, Manouches, Gitans. Entstanden ist der Begriff gens du voyage aus einer Gegebenheit der französischen Verfassung, die keine nationalen oder ethnischen Minderheiten anerkennt, weil die französische Republik indivisible (unteilbar) ist, wie es im ersten Artikel der Verfassung von 1958 heißt. Tsiganes, Gitans, Manouches sind aber ethnische Bezeichnungen. Um die zu vermeiden, also der Begriff gens du voyage.
Für die gens du voyage gibt es spezielle rechtliche Bestimmungen. Unter anderem wird ihnen zugestanden, dass Gemeinden über 5.000 Einwohner Aufenthaltsplätze bereitstellen müssen, auf denen Wohnwagen stehen können. Durch gesetzliche Regelung ist festgelegt, dass die Personenzahl auf einem für die gens du voyage bereitgestellten Gelände nicht größer sein darf als 3% der sesshaften ständigen Bevölkerung der Gemeinde. Seit 2003 dürfen gens du voyage keine nicht eigens für sie ausgewiesene Geländeteile mit Beschlag belegen
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Wussten Sie schon, dass Austern aus Le Verdon einst einen guten Ruf hatten?
Hatten Sie tatsächlich, aber sie haben ihn nicht mehr, weil die Austernbänke, auf denen diese Muscheltiere gediehen, verschwunden sind. Verantwortlich dafür war der Bau eines Anlegers für große Passagierschiffe in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts, der in den 60er Jahren zu einem Öltankerhafen umgebaut und 20 Jahre lang genutzt wurde. Seither liegen die Reste als Industrieruine immer noch im Wasser und rotten vor sich hin. Ein Ergebnis dauerhafter Art hat die Errichtung dieser Anlage jedoch bis heute: Die Austernbänke sind infolge der durch die Bauten des Passagier- und später des Ölhafenhafens veränderten Strömungsverhältnisse so nachhaltig gestört worden, dass die Austern nicht überleben konnten.
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Wussten Sie schon, wo sich der größte Platz Frankreichs befindet?
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Wussten Sie schon, dass man nicht wirklich weiß, woher der Name Montalivet kommt?
Sicher ist hingegen, dass die heutige Ortsbezeichnung seit 1859 verwendet wird. An Erklärungen für die Herkunft des Namens mangelt es dabei nicht.
So gibt es eine Version, nach der ein Schäfer namens Libet seine Herden dort zu weiden pflegte, wo sich der heutige Ort Montalivet befindet. Wenn diesem Libet Essen gebracht wurde, sagte der Betreffende in gascognischer Mundart: Jou mounte à Libet (ich gehe zu Libet) Und aus mounte à Libet könnte Montalivet geworden sein.
Andere meinen, der Name leite sich ab von Mont des Oliviers (Berg der Olivenbäume).
1885 wurde vermutet, in dem Ortsnamen stecke das bretonische avel eleiz, was etwa soviel bedeutet wie viel Wind.
1891 wurde der Name als Ableitung von dem altgascognischen mont alibet (eine kahle Erhebung) gedeutet.
Nicht gänzlich unmöglich ist auch, dass der Name des Ortes von dem Grafen von Montalivet stammt, der von 1766-1823 lebte und als Minister eine Inspektionsreise in das Médoc unternommen hat, als die ersten Versuche zur Fixierung der Dünen gemacht wurden.
Wenn auch keiner etwas wirklich Genaues zur Erklärung der Herkunft der Ortsbezeichnung machen kann, hat dieser Umstand den Vorteil, dass sich jeder die Deutung heraussuchen kann, die ihm am meisten gefällt. Und das ist doch etwas wert.
(siehe Dufour, Jean: Montalivet. Qeyrac 2007, S. 22f.)
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Wussten Sie schon, dass es auf dem heutigen Euronat-Gelände schon früher Bade- und Ferienbetrieb gab?
Die Nachrichten sind zwar spärlich und reizen zu weiteren Nachforschungen, doch gibt es in Gestalt einer kurz nach 1900 hergestellten und verschickten Postkarte einen Beleg dafür, dass dort. wo heute Euronat besteht, ein großes Gebäude existiert hat, das vom Stil her an ein Hotel erinnert. Die Abbildung der Postkarte zeigt allerdings nur die im Verfall begriffene Ruine.
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Wussten Sie schon, dass es in den Wäldern des Médoc wilde Pferde gab? – Nun, es waren keine richtigen Wildpferde, da sie von eigentlich zahmen Nutzpferden abstammten, die ihren Besitzern auf irgendeine Weise den Dienst gekündigt hatten und sich in die wenig durchdringlichen Wälder des Médoc geflüchtet hatten. Da sie dort ausreichende Lebensmöglichkeiten auch ohne menschliches Zutun fanden, verwilderten sie schnell und nahmen Lebensformen ihrer wilden Vorfahren wieder an. Die meisten dieser wild lebenden Nachkommen ehemaliger Haus- und Hoftiere waren kleiner als ihre Vorfahren, aber ungeheuer vital und ausdauernd. Aus diesem Grund wurde ihnen fleißig nachgestellt, wobei man hauptsächlich Fallen einsetzte, um ihrer habhaft zu werden. Die meisten der so gefangenen Pferde ließen sich zähmen und zu begehrten Nutztieren machen, doch gab es auch Berichte über Tiere, die den Verlust ihrer Freiheit nicht überlebten. Die letzten dieser Pseudowildpferde wurden in den 50er Jahren des Zwanzigsten Jahrhunderts gefangen. Seither leben sie nur noch in der Erinnerung.
(UM 29. April 2009)
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Wussten Sie, dass es bis in die zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts in den Wäldern des Médoc richtig wild zuging?
Bis in diese Zeit gab es dort nämlich wilde Stiere und Kühe, die seit Menschengedenken auf sich allein gestellt in den Waldungen hausten und als begehrte Jagdbeute gesucht wurden.
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Wussten Sie schon, was man spart, wenn man in Euronat sich barfuss bis zum Hals der Sonne ergibt?
Der Artikel 22-32 des code pénal gibt genaue Auskunft: Man spart ein Jahr Gefängnis und 100.000 Francs (reichlich 16.000 Euro). Soviel müsste man anlegen, wenn man das, was in Euronat und ähnlichenorts zulässig ist, anderswo praktiziert, wo man dem Blick der Öffentlichkeit ausgesetzt ist. Machen Sie von diesem Tipp zur sparsamen Lebensführung ausgiebig Gebrauch.
(UM, 17. April 2009)
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Wissen Sie, welchem französischen Präfekten das größte Denkmal errichtet wurde? Wenn nicht, dann klicken Sie hier
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Wussten Sie schon, dass Sie einer uralten Straße folgen, wenn Sie von Bordeaux über die N 215 (bzw. Nachfolger) Richtung Euronat fahren? Wenn Sie wissen wollen, was es damit auf sich hat, dann klicken Sie hier
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Wussten Sie schon, dass das Département Gironde nicht das größte französische Département ist, aber das größte Departement in Frankreich? Wenn Ihnen das rätselhaft vorkommt, dann klicken Sie hier.
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Unsterbliche in Frankreich
Wussten Sie schon, dass Frankreich das einzige Land weltweit ist, in dem Unsterbliche (Immortels) leben ? Nein? Wenn Ihnen das kurios erscheint, dann sollten Sie hier klicken .
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Wussten Sie schon, was Sie machen sollten, wenn Sie sich in Euronat über Regen und schlechtes Wetter ärgern? - Ganz einfach, schauen Sie sich die kleine Karte an:

Haben Sie erkannt, warum Sie sich nicht ärgern sollten? - Grayan liegt in einem Gebiet, das von der Sonne genau so verwöhnt wird wie die Côte d'Azur. Kann höchstens sein, dass die Sonne gerade dort ist, um ihr Soll am Mittelmeer zu erfüllen.
(Gefunden: http://www.grayan.fr/ )
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Wussten Sie, dass ein französischer Schüler, der von der sixième (sechste Klasse) in die cinquième (fünfte Klasse) versetzt wird, mit der Zufriedenheit seiner Eltern rechen kann? Wenn Sie noch nicht wissen, warum das so ist, dann klicken Sie hier.
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Wussten Sie schon, wie hoch der Tidenhub an der Pointe de Grave ist?
Nein? Macht nichts, kann man sowieso nicht im Kopf haben, weil sich das je nach Koeffizient dauernd ändert.
Hier aber ein paar Zahlen für die Pointe de Grave und für den Phare de Richard:
|
Datum |
Ort |
Koeffizient |
Tidenhub |
|
Pointe de Grave |
13. Jan. 2009 |
103 |
4,73 m |
|
Pointe de Grave |
17. Jan. 2009 |
59 |
2,83 m |
|
Phare de Richard |
13. Jan. 2009 |
103 |
5,24 m |
|
Phare de Richard |
17. Jan. 2009 |
59 |
3,21 m |
Da Prognosen schwierig sind, besonders wenn sie die Zukunft betreffen, haben wir uns kompetente Auskunft bei folgender Adresse verschafft:
http://maree.frbateaux.net/132
Die 132 gibt die Zahlen für die Pointe de Grave an. Ohne diese Zahl gelangt man zur Startseite mit dem Verzeichnis der abrufbaren Orte.
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Bordeaux Hauptstadt Frankreichs?
Wussten Sie, dass Bordeaux dreimal Sitz der französischen Regierung und damit faktisch Hauptstadt Frankreichs war?
- Von Anfang Dezember 1870 bis Mitte Februar 1871 im deutsch-französischen Krieg (1870/71)
- Vom 3. September 1914 bis zum 20. Dezember 1914 im Ersten Weltkrieg (1914-1918)
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Wussten Sie schon, dass
- Bordeaux im Jahre 58 v. Chr. gegründet wurde?
- es in Bordeaux über 500 Hotels gibt?
- es von Bordeaux ungefähr gleichweit nach Paris (579 km) und Lyon (588 km) ist?
- es in Bordeaux (noch) keinen Campingplatz , aber eine Jugendherberge gibt?
Das und eine wahre Flut von Informationen um und über Bordeaux finden Sie in deutscher Sprache im Internet:
http://www.frankreich-sued.de/bordeaux-server/index.html
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